Die Bahn hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Wartungsmängel zum Ausfall der Klimaanlagen in zahlreichen Fernzügen geführt hätten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass „weder ein Wartungsmangel noch ein systematischer technischer Fehler“ bei den Klimaanlagen der besonders betroffenen ICE-2-Züge vorliege, erklärte der für Personenverkehr zuständige Bahn-Vorstand Ulrich Homburg in Berlin. Die Wartung der Züge sei gemäß dem geltenden Regelwerk und der Empfehlungen der Hersteller durchgeführt worden. Dies hätte die Untersuchung der gemeinsamen Task Force von Bahn und Herstellern gezeigt.

Die Klimaanlagen hätten bislang gemäß ihrer zum Zeitpunkt der Produktion geltenden Auslegung „ohne Auffälligkeiten funktioniert“, betonte Homburg. Erst jetzt seien die Kühlsysteme bei Teilen der ICE-2-Flotte durch die extreme Hitze „an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen“. Die ICE-2-Flotte umfasst demnach 44 Fahrzeuge. Auf längere Sicht sollen die Klimaanlagen dieser Züge laut Bahn in die bereits beschlossene Generalüberholung einbezogen werden.

Die Klimaanlagen in den Fernzügen funktionieren offenbar nur bei Temperaturen bis 32 Grad Celsius völlig störungsfrei. Dies geht aus Aussagen der Bahn bei einer Anhörung am Montag hervor, wie ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) in Bonn sagte.

In den vergangenen Tagen waren in einigen Fernzügen die Klimaanlagen komplett ausgefallen, weshalb die Züge geräumt werden mussten. Zahlreiche Reisende mussten von Rettungskräften versorgt werden. In anderen Zügen fielen in einzelnen Waggons die Klimaanlagen aus. Politiker, Verbraucherschützer und Verkehrsexperten hatten für die Pannen und das daraus folgende Hitzechaos Wartungsmängel der Bahn verantwortlich gemacht.

AFP/woz