Justiz

Kirch klagt wegen Prozessbetrugs gegen Breuer

Neue Runde im Dauerstreit zwischen dem Medienunternehmer Leo Kirch und der Deutschen Bank. Der frühere Bankchef Rolf Breuer soll vor Gericht die Unwahrheit gesagt haben. Gegen ihn läuft nun ein Ermittlungsverfahren der Münchener Staatsanwaltschaft. Breuer weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Foto: ddp

Im Dauerstreit zwischen dem Medienunternehmer Leo Kirch und der Deutschen Bank ist der frühere Bankchef Rolf Breuer ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Es laufe ein Ermittlungsverfahren gegen Breuer wegen versuchten Betrugs, sagte eine Sprecherin der Münchner Behörde. Zu Hintergründen des Verfahrens wollte sie sich nicht äußern. Die Deutsche Bank bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Breuer erhoben habe.

Laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll Breuer in einem Schadenersatzprozess, den Kirch gegen die Deutsche Bank und Breuer führte, die Unwahrheit gesagt haben. Breuer habe vor Gericht behauptet, seine in einem Interview geäußerten Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs nährten sich ausschließlich aus Medienberichten.

Die Anklage bezweifle das, schreibt die Zeitung. Breuer habe in Wirklichkeit auch Interna zu Kirchs Kreditengagement gekannt. Mit seiner Aussage habe er nach Ansicht der Ankläger versucht, eine Verurteilung von sich und der Bank durch Zivilgerichte abzuwenden.

Breuer weist die Vorwürfe den Angaben zufolge zurück. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte: „Die von Herrn Kirch erhobenen und von der Staatsanwaltschaft aufgegriffenen Vorwürfe halten wir für unbegründet. Dies ist nur ein weiterer Versuch der Anwälte des Herrn Kirch, von dessen eigener Verantwortung für sein unternehmerisches Scheitern abzulenken.“