BKK für Heilberufe

Zweite Krankenkasse vor dem Kollaps

Nach der City BKK wird wohl auch die BKK für Heilberufe geschlossen. Tausende Versicherte müssten sich dann eine neue Kasse suchen.

Foto: pa/dpa (2) / pa/dpa (2)/Victoria Bonn-Meuser, Malte Christians

Mit der BKK für Heilberufe steht die zweite gesetzliche Krankenversicherung seit Einführung des Gesundheitsfonds vor dem Aus. Eine Schließung sei aus seiner Sicht nicht mehr zu vermeiden, sagte der Geschäftsführer des BKK-Bundesverbands, Heinz Kaltenbach. "Die Kasse ist in sich nicht mehr lebensfähig", betonte er. Voraussichtlicher Termin für die Schließung sei 1. Januar 2012.

Die verbliebenen rund 80.000 Mitglieder müssen sich dann eine andere Kasse suchen. Kaltenbach versicherte aber, Zustände wie im Zuge der Schließung der City BKK zur Jahresmitte , sollten vermieden werden. Damals hatten Mitglieder zum Teil große Mühen, bei einem Wettbewerber unterzukommen.

Beim Bundesversicherungsamt läuft derzeit ein Anhörungsverfahren. Der Behörde obliegt die endgültige Entscheidung über die Kassenschließung. Fusionsbemühungen für die Betriebskrankenkasse waren vor wenigen Tagen gescheitert. Kaltenbach verwies darauf, dass die aufnehmende Kasse einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag" pro Jahr für die BKK für Heilberufe aufbringen müsste. Dieses Risiko sei zu groß und von einer Kasse allein nicht zu schultern. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es nach Einschätzung der Kassen seines Verbands besser, die Mitglieder daher auf alle anderen Kassen zu verteilen.

"Die Versicherten sollen nicht leiden", sagte Kaltenbach. Die Auflösung werde durch eine Gemeinschaftsleistung geordnet abgewickelt, um alle Fragen zu klären. Unter anderem sollen die Mitglieder der BKK für Heilberufe eine Liste mit allen Krankenkassen zugestellt bekommen, um sich damit einfach bei einem neuen Unternehmen anmelden zu können.

Die BKK für Heilberufe hatte vor einigen Jahren noch mehr als 400.000 Mitglieder. Seit rund zehn Jahren befindet sie sich in einem Sanierungsprozess. Laut Kaltenbach hatte die Kasse bis zum Start des Gesundheitsfonds drei Viertel ihrer Schulden abbauen können. Nach der Reform sei sie jedoch gezwungen gewesen, einen Zusatzbeitrag zu erheben, wodurch weitere 50 Prozent ihrer Mitglieder abgewandert seien. Geblieben seien vor allem Schwerkranke und chronisch Kranke, die viel Geld kosteten.