Warenhauskette

Karstadt-Eigentümer Berggruen bietet für Kaufhof

Die mehr als 130 Kaufhof-Warenhäuser sollen verkauft werden. Offenbar gibt es mehrere Interessenten.

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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will den Konkurrenten Kaufhof mit 134 Warenhäusern übernehmen. Er legte dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro, zu dem Galeria Kaufhof gehört, ein entsprechendes Angebot vor, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Verhandlungskreisen. Ziel sei es, Karstadt und Kaufhof unter einem Dach zu vereinen. Damit würde die Vision einer „Deutschen Warenhaus AG“, über die seit Jahren spekuliert wird, einen Schritt näher rücken.

Ein Berggruen-Sprecher wollte sich zu einem möglichen Angebot für Kaufhof nicht äußern. Er sagte, Berggruen habe das Investment bei Karstadt immer als langfristig angesehen. „Wir glauben an das Geschäftsmodell Warenhaus.“ Berggruen hatte die insolvente Kette mit insgesamt 115 Häusern in Deutschland 2010 nach einer monatelangen Zitterpartie übernommen.

Der Aufsichtsrat der Metro wollte am Mittwoch in Düsseldorf zusammenkommen, am Donnerstag legt der scheidende Konzernchef Eckhard Cordes die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vor.

Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ ist auch die österreichische Immobilienfirma Signa an Kaufhof interessiert. Hinter dem Unternehmen stehe der griechische Reeder und Milliardär George Economou.

Kaufhof-Interessenten sollen als Mindestgebot eine Kaufsumme von 2,4 Milliarden Euro genannt haben, um Einblick in die Bücher der Metro-Tochter mit 134 Warenhäusern zu bekommen, schreibt die Zeitung.

Signa pflegt der Zeitung zufolge bereits enge Verbindungen zu dem Kaufhof-Wettbewerber Karstadt und besitzt in Deutschland Immobilien im Wert von einer Milliarde Euro. Economou bemühe sich seit drei Jahren, das krisenanfällige Geschäft mit der Seefracht durch branchenfremde Beteiligungen abzustützen.

Spekulationen auf den Verkauf der Warenhaus-Tochter Kaufhof haben Metro am Mittwoch Auftrieb gegeben. Die Aktien des Handelskonzerns gehörten mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 34,04 Euro zur Spitzengruppe. „Der ins Gespräch gebrachte Verkaufspreis von 2,4 Milliarden Euro wäre ein gutes Geschäft für Metro“, sagte ein Börsianer.