Warenhauskette

Metro fürchtet nach Führungs- auch Gewinnkrise

Deutschlands größtes Handelshaus hofft auf kauflustige Kunden im Weihnachtsgeschäft. Sonst kann Metro sein Gewinnziel nicht halten.

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Der Handelsriese Metro gerät nach seiner Führungskrise nun auch im Tagesgeschäft unter Druck. Der Konzern könne sein Ziel einer Steigerung des operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren um rund zehn Prozent 2011 nur dann erreichen, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser läuft als noch im Vorjahr, teilte Metro mit.

Das Gewinnziel sei „mit erhöhten Risiken“ durch die „europäische Staatsschuldenkrise und die abflachende Konjunktur“ behaftet. Bei einem „normalen Verlauf“ des Weihnachtsgeschäfts sei nur eine Ergebnissteigerung „mindestens im Rahmen der aktuellen Markterwartung von fünf Prozent“ zu erwarten. Seine bereits revidierte Umsatzprognose bekräftigte der Konzern. Die Erlöse sollen demnach 2011 über dem Vorjahresniveau liegen.

Im dritten Quartal musste Metro beim Umsatz Federn lassen, konnte aber dank des vom scheidenden Vorstandschef Eckhard Cordes eingeleiteten Sparprogramms mehr verdienen. „Wir haben in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unser Ergebnis erneut deutlich gesteigert“, betonte Cordes, der seinen im kommenden Oktober auslaufenden Vertrag nach einem langen Machtkampf nicht verlängern will. Von Juli bis September verbuchte der Handelsriese bei einem Umsatz von 15,97 (Vorjahr: 16,29) Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von 614 (445) Millionen Euro.

Nach Sonderfaktoren blieb ein Ebit von 563 Millionen Euro. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter lag bei 190 (149) Millionen Euro. Dem Gewinn half auch der Verkauf von Immobilien in Italien auf die Sprünge. Von Reuters befragte Analysten hatten bei einem Umsatz von 16,02 Milliarden Euro ein Ebit vor Sonderfaktoren von 593 Millionen Euro und einen Überschuss nach Anteilen Dritter von 235 Millionen Euro erwartet.

Im deutschen Heimatmarkt verbuchte Metro im dritten Quartal ein leichtes Umsatzminus, im Westeuropa insgesamt schrumpften die Erlöse deutlich um 4,5 Prozent. Hier ist Metro auch in Ländern wie Spanien oder Griechenland vertreten, die besonders unter den Schulden-Krise leiden – die Verbraucher schnallen wegen der drastischen Sparpakete der Regierungen den Gürtel enger. In Asien konnte Metro dagegen ein deutliches Plus verbuchen. Beim Gewinn konnte das bisherige Sorgenkind Media-Saturn, Europas größter Elektronikhändler, wieder zulegen. Die Kette verbuchte ein Ebit vor Sonderfaktoren von 141 (124) Millionen Euro.

Die Warenhauskette Kaufhof, nach der mehrere Investoren die Fühler ausgestreckt haben , verbuchte dagegen deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ertrag. Die Erlöse sanken im dritten Quartal auch wegen Umstellungen des Sortiments um 6,3 Prozent, der operative Verlust vor Sonderfaktoren lag in den ersten neun Monaten 2011 bei 40 (Minus 27) Millionen Euro.

Interesse an Kaufhof haben sowohl der Eigner des Konkurrenten Karstadt, der Milliardär Nicolas Berggruen , als auch der österreichische Immobilieninvestor Signa angemeldet. Metro hatte am Mittwoch bestätigt, von Berggruen ein Angebot für Kaufhof erhalten zu haben. Signa-Chef Rene Benko sagte der Nachrichtenagentur Reuters, auch er habe seinen Hut in den Ring geworfen.