Euro-Krise

Zinsen auf italienische Staatsanleihen fallen weiter

Noch im vergangenen Monat musste Italien fast 8 Prozent für Anleihen mit dreijähriger Laufzeit zahlen. Nun fielen am zweiten Tag in Folge die Zinsen für die Staatspapiere – ein Zeichen dafür, dass der Sparkurs des italienischen Regierungschefs Mario Monti von den Märkten gewürdigt wird.

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Am zweiten Tag der Versteigerung von Staatsanleihen sind die Zinsen auf italienische Staatspapiere am Donnerstag erneut gesunken. Italien verkaufte Anleihen mit dreijähriger Laufzeit im Wert von 2,54 Milliarden Euro zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 5,62 Prozent, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Im vergangenen Monat waren für die Papiere noch 7,89 Prozent Zinsen fällig gewesen.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti zeigte sich zufrieden mit den sinkenden Zinssätzen. Bereits bei Auktionen am Mittwoch hatten die Kosten für Kredite deutlich nachgegeben. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass die Turbulenzen an den Märkten bereits vorbei seien, sagte Monti auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Seine Regierung schnüre derzeit ein Maßnahmenpaket, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Beispielsweise solle der Arbeitsmarkt liberalisiert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Am 23. Januar werde Italien der EU seinen Konjunkturplan vorstellen, kündigte Monti an.

Bei den längerfristigen Schuldverschreibungen ließen die Zinsen am Donnerstag weniger deutlich nach. Für zehnjährige Anleihen im Umfang von 2,5 Milliarden Euro wurde ein Zinssatz von 6,98 Prozent ermittelt. Das waren zwar etwas weniger als die 7,56 Prozent, die bei einer Auktion im vergangenen Monat zu zahlen waren. Der Zinssatz lag jedoch noch immer gefährlich nahe an der Grenze von sieben Prozent, die langfristig als ruinös gelten.

Die italienische Zentralbank erlöste weitere 803 Millionen Euro beim Verkauf siebenjähriger Anleihen zu einem Zinssatz von 7,42 Prozent und 1,18 Milliarden Euro beim Verkauf von Papieren mit neunjähriger Laufzeit zum Zinssatz von 6,7 Prozent.

Offenbar herrschte an den Märkten noch immer Sorge, dass Italien seine Schulden von rund 1,9 Billionen Euro nicht länger bedienen kann. Allein im kommenden Jahr muss Rom Kredite im Umfang von 330 Milliarden Euro refinanzieren.