Tegel

Lufthansa steuert Berlin mit einer Boeing 747 an

In Berlin-Tegel wird schon bald regelmäßig ein Jumbo-Jet der Lufthansa starten und landen. Ungewöhnlich daran ist, dass das Langstrecken-Flugzeug für eine Kurzstrecke eingesetzt wird.

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Die Besucher der Aussichtsterrasse am Hamburger Flughafen rieben sich verwundert die Augen. Auf dem Vorfeld parkte völlig untypisch ein Jumbo-Jet der Deutschen Lufthansa, aus dem auch noch Passagiere ausstiegen und der kurz darauf neue Fluggäste aufnahm. Der Vorgang wird schon bald kein Erstauen mehr auslösen: In den kommenden Wochen wird eine große Boeing B747-400 zwischen Hamburg und Frankfurt/Main sowie zwischen Berlin-Tegel und Frankfurt/Main pendeln.

Abgerundet wird das innerdeutsche Flugprogramm des Großfliegers mit drei Verbindungen zwischen Frankfurt/Main und München. „Das ist auch für uns etwas ganz Besonderes“, sagt Lufthansa-Verkehrsleiter Claus Peter Lange. Bislang hat die Lufthansa noch nie zuvor über mehrere Wochen den Langstreckenjet für derart kurze Städteverbindungen eingesetzt.

Grund für den Jumbo-Einsatz ist das laut Lufthansa derzeit sehr hohe Passagieraufkommen auf den klassischen Lufthansa-Rennstrecken zwischen ihrem zentralen Drehkreuz Rhein/Main und den Metropolen Hamburg und Berlin. Und der Jumbo ist verfügbar. „Weil wir auf der Fernroute zwischen Frankfurt und Tokio seit Kurzem unser neues Flaggschiff, den Airbus A380, einsetzen, wurde eine der bisher auf dieser Verbindung genutzten B747-400 frei“, sagt Unternehmenssprecher Peter Schneckenleitner.

In der Luftfahrtbranche ist man allerdings wenig überrascht. Denn der designierte Lufthansa-Chef Christoph Franz hat schon vor vielen Monaten die Parole ausgegeben, dass sich die Fluggesellschaft auf ihren innerdeutschen Strecken keine weiteren Marktanteile von aggressiven Konkurrenten wie Air Berlin abnehmen lassen darf. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold kündigte bereits an, dass seine Gesellschaft künftig auch die Strecke Hamburg–Frankfurt/Main bedienen will.

Offiziell heißt es bei der Lufthansa, auf innerdeutschen Kernstrecken sei es angesichts des wieder anziehenden Geschäftsreisemarktes immer wieder zu Engpässen gekommen ist. Das liegt aber wohl auch daran, dass die Lufthansa immer wieder Preise verlangt, die vielfach unter denen von Air Berlin liegen, was Kunden anzieht. Normalerweise nutzt die Lufthansa zwischen Hamburg, Berlin, München und Frankfurt einen Airbus A321 ein, der über 180 Plätze verfügt.