Eurokrise

Merkel hält längere Griechenland-Hilfen für möglich

Die EU-Hilfskredite für Griechenland könnten verlängert werden, gab Kanzlerin Merkel nach ihrem Treffen mit Premier Papandreou bekannt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hält es für möglich, dass die EU-Hilfskredite für Griechenland verlängert werden. Nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in Berlin betonte sie aber, dass dies nur im Rahmen des Gesamtpakets zur Stabilisierung der Eurozone vereinbart werden könnte.

Dieses will die Europäische Union (EU) bis Ende März 2011 beschließen. Dazu gehöre auch der von Deutschland und Frankreich vorgeschlagene Wettbewerbspakt und die Aufgabe, den vorläufigen Euro-Rettungsfonds EFSF „handlungsfähig“ zu machen, sagte Merkel.

Zugleich lobte sie den Reformkurs Griechenlands. Es würden alle Vorgaben von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU umgesetzt, denen sich die Regierung in Athen als Bedingung für ein milliardenschweres Hilfspaket unterworfen habe.

„Und ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass Griechenland diesen Weg auch fortsetzen wird“, sagte die Kanzlerin. Es gehe nun nicht darum, dass Griechenland zusätzliche Sparanstrengungen unternehme, sondern dass das Land die Vorgaben von IWF und EU weiter umsetze.

Griechenland wird "dem deutschen Steuerzahler nicht zur Last fallen"

Papandreou selbst unterstrich, dass Griechenland alle seine Schulden zurückzahlen wolle und eine Restrukturierung ablehne. Der Reformkurs ziele gerade darauf ab, einen Schuldenschnitt zu vermeiden. „Das Land wird dem deutschen Steuerzahler nicht zur Last fallen“, betonte Papandreou. „Wir werden die Hilfen mit Zinsen zurückzahlen.“

Er begrüßte den von Deutschland und Frankreich angeregten Wettbewerbspakt. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft sei ein Problem des Landes.

Seine Regierung habe die meisten darin enthaltenen Vorschläge aber bereits umgesetzt oder gehe sie an, so Papandreou.