Wirtschaftsstandort

Bosch Siemens investiert Millionen in Berlin

In Berlin soll die Waschmaschine der Zukunft entwickelt werden. Dafür investiert die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH rund 50 Millionen Euro in eine neues Technologiezentrum am Rohrdamm.

Foto: Siemens

Es ist eine Investition beträchtlichen Umfangs und ein Gewinn für Berlin als Wirtschaftsstandort: Insgesamt rund 50 Millionen Euro investiert die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in ihr neues Technologiezentrum im Siemens Technopark Berlin am Rohrdamm in Siemensstadt. Hier soll die Waschmaschine der Zukunft entstehen, schonend für Geldbeutel und Umwelt. Das neue Gebäude, dessen Grundstein BSH-Chef Winfried Seitz legte, soll ebenfalls Maßstäbe in Sachen Umweltschutz und Energieeffizienz setzen. BSH gehört zu gleichen Teilen Siemens und dem Autozulieferer Bosch.

Die rund 550 Mitarbeiter, die bisher am wenige Kilometer entfernten Fertigungsstandort Berlin-Gartenfeld forschten und entwickelten, sollen im zweiten Halbjahr 2011 umziehen in das neue Gebäude, das ideal auf die Erfordernisse von Planung und Entwicklung neuer Geräte ausgelegt sein soll. So sind auf der Nutzfläche von insgesamt rund 32.000 Quadratmetern die Büro- und Laborbereiche direkt miteinander verbunden, was kurze Wege bedeutet. In den Laboren sollen rund 1000 Waschmaschinen und Wäschetrockner teilweise rund um die Uhr getestet werden, betrieben mit Öko-Strom.

Die von den Geräten erzeugte Wärme in Abwasser und Abluft wird genutzt, um im Winter das Gebäude zu beheizen. Im Sommer soll ein Abluftsystem mit Kühltürmen die Testräume kühlen. Diese Techniken für Heizung und Kühlung sollen jährlich fast 300.000 Euro Betriebs- und Entwicklungskosten und 1500 Tonnen Kohlendioxid sparen.

BSH-Geschäftsführer Seitz spricht vom „erfolgreichen Wandel vom historischen Fertigungsstandort zum zukunftsorientierten Entwicklungsstandort“, den das Unternehmen vollziehe. Die Waschmaschinenproduktion, die seit 1953 in Berlin ansässig war, soll zum 30..Juni 2012 eingestellt werden. Die Modellserien, die in Gartenfeld bislang hergestellt werden, laufen aus.

In Berlin werden dann für die Produktion von Waschmaschinen und Wäschetrocknern im neuen Technologiezentrum nur noch Entwicklung, Forschung, Qualitätsmanagement und Warenwirtschaftsplanung ansässig sein. Die in der Hauptstadt entwickelten Geräte werden unter anderen in Russland, den USA und China für die dortigen Märkte gebaut. Waschmaschinen für den deutschen Markt werden weiterhin in Nauen nordwestlich von Berlin hergestellt.

„In Berlin wird gedacht und entwickelt, gebaut wird dann an den jeweiligen Standorten“, sagte Eva Delabre, Sprecherin von BSH. „Wir gehen davon aus, dass die Entwicklungstätigkeit am neuen Standort weiter ausgebaut wird.“ Im Zuge dessen plant die BSH eine Kooperation mit den Berliner Hochschulen und Universitäten, bei der gemeinsam mit Fachstudenten innovative Konzepte entwickelt werden sollen. „Davon versprechen wir uns auch den Zugang zu Nachwuchskräften“, sagte Delabre. Das neue Gebäude sei bewusst ausgelegt auf bis zu 750 Arbeitsplätze.

Vom neuen Technologiezentrum verspreche sich die BSH aber vor allem ein Umfeld, das die Kreativität anregen soll. „Hier haben wir kurze Wege auf dem Gelände, das direkt an der Spree liegt, soziale Einrichtungen und Restaurants in der Nähe“, sagte Delabre.