Die Deutsche Bank und der Medienunternehmer Leo Kirch finden in ihrem seit acht Jahren dauernden Streit nicht zueinander. Beide Seiten bestätigten, dass die vom Landgericht München im Herbst angeregten Gespräche über einen Vergleich gescheitert sind, und wiesen sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu.

Ein Sprecher des 83-jährigen ehemaligen Medienmoguls sagte, die Bank habe die Gespräche anders als Kirch nicht ergebnisoffen geführt. Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte hingegen: „Wir waren und sind immer noch bereit und daran interessiert, eine angemessene und faire Lösung für diese Angelegenheit zu finden. Aber die Erklärung der Kirch-Seite zeigt deutlich, dass dies dort niemals der Fall war.“

Kirch wirft der Bank vor, sie habe sein Medienimperium in den Untergang getrieben, und überzieht das Institut seit Jahren mit Klagen. Er hält den früheren Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer für die Insolvenz verantwortlich, weil er 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit des Unternehmens angezweifelt habe. Daraufhin hätten die Gläubigerbanken Kirch den Geldhahn zugedreht. Kirch fordert 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz. Die Bank hält dem entgegen, dass der Medienkonzern schon vorher dem Untergang geweiht gewesen sei.

Die Vergleichsverhandlungen waren Teil des Verfahrens, in dem es um die Frage geht, wie hoch der Schadenersatz ausfällt, den der Bundesgerichtshof (BGH) einem der Kirch-Unternehmen im Grundsatz nach zugestanden hat.

Ob und welche Schäden dem Konzern durch das Interview tatsächlich entstanden sind, hatten die BGH-Richter offengelassen. Kirch verlangt allein hier über eine Milliarde Euro. In parallelen Prozessen hatte Kirch immer wieder Niederlagen einstecken müssen.

reuters/kami