Forsa-Umfrage in Deutschland

Anton Schlecker ist der unbeliebteste Unternehmer

Laut einer Umfrage ist der Gründer der insolventen Drogeriekette Schlecker, Anton Schlecker, das genaue Gegenteil des Bosch Chefs Franz Fehrenbach und damit mit Abstand Deutschlands unbeliebtester Manager.

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Der Gründer der insolventen Drogeriekette Schlecker bekommt von der Bevölkerung miese Noten. Nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ (Freitag) gilt Anton Schlecker als der mit Abstand unbeliebteste Unternehmer in Deutschland. Nur vier Prozent halten ihn für einen idealen Unternehmer. „Ideale“ Manager sind in den Augen der Menschen dagegen Bosch-Chef Franz Fehrenbach und dm-Gründer Götz Werner mit 88 und 87 Prozent Zustimmung. Dahinter folgt VW-Chef Martin Winterkorn, den 78 Prozent der Befragten für einen guten Manager halten. Für die Umfrage wurden in dieser Woche von Forsa mehr als 1000 Bürger im Auftrag des „Handelsblatts“ befragt.

Am wichtigsten sei den Menschen, dass der Unternehmer „offen und ehrlich gegenüber der Belegschaft“ sei, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung. Zu den besonders positiven Eigenschaften zählten darüber hinaus das Bemühen um das Vertrauen der Belegschaft und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Deutlich weniger ins Gewicht falle, ob der Manager um eine hohe Frauenquote im Unternehmen bemüht sei oder „notwendige Maßnahmen mit Härte“ durchsetze.

Hoffnung für Schlecker-Frauen – Finanzkompromiss in Reichweite

Im Ringen zwischen Bund und Ländern um Staatsgeld für eine Schlecker-Transfergesellschaft deutet sich ein Kompromiss an. „Wir sind optimistischer als zu Beginn der Woche, dass Bund und Länder eine gemeinsame Lösung hinbekommen“, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Finanzministeriums am Freitag in Stuttgart. Es gebe aber noch keinen Durchbruch, wie es in Medienberichten heiße. „Die entscheidende Frage der Finanzierung ist noch nicht geklärt.“

Dem Vernehmen nach ist das Bundesfinanzministerium bereit, einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 71 Millionen Euro möglich zu machen, wenn die Länder dafür bürgen. Das berichtet auch die „Stuttgarter Zeitung“. Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) will nun die anderen Länder überzeugen, dieses Risiko zu übernehmen. Am kommenden Montag träfen sich Staatssekretäre der betroffenen Länder in Berlin.

Die Ulmer „Südwest Presse“ berichtete, die Würfel für eine Finanzierung seien bereits gefallen. Unter Berufung auf Berliner Regierungskreise hieß es, die Länder sollten die Darlehenssumme aufbringen. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte in Berlin, es gebe „noch keinen neuen Sachstand“. Der Bund wäre aber über die Agentur für Arbeit definitiv an einer Transfergesellschaft beteiligt, indem sie das „Transferkurzarbeitergeld“ sowie Mittel für Qualifikationsmaßnahmen bereitstellen würde.

Der Insolvenzverwalter von Schlecker benötigt kurzfristig 70 Millionen Euro zur Finanzierung einer Auffanggesellschaft für die knapp 12.000 Mitarbeiterinnen der zahlungsunfähigen Drogeriekette, die ihren Job verlieren sollen

Diese Berliner Schlecker-Filialen werden geschlossen:

Zur Karte: Bei insgesamt 27 Filialen geht aus den Angaben von Schlecker bislang nicht klar hervor, welches von mehreren Geschäften in den jeweils angegebenen Straßen geschlossen wird. Diese Filialen sind in der Karte zunächst nicht als geschlossen gekennzeichnet.