Zukunftsvision

EU will nur noch Elektroautos in den Städten

Wenn es nach der EU-Kommission geht, sollen in europäischen Innenstädten in einigen Jahren keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr fahren. Diesel soll zudem höher besteuert werden als Normalbenzin.

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Die Beimischung von Biosprit bietet nur einen Vorgeschmack auf die Veränderungen, die im Verkehrssektor anstehen. Das berichtet das "Handelsblatt". Der Zeitung liegt das neue "Weißbuch Verkehr" vor, und aus diesem geht hervor, dass die EU-Kommission auf E-Autos in Innenstädten setzt. Bis 2030 soll der Anteil konventionell betriebener Fahrzeuge in den Innenstädten bis 2030 halbiert werden soll. Spätestens 2050 soll dem "Handelsblatt" zufolge es in den europäischen Städten überhaupt keine Autos und leichten Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr geben.

Die Weißbücher leifern eine Basis, auf der diskutiert und später Richtlinien in der EU erlassen werden können. Das letzte Weißbuch enthielt Vorschläge für die Jahre bis 2010.

Die Bundesregierung hatte ihrerseits bereits gemeinsam mit den Autoherstellern und Zulieferern den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ verabschiedet. Bis 2020 sollen demnach eine Millionen Elektroautos in Deutschland fahren. Zum 1. Januar 2011 42,3 Millionen Kraftfahrzeuge und Anhänger in Deutschland zugelassen, in Berlin im Jahr 2010 1,3 Millionen.

Für Berlin bietet die Elektromobilität große wirtschaftliche Chancen. Es könnte der Stadt, die derzeit nur eine Nebenrolle als Autoindustrie-Standort spielt, einen Schub geben. McKinsey rechnet damit, dass in zehn Jahren in Entwicklung und Produktion der benötigten Elektroauto-Komponenten 250.000 Arbeitsplätzen entstehen werden. Berlin will von dieser neuen Branche profitieren, der Regierende Brügermeister Klaus Wowereit (SPD) preist die Stadt als idealen Test-Markt für Elektroautos an. Die gefahrenen Strecken seien kurz genug für die noch begrenzte Reichweite der Batterien, sagte er anlässlich eines "E-Mobility"-Gipfels im Kanleramt im April 2010. Die Stadt verfüge bereits über 550 Ladestationen und viele Menschen, die sich für saubere Technik begeistern und früh ein Elektroauto kaufen würden. Viele Wissenschaftler arbeiteten an besseren Batterien und Antrieben. Unternehmen wie Daimler und Continental seien schon aktiv geworden.

Neben mehr E-Autos würde die EU-Komission die Mineralölsteuern vereinheitlichen, berichtet das "Handelsblatt". Die Steuersystematik solle so umgestellt werden, dass sich die Höhe der Steuer zumindest zur Hälfte danach bemesse, wieviel Kohlendioxid durch einen Kraftstoff erzeugt werde. Demnach müsse Diesel künftig höher besteuert werden als Normalbenzin, hieß es.

Die EU-Kommission will ihr Weißbuch kommende Woche vorstellen.