Die Allianz hat im ersten Quartal überraschend gut verdient. Unter dem Strich sei dank Zuwächsen in der Lebens- und Krankenversicherung sowie der Vermögensverwaltung ein Gewinn von 1,58 Milliarden Euro geblieben nach nur 29 Millionen im Jahr zuvor, teilte Europas größter Versicherer in München mit. Analysten hatten im Schnitt nur mit gut 1,1 Milliarden Euro gerechnet.
Positiv wirkte sich zu Jahresbeginn die Erholung an den Börsen aus: Die Abschreibungen auf Wertpapiere sanken um 700 Millionen Euro auf 52 Millionen. Der Großteil davon entfiel auf Rentenpapiere, nicht mehr auf Aktien. Zudem brachte der Verkauf von Aktien der chinesischen Bank ICBC in den ersten drei Monaten rund 500 Millionen Euro und damit mehr als erwartet ein. Im April stieß die Allianz weitere Anteilsscheine mit einem Gewinn von 100 Millionen Euro ab.
Operativ stieg das Konzernergebnis um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Anders als sonst üblich steuerte die Lebens- und Krankenversicherung mit 812 Millionen Euro den größten Teil zu. Die Vermögensverwaltung kam auf 466 Millionen Euro. Beide Werte lagen um mehr als das Doppelte über dem Vorjahr.
Erste Eckwerte hatte die Allianz in der vergangenen Woche zur Hauptversammlung vorgelegt und dabei auch den Ausblick für dieses Jahr bekräftigt. Das Unternehmen peilt ein operatives Ergebnis von 7,2 Milliarden Euro plus/minus 500 Millionen Euro an.
Eher schwach lief es dagegen in der Kernsparte Schaden/Unfallversicherung. Hier fiel der operative Gewinn um mehr als ein Viertel auf 712 Millionen Euro. Die Schaden/Kosten-Quote lag bei 100,4 (Vorjahr 98,7) Prozent – der schlechteste Wert seit 2002. Bis zu 100 Prozent sind die Zahlungen für Schäden und Verwaltungskosten durch Prämieneinnahmen gedeckt, darüber ist das reine Versicherungsgeschäft nicht mehr profitabel.
Wie die ganze Branche kämpfte die Allianz im ersten Quartal mit hohen Lasten durch Naturkatastrophen wie den Wintersturm „Xynthia“ und das Erdbeben in Chile. Diese summierten sich auf 555 Millionen Euro – mehr als doppelt soviel wie in normalen Quartalen. Eigentlich wollte der Vorstand dieses Jahr im Schaden/Unfall-Segment rentabler arbeiten, was nach dem Jahresstart immer schwieriger wird.
Der Vulkanausbruch auf Island und der Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April vor der US-Küste hätten zumindest keine signifikanten Auswirkungen auf die Allianz, hieß es.
Reuters/woz


