Die Vergangenheit zeige nämlich, dass Anleger die größten Verluste erlitten, wenn sie ihre Fonds nur kurzfristig hielten oder bei einer Talfahrt ausstiegen.
Nach wie vor gilt: Fonds sind eine langfristige Anlage. Das gilt auch in Krisenzeiten. „Aussitzen ist daher momentan die beste Empfehlung“, sagt Baur. Das bestätigt auch Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden Württemberg: Wer gute Nerven habe, sollte seine Fonds behalten. Das gelte insbesondere für die Anleger, die fürs Alter vorsorgten und langfristig investierten. „Ein Fonds, der über viele Jahre gute Renditen gebracht hat, ist weiterhin empfehlenswert“. Zudem reduziere häufiges Umschichten des Depots die Rendite. Einen Verkauf sollten nur diejenigen erwägen, die Finanzbranchenfonds halten oder Papiere, deren Anlagekonzept nicht überzeugend ist. „Die besten Chancen auf eine langfristige Erholung haben nur gut gemanagte Fonds“, sagt Finanztest-Expertin Baur.
All dies gilt auch für diejenigen, die in einen Fondssparplan einzahlen. Fondssparer erwerben ihre Anteile zudem derzeit besonders günstig. Wer vor der Auflösung des Sparplans steht, der sollte laut Baur mit dem Verkauf der Anteile warten, da sonst Verluste drohen. Laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) erzielten Aktienfonds Deutschland in den vergangenen 30 Jahren ein jährliches Plus von 8,5 Prozent, weltweite Aktienfonds 6,9 Prozent und Euro-Rentenfonds 5,4 Prozent (Stand 30. Juni 2008).
Fonds mit geringem Risiko wählen
Gleichzeitig kann es sich lohnen, jetzt bei niedrigen Kursen zu investieren. Das gilt besonders auch in Hinblick auf die ab 2009 in Kraft tretende Abgeltungssteuer. Wer noch bis zum 31. Dezember 2008 Wertpapiere kauft, bekommt die Gewinne daraus nach einer mindestens einjährigen Haltedauer steuerfrei. Wer ab 2009 kauft, der müsse die 25-prozentige Abgeltungssteuer auf Kursgewinne und Dividenden zahlen.
Um das Anlagerisiko bei Fonds zu begrenzen, empfehlen die „Finanztest“-Experten vor allem weltweit anlegende Aktienfonds. Eine gute Empfehlung sind laut Nauhauser auch Indexfonds, da hier der Ausgabeaufschlag entfällt und die laufenden Kosten gering sind. Übrigens sind Fonds abgesehen von möglichen Wertschwankungen im Fall einer Bankenpleite nicht gefährdet, da sie sogenanntes Sondervermögen sind. Gläubiger haben im Konkursfall darauf keinen Zugriff.
AP/lw



