Handelskonzern

Cordes gibt Machtkampf um Metro-Chefposten auf

Nach wochenlangem Machtkampf gibt sich der Metro-Chef Eckhard Cordes geschlagen. Er wird den Vertrag beim Handelskonzern nicht mehr verlängern.

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Metro-Chef Eckhard Cordes wirft nun doch das Handtuch. Cordes habe dem Aufsichtsrat und den Mehrheitsgesellschaftern mitgeteilt, dass er für eine Verlängerung seines bis zum 31. Oktober 2012 laufenden Vertrags nicht mehr zur Verfügung stehe, teilte der Handelskonzern mit. Er sei „durch die Vorkommnisse der vergangenen Wochen und Monate zu dem Schluss gekommen, dass eine vertrauensvolle Basis für einen Verbleib an der Spitze der Metro AG nicht mehr gegeben ist“, teilte der Manager mit.

Lange Zeit hatten die Zeichen auf einen Abschied des ehemaligen Daimler-Managers Cordes an der Metro-Spitze hingedeutet – doch der kämpfte um seinen Posten. Die Führungsdebatte um Cordes war über Wochen mit immer neuen Indiskretionen befeuert worden. Im November sollte der Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung erörtern.

Erbitterter Kampf um Chefposten beendet

Zuletzt hatten sich die beiden Metro-Mehrheitseigner Haniel und Schmidt-Ruthenbeck nach langer Hängepartie doch zu Cordes bekannt. Es seien aber „durch welche Seite auch immer getrieben immer wieder Spekulationen zu meiner Vertragsverlängerung in die Öffentlichkeit gelangt, die sowohl dem Unternehmen als auch den Mehrheitsgesellschaftern und meiner Person zu schaden drohten“, begründete der Metro-Chef nun seinen Abschied.

Zuvor hatte Cordes erbittert um seinen Posten bei dem Handelskonzern mit Töchtern wie Kaufhof, Real und Media-Saturn gekämpft. In einem Interview sagte der Manager jüngst, er wolle die Erneuerung der Metro weiterführen, die von ihm angestoßenen Veränderungen seien noch nicht abgeschlossen.

Der langjährige Daimler-Manager hatte den Chefsessel bei Metro im November 2007 übernommen und angekündigt, den Konzern grundlegend umzugestalten. Dabei agierte er aber oft glücklos. Seit seinem Amtsantritt halbierte sich der Wert der Metro-Aktie.