Fluglinien

Air Berlin fliegt nach Dubai - Emirates profitiert

Air Berlin fliegt künftig von Tegel aus nach Dubai. Um die Verbindung hatten zuvor Lufthansa und die Fluglinie Emirates mit einander konkurriert. Indirekt haben die Araber jetzt doch die Nase vorn, denn Air Berlin fungiert nun offenbar als Zubringer für das Asiendrehkreuz. Passagiere mit dem Ziel Indien, China oder Südostasien steigen dort um - auf Emirates.

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Berlin bekommt eine neue Langstreckenverbindung. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin wird nach Informationen von Morgenpost Online voraussichtlich mehrmals wöchentlich die deutsche Hauptstadt von Tegel aus mit dem arabischen Emirat Dubai verbinden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Flughafendirektor Rainer Schwarz und Air Berlin-Chef Joachim Hunold haben am Donnerstag extra zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Air Berlin bietet mit der neuen Verbindung eine Langstrecke an, die Berlins Wirtschaft seit Jahren fordert. Denn über die Verbindung zum internationalen Drehkreuz Dubai werden auch im Hinblick auf den neuen Hauptstadtflughafen BBI die Märkte im arabischen Raum und Asien besser erschlossen. Ob Air Berlin mit der arabischen Airline Emirates ein Abkommen über Anschlussverbindungen von Dubai Richtung Fernost abgeschlossen hat, wollte am Mittwoch noch niemand beantworten. Bei Air Berlin und auch der Flughafengesellschaft verwies man nur auf die Pressekonferenz.

Im Bundesverkehrsministerium hieß es, dass einer Verbindung einer deutschen Airline nach Dubai nichts im Wege stehe. Im Rahmen des bilateralen Luftverkehrsabkommens zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland gebe es für deutsche Airlines noch ausreichend nicht genutzte Verkehrsrechte für Dubai.

Im umgekehrten Fall sind sie dagegen ausgereizt. Daran scheiterte bisher auch eine Berlin-Dubai-Verbindung der stark expandierenden Fluggesellschaft Emirates. Seit Jahren will die Airline von Berlin zu ihrem Drehkreuz nach Dubai fliegen. Das Bundesverkehrsministerium verweigerte aber mit Verweis auf das bereits bestehende „äußerst liberale bilaterale Luftverkehrsabkommen“ ein weiteres Verkehrsrecht. Emirates verfügt bereits über vier Rechte und fliegt in Deutschland Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an.

Mehr will die Bundesregierung mit Rücksicht auf die deutschen Airlines wie Lufthansa nicht genehmigen. Befürchtet wird, dass die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Drehkreuz in Dubai traditionelle Direktflüge zwischen Deutschland, Fernost und Afrika über die Golfregion umlenken werden. Damit würden Passagiere aus Deutschland und Europa, die bisher die Lufthansa-Drehscheiben Frankfurt und München nutzten abgezogen. Die Lufthansa wehrte sich bisher vehement gegen eine Ausweitung der Verkehrsrechte für Emirates. Eine eigene Langstrecke aber will die Kranich-Linie in Berlin nicht einrichten. Zu niedrig sei das Passagieraufkommen, hieß es erst kürzlich wieder von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Dass nun Air Berlin die Lücke füllt, dürfte die Berliner Wirtschaft umso mehr freuen.

Mit der neuen Verbindung hätte Berlin mit den bestehenden Strecken nach Kuba, in die Dominikanische Republik und Mongolei, zweimal nach New York, nach Doha, Bangkok, Phuket und Peking insgesamt zehn Langstreckenflüge.

Air Berlin bedient bisher Bangkok und Phuket. Bereits im März hatte die Fluggesellschaft angekündigt, ihr Engagement in Berlin zu verstärken. Mit Blick auf den BBI baut sie ihre Heimatbasis in Tegel zunehmend zum Drehkreuz aus. So werden mit dem neuen Sommerflugplan 65 Ziele angeflogen und 650 Verbindungen wöchentlich angeboten. Damit, so heißt es, könnten 6000 Umsteigeverbindungen und damit doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren realisiert werden. Außerdem wird Air Berlin im Westen des neuen BBI einen 12.000 Quadratmeter großen Wartungshangar bauen. Die Kosten liegen im zweistelligen Millionenbereich.