Höhere Tarife

Arbeitnehmer verdienen deutlich mehr als 2010

Die Monatsverdienste verzeichnen den stärksten Zuwachs seit gut einem Jahr. Vor allem wer in der Privatwirtschaft arbeitet, bekommt mehr Geld.

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Die tariflichen Monatsverdienste sind im Juli so stark gestiegen wie seit über einem Jahr nicht mehr. Sie übertrafen das Niveau des Vorjahresmonats um 1,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Einen stärkeren Anstieg gab es in der vierteljährlichen Erhebung zuletzt im April 2010 mit 1,9 Prozent. Allerdings entwickeln sich die Verdienste in den einzelnen Branchen höchst unterschiedlich.

Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft kamen auf ein Plus von 2,4 Prozent. Beschäftigte in den Bereichen Öffentliche Verwaltung, Erziehung, Unterricht, Gesundheitswesen und anderen "nicht marktbestimmten Dienstleistern" mussten sich mit 0,6 Prozent mehr Geld begnügen.

Auch innerhalb der Privatwirtschaft gibt es erhebliche Unterschiede. Über den größten Lohnzuwachs freuten sich die Mitarbeiter der Energieversorger und des Handels mit einem Plus von jeweils 3,0 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es 2,7 Prozent mehr. In den Branchen Verkehr und Lagerei sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen fiel der Zuwachs mit je 1,1 Prozent dagegen unterdurchschnittlich aus.

Auch 2012 Lohnerhöhung erwartet

Die Beschäftigten können 2012 trotz des erwarteten Abschwungs auf stärkere Lohnerhöhungen hoffen. Die tariflichen Stundenlöhne dürften um 2,5 Prozent zulegen und damit stärker als in diesem Jahr mit 1,8 Prozent, sagen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute voraus.

" Die Lohn- und Gehaltsrunde 2011 ist weitgehend abgeschlossen, mit vielen Vereinbarungen, die auch das Jahr 2012 betreffen", heißt es in ihrem Herbstgutachten. "Dabei zeigt sich, dass angesichts der günstigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich höhere Abschlüsse getätigt wurden als in den Vorjahren." Die Kaufkraft würde deshalb steigen, weil auch die Inflationsrate von 2,3 Prozent in diesem Jahr auf 1,8 Prozent sinken soll.