Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will nach dem Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld das eigene Langstreckengeschäft ausbauen. „Es liegt ja auf der Hand: Man geht nicht in eine Oneworld-Allianz, um dann im Europageschäft zu bleiben“, sagte Vorstandschef Joachim Hunold. Zudem solle die Business Class neu gestaltet werden. Genaues sei noch nicht entschieden. „Wir sind erst am Anfang der Verhandlungen.“ Auf Kurz- und Mittelstrecken solle es aber auch weiterhin nur eine Buchungsklasse geben.
Air Berlin hatte Ende Juli den geplanten Eintritt in das Oneworld-Bündnis bekannt gegeben. Angestrebt wird die Vollmitgliedschaft für Anfang 2012. Damit wird die Fluggesellschaft Partner von Unternehmen wie British Airways und American Airlines. Oneworld konkurriert mit dem Bündnis Skyteam um Air France-KLM und der Star Alliance um die Lufthansa.
Hunold zufolge müssen Fluglinien für ihren Erfolg künftig vor allem flexibel sein. „Die Krise hat gezeigt: Heute ist nicht der Fünfjahresplan das Entscheidende - der gehört natürlich dazu - sondern die Frage: Mit welcher Geschwindigkeit kann ich mich auf Veränderungen einstellen?“ Air Berlin habe sich nie wie Billigflieger auf bestimmte Kundenkreise konzentriert. „Dort ist das Wachstumspotenzial beschränkt.“ Daher gebe es außer Ryanair und Wizzair keine Billigfluggesellschaften mehr, die rein auf das Low-Cost-Prinzip setzten.
Air Berlin, die einst als Charterfluggesellschaft begann, soll ihre Herkunft auch künftig nicht verleugnen. Neben dem Linienverkehr in Deutschland und Europa sowie den Langstrecken-Verbindungen werde das Geschäft mit Reiseveranstaltern „immer ein wesentlicher Teil des Geschäfts“ bleiben, sagte Hunold.
Mit dem Eintritt in die Oneworld-Allianz spricht der Manager allerdings vor allem Firmenkunden an. Die Wirtschaftskrise habe Air Berlin neue Geschäftskunden zugetrieben. Denn unter Sparzwängen hätten viele Unternehmen günstigere Flugangebote gesucht. Die Zahl der Firmenverträge stieg im zweiten Quartal um 72 auf 1348.
Für das Gesamtjahr zeigte sich der Hunold zuversichtlich, dass Air Berlin trotz Belastungen durch den harten Winter und Flugausfälle wegen der Aschewolke aus Island operativ schwarze Zahlen schreibt. Dabei soll das Vorjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 28,5 Millionen Euro übertroffen werden.
dpa/mim





