Die Binnennachfrage in Deutschland hat im zurückliegenden dritten Quartal mehr zum Wirtschaftswachstum beigetragen als die Außenwirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stiegen die privaten Konsumausgaben zwischen Juli und Ende September im Vorquartalsvergleich um 0,4 Prozent, die Ausgaben des Staates erhöhten sich um 1,1 Prozent.
Die Investitionen in Ausrüstungen legten gegenüber dem zweiten Vierteljahr deutlich um 3,7 Prozent zu, wohingegen die Bauinvestitionen um 0,4 Prozent leicht zurückgingen. Das überrasche nach dem starken, von Nachholeffekten geprägten, zweiten Quartal aber nicht, hieß es. Die Statistiker bestätigten ihre Angaben vom 12. November, nach denen die deutsche Wirtschaft zwischen Juli und Ende September um 0,7 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten zugelegt hat.
Zwischen April und Ende Juni war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,3 Prozent gewachsen und damit so schnell wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Im ersten Quartal lag das Plus bei 0,6 Prozent. Auf Jahressicht wuchs die Wirtschaft im dritten Vierteljahr preisbereinigt um 3,9 Prozent, nach 4,1 Prozent im zweiten Quartal. Der Außenhandel lieferte einen Wachstumsbeitrag von 0,3 Prozentpunkten. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen zum Vorquartal um 2,3 Prozent und damit etwas stärker als die Importe mit plus 1,9 Prozent. Die Wirtschaftsleistung wurde im dritten Vierteljahr von 40,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht die wirtschaftliche Erholung Deutschlands auf einer breiten Basis. „Dem großen Aufschwung-Sommer folgt ein goldener Konjunktur-Herbst“, sagte der Minister. Neben der Außenwirtschaft gewinne die Binnennachfrage immer mehr an Gewicht, sagte Brüderle. „Es wird wieder investiert, die Beschäftigung nimmt dynamisch zu, die Einkommen steigen, und der private Konsum trägt zunehmend das Wachstum in Deutschland.“ Jetzt gelte es, alles dafür zu tun, damit sich diese Entwicklung weiter fortsetzen könne. Damit einhergehend ergäben sich auch Spielräume für Steuersenkungen, sagte Brüderle.
dapd/cat





