Finanzkrise

S&P senkt den Daumen über Großbank BNP Paribas

Die Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit von Europas fünftgrößter Bank herab. Begründet wird dies mit schwächeren wirtschaftlichen Aussichten.

Neuer Schlag für die französische Großbank BNP Paribas: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Instituts um eine Stufe von "AA" auf "AA-" gesenkt. "Wir sehen schwächere wirtschaftliche Aussichten für Europa", begründete die einflussreichste aller Ratingagenturen in Paris den Schritt. "Wir erwarten wegen dieses schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds geringere Gewinne und höhere Refinanzierungskosten."

Erst am Tag zuvor hatte die kleinere Ratingagentur Fitch vor einer Abstufung von BNP Paribas ihrerseits gewarnt. Auch bei Fitch besitzen die Franzosen nur noch eine gute Bonität von "AA-" statt einer früher mal sehr guten Bonität. Nach Bekanntwerden alleine dieser Warnung war der Aktienkurs am Freitag deutlich gesunken. Die S&P-Abstufung wurde erst nach Handelsschluss veröffentlicht.

Die Bewertung der anderen vier französischen Großbanken BPCE, Crédit Agricole, Crédit Mutuel und Société Générale blieb unverändert. Die BNP-Sprecherin Julia Boyce erklärte, die Bank bleibe trotz des Schrittes noch immer eine der am besten bewertetet Institute weltweit. Mehrere französische Banken waren in den vergangenen Wochen wegen eines starken Engagements in Griechenland zunehmend unter Druck geraten.

Je schlechter das sogenannte Rating, desto teurer wird es für Unternehmen, neue Kredite aufzunehmen. Denn die Investoren lassen sich die größere Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Geld nicht wiedersehen, mit höheren Zinsen bezahlen. Das übt zusätzlichen Druck auf die ohnehin angespannte Finanzlage in vielen Teilen der Euro-Zone aus.