Bis zu 50 Prozent

Schlecker startet Ausverkauf mit satten Rabatten

Die vor der Schließung stehenden Schlecker-Filialen bieten ihre Waren mit kräftigen Rabatten an. Auch Logistikzentren stehen vor dem Aus.

Der Ausverkauf bei Schlecker hat begonnen. In den rund 2010 Filialen, die schon am 24. März geschlossen werden sollen, werden die Waren ab sofort mit sattem Rabatt verkauft . Laut Insolvenzverwalter sind alle Artikel um mindestens 30 Prozent reduziert, einige auch um 50 Prozent. Einzige Ausnahme sind preisgebundene Bücher und Zeitschriften.

Schlecker hat eine Liste der Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden – geordnet nach Bundesländern, dann die Städte nach Alphabet, mit Angabe der Adresse. Wer eine bestimmte Filiale sucht, muss diese Liste durchgehen. Eine Suchfunktion gibt es nicht. In den anderen Schlecker-Filialen gibt es die Preisnachlässe nicht.

Bei Reklamationen wird Schlecker sich „selbstverständlich“ kulant verhalten, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Kunden können mangelhafte Waren demnach auch nach Schließung der Filiale, in der sie eingekauft haben, in einer anderen Filiale reklamieren. Ein Umtausch von Produkten, die keine Mängel haben, ist freiwillig.

Neben den Filialen will Schlecker auch acht Logistikzentren schließen. Die Standorte mit rund 840 Mitarbeitern in mehreren Bundesländern sollen bis 1. August dicht gemacht werden, wie das Unternehmen mitteilte. Künftig werden die Märkte den Angaben zufolge nur noch von einem Zentrallager in Ehingen und vier Regionallagern aus versorgt. Damit passe Schlecker seine Logistik an die neue Filialstruktur an. Die Beschäftigten seien am Mittwoch informiert worden. „Wir werden für die betroffenen Mitarbeiter einen Vorschlag erarbeiten, der den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich macht“, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Er sprach von einem „harten Schritt“, den sich das Unternehmen „nicht leicht gemacht“ habe. Wegen der geplanten Schließung von mehr als 2000 Filialen sei es aber unumgänglich, auch die Logistikstrukturen anzupassen. Etwa 12.000 Mitarbeitern droht wegen der Filialschließungen die Kündigung .

Warenlager und Logistikzentren werden geschlossen

Dem Unternehmen zufolge werden die Logistikzentren in Schwarmstedt bei Hannover, in Luckau bei Cottbus und in Grevenbroich bei Neuss in Nordrhein-Westfalen geschlossen. Betroffen seien auch die Standorte im thüringischen Berka/Werra (Wartburgkreis), in Kürnach bei Würzburg sowie in Alzey südlich von Mainz.

Aufgeben will Schlecker zudem seine Warenlager im baden-württembergischen Empfingen (Landkreis Freudenstadt) sowie in Nittendorf bei Regensburg. Nicht betroffen von den Schließungen ist den Angaben nach das Zentrallager am Sitz im schwäbischen Ehingen.

Erhalten bleiben auch die Zentren im hessischen Pohlheim bei Gießen, in Falkenhagen bei Frankfurt (Oder), in Melle bei Osnabrück und im thüringischen Schleiz (Saale-Orla-Kreis). Schlecker beschäftigt an den verbliebenen Logistikstandorten etwa 560 Mitarbeiter.