Industrie

Siemens verlegt Verkehrssparte nach Berlin

Berlin wird immer stärker zum Zentrum für Bahntechnik. Nun will Siemens seine Verkehrssparte Mobility Division von der Hauptstadt aus lenken. Nach Informationen von Morgenpost Online zieht der Konzernbereich schon im Mai um. Siemens wichtigtster Konkurrent und der wichtigste Kunde sind schon da.

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Der Technologiekonzern Siemens kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Nach Informationen von Morgenpost Online so soll die Verkehrssparte Mobility künftig aus der Hauptstadt gelenkt werden. Bereits im Mai dieses Jahres werden zusätzlich zu den bereits bestehenden Standorten Büros in Berlin-Siemensstadt eröffnet.

Die Mobility-Division ist unter anderem für den Hochgeschwindigkeitszug ICE zuständig. Die Sparte erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro bei einem Konzernumsatz von 76,7 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt Mobility knapp über 10.000 Mitarbeiter, davon über 2000 in Erlangen und rund 2600 in Braunschweig.

Die Details des Umzuges werden derzeit unter Einbindung der Arbeitnehmervertretungen erarbeitet. Erlangen, bislang Sitz der Sparte, und Braunschweig bleiben als wichtige Standorte für die Division Mobility erhalten, hieß es bei Siemens.

Ziel des Siemens-Umzuges sei es, „näher an die Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft und damit auch an seine Kunden zu rücken“, heißt es bei Siemens. In Berlin hat unter anderem die Deutsche Bahn AG, einer der wichtigsten Siemens-Kunden, ihren Sitz. Der Anfang der Verkehrssparte in Berlin wird zunächst bescheiden ausfallen: Aus Erlangen sollen 50 Mitarbeiter und aus Braunschweig etwa 30 Mitarbeiter in die Hauptstadt wechseln.

Berlin entwickelt sich zum Drehkreuz für Bahntechnik

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren für die Schienenverkehrsindustrie zu einem europäischen Drehkreuz entwickelt - und ist schon heute Sitz vieler Branchenkunden, sowie des internationalen Wettbewerbs, der Politik und der Medien.

Der Bombardier-Konzern, schärfster Konkurrent von Siemens, steuert seine weltweite Bahn-Sparte bereits seit einigen Jahren aus Berlin. Der kanadische Bahn- und Flugzeugbauer hatte 2005 angekündigt, seine Zentrale für die weltweit operierende Schienensparte in die „Königliche Direktion“ nahe dem Potsdamer Platz zu verlegen.

Zuvor waren die Büros am Saatwinkler Damm untergebracht. „Der Umzug in ein World Headquarters in dieser sympathischen Metropole", so damals André Navarri, President, Bombardier Transportation, „ist für uns ein klares Bekenntnis zum Standort Berlin."

Der deutsche Ableger des Schweizerischen Bahnbauers Stadler hat ebenfalls seinen Sitz in Berlin. Schließlich sitzen auch die wichtigsten Kunden der Bahnindustrie in der Hauptstadt: Dabei ist die Deutsche Bahn, der mit Abstand wichtigste Auftraggeber für die Branche in Europa. Darüber hinaus haben auch die Privatbahnen Keolis, eine Tochter des französischen Staatskonzerns SNCF und die Deutschland-Tochter des Veolia-Konzerns ihre Firmensitze rund um den Bahnhof Friedrichstraße.