Warenhauskette

Karstadt verliert schon wieder einen Top-Manager

Nach dem Vertriebschef verlässt nun auch der Einkaufschef den Warenhauskonzern. Dies ist einer der wichtigsten Posten bei Karstadt.

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Die Warenhauskette Karstadt hat schon wieder einen Top-Manager verloren: Einkaufs-Geschäftsführer Marco Schöner, der schon in der Zeit vor der Insolvenz im Juni 2009 im Unternehmen tätig war, ist gegangen.

"Marco Schöner ist nicht mehr im Unternehmen", bestätigte ein Sprecher die Informationen von Morgenpost Online. Zu den Gründen sagte er nichts. Jetzt werde die Position – eine der wichtigsten bei jedem Handelsunternehmen - zunächst vorübergehend ausgefüllt.

Betriebswirt Schöner (43), der zuvor als Einkaufsleiter beim Schmuckhändler Christ tätig war, saß als Mitglied der Geschäftsleitung auch im obersten Chefgremium von Karstadt. Damit ist ein weiteres Büros rund um Vorstandschef Andrew Jennings in der Essener Konzernzentrale verwaist.

Erst im Juni hatte Vertriebsgeschäftsführer Andreas Boznar das Haus verlassen. Nach Angaben des Firmensprechers befinden sich Gespräche um die Nachfolge in der Endphase. Karstadt nennt nach der Übernahme durch den deutsch-amerikanischen Milliardär Nicolas Berggruen keine Zahlen mehr zum Geschäftsverlauf.

Jennings hatte jüngst in der Morgenpost Online erklärt , das Unternehmen sei auf dem richtigen Weg. Marktkenner jedoch äußern immer wieder Zweifel, dass Karstadt wirklich wieder Tritt gefunden hat. Nach der Insolvenz 2009 hatte Berggruen im Oktober 2010 die 120 Warenhäuser samt 25.000 Mitarbeitern übernommen.

Jetzt gab Berggruen zudem ein Milliardenangebot für den Kauf der Konkurrenzkette Kaufhof ab, was in der Karstadt-Belegschaft zu neuer Verunsicherung führte.