Nach dem Vorfall in einem ICE, in dem mehrere Schüler wegen einer ausgefallenen Klimaanlage zusammengebrochen waren, hat Bahn-Chef Rüdiger Grube sich persönlich bei der Schulleiterin entschuldigt.

Grube habe zweimal mit der Schulleiterin Margret Peters und einmal mit einer der begleitenden Lehrerinnen telefoniert, um sich über die Details aus erster Hand zu informieren, sagte Bahn-Konzernsprecher Oliver Schumacher.

„Herr Grube hat sich ausdrücklich entschuldigt und bedauert die Vorfälle sehr“, sagte der Sprecher. Er wollte sich auch noch persönlich bei den vier Schülerinnen melden, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Am Samstag waren mehrere Schüler des St. Bernhard-Gymnasiums im rheinländischen Willich in einem überhitzten ICE von Berlin Richtung Köln zusammengebrochen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war .

Sie waren auf dem Rückweg von einer Klassenfahrt nach Berlin. Dehydrierte Schüler lagen in den Gängen. 27 Schüler mussten medizinisch versorgt werden. Fahrgäste berichteten von Temperaturen von über 50 Grad.

Die Deutsche Bahn bedauerte die Hitzeprobleme in ihren Zügen und bot den Betroffenen eine Entschädigung an. „Leider haben einzelne Fahrgäste durch die bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, erklärte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir wollen diese Kunden für die erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen und bitten sie, sich bei uns zu melden.“

Die Bahn entschuldigte sich für die teilweise „erheblichen Unannehmlichkeiten“ für rund 1000 Fahrgäste durch den hitzebedingten Ausfall von drei ICE-Zügen am Samstag. Aufgrund „der extremen Außentemperaturen und des hohen Fahrgastaufkommens“ seien in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen, hieß es in der Pressemitteilung. Das Bordpersonal habe daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover beziehungsweise in Bielefeld gestoppt.

Trotz aller Entschuldigungen – für die Bahn könnten die kaputten Klimaanlagen ein juristisches Nachspiel haben. Die Bundespolizei überprüfe den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung durch das Zugpersonal, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion St. Augustin, die für den Bahnhof Bielefeld zuständig ist.

Nach Angaben von Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann mussten am Sonntag keine weiteren ICE wegen Überhitzung aus dem Verkehr gezogen werden. Die Ursachen seien noch unklar, die ausgefallenen Klimaanlagen würden repariert.

dpa/AFP/lk