Ratingagenturen

Hoffnung auf Merkel und Sarkozy beruhigt die Märkte

Die Drohungen der Ratingagenturen haben die Märkte eher kalt gelassen. Anleger warten vorerst auf die neuesten Beschlüsse der EU-Regierungen.

Foto: picture alliance / landov / picture alliance / landov/landov

Die Finanzmärkte haben schon ganz anders auf Drohungen der Ratingagenturen reagiert. Nur 1,5 Prozent verlor die Aktie der Deutschen Bank an Wert, nachdem Fitch angekündigt hatte, mehrere Banken, darunter auch den hiesigen Branchenführer, kritisch unter die Lupe zu nehmen . Selbst die Herabstufung Spaniens durch Standard & Poor's brachte die Börse nicht zum Wackeln. Verglichen mit den Turbulenzen vergangener Wochen scheint die Euro-Krise die Anleger derzeit nicht zu beunruhigen.

Der Grund für diese fast schon unheimliche Ruhe liegt auf der Hand. Die Investoren warten auf die neuesten Beschlüsse der Euro-Regierungen zur Beilegung der Währungskrise. In Paris wird zwischen Deutschen und Franzosen gerade verhandelt. Athens Umschuldung, die Rekapitalisierung der Banken, die Erweiterung des Rettungsschirms und sogar die Fortentwicklung der Euro-Zone, alles steht auf der Agenda. Vom EU-Gipfel kommende Woche versprechen sich die Finanzmärkte die Rettung.

Sollte diese nicht kommen, wird sich zeigen, wie trügerisch die Ruhe war. Enttäuschte Erwartungen können sich die Regierungschefs in der für die Euro-Zone so brenzligen Lage nicht mehr leisten, wenn sie nicht das gesamte Vertrauen der Investoren verspielen wollen. Deren Geld brauchen sie schließlich noch immer zur Finanzierung ihrer Staatsausgaben. Weil sich diese Erkenntnis zumindest in Deutschland durchgesetzt hat, kann man aber in den Verhandlungen jetzt auf Fortschritte hoffen, die vor einem Jahr noch undenkbar schienen.