Konjunktureinbruch

Italiens Wirtschaft schrumpft erstmals seit 2009

Der neue Regierungschef Monti hat Italien einen harten Sparkurs verordnet. Die Wirtschaftsleistung des Krisenlandes leidet enorm.

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Die italienische Wirtschaft ist im dritten Quartal erstmals seit zwei Jahren geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in dem Euro-Krisenland sei im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken, teilte die italienische Statistikbehörde Istat mit. Ökonomen hatten dies erwartet.

Es ist der erste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit Ende 2009. Im Vorquartal war die Wirtschaft noch um 0,3 Prozent gewachsen. Unter dem neuen Regierungschef Mario Monti will Italien einen harten Sparkurs durchziehen, der das Wachstum weiter drücken könnte.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wuchs Italiens Wirtschaft im dritten Quartal um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten einen stärkeren Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert. Im zweiten Quartal hatte die italienische Wirtschaftsleistung noch um inzwischen revidierte 0,7 (zunächst 0,8) Prozent zum Vorjahresquartal zugelegt.

Auch deutsche Wirtschaft wird schrumpfen

Auch für die deutsche Wirtschaft sieht es schlecht aus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet weiter mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung im vierten Quartal. Im DIW-Konjunkturbarometer Dezember prognostiziert das Institut einen Rückgang um 0,2 Prozent, wie das DIW in Berlin mitteilte.

„Vor allem in der Industrie stehen die Zeichen auf Abschwung“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Die Exporte dürften demnach am Jahresende gedämpfter verlaufen. Zudem werde der Konsum nicht an sein zuletzt kräftiges Wachstum anknüpfen können.

Auch einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal 2012 schließt das DIW nicht aus. Wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft, sprechen Volkswirte von einer Rezession.