Nach dem Aufatmen zu Wochenbeginn zeigen die Aktienmärkte wieder einen negativen Trend. Der Deutsche Aktienindex Dax verlor in den ersten Handelsstunden am Mittwoch zweitweise fast 3 Prozent und rutschte unter 5100 Punkte. Noch deutlichere Einbußen erlitten MDax und TecDax. Auch andere europäische Börsen wiesen Verluste aus.

Die Titel von Infineon stemmten sich gegen den Trend und gewannen nach positiv aufgenommenen Quartalszahlen von Intel. Laut Händlern fiel der Gewinn des weltgrößten Chipherstellers etwas besser als erwartet aus. Autowerte kamen unterdessen nach einem Absatzrückgang unter Druck. BMW-Aktien verloren deutlich.

Der Schweizer Blue-Chips-Index SMI stand nach zwei Handelsstunden 2,6 Prozent tiefer als am Vorabend. Zurückgestuft wurden einmal mehr die Finanzwerte. Der CAC40 in Paris gab um 2,86 Prozent nach und der FTSE100 in London lag 3,4 Prozent unter dem Vorabendwert. Zuvor hatte die Börse in New York mit leichten Verlusten geschlossen. Von den Märkten in Asien kamen gemischte Signale.

Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte fiel nach einem vergleichsweise ruhigen Handelstag um 76,62 Punkte oder 0,82 Prozent auf 9310,99. Die Technologiebörse Nasdaq gab ebenfalls nach um 65,24 Zähler oder 3,54 Prozent auf 1779,01.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong schloss fast 5 Prozent schwächer, nachdem er in den beiden Handelstagen zuvor insgesamt mehr als 13 Prozent gewonnen hatte. Der Nikkei in Tokio legte gegen den Trend um 1,1 Prozent auf 9.547,47 Zähler zu, nachdem er tags zuvor schon ein Rekordplus von 14 Prozent erzielt hatte. Die Börse in Moskau verlor über 4 Prozent.

"Wir hatten am Montag und Dienstag eine große Kurserholung, da musste es zu einigen Gewinnmitnahmen kommen, sagte Dariusz Kowalczyk, Chef-Investmentstratege bei CFC Seymour in Hongkong. Zudem hätten die Investoren inzwischen erkannt, dass der Aufschwung zu Wochenbeginn die Gewinnaussichten überbewertet habe. Der Verwaltungschef von Hongkong, Donald Tsang, nannte unterdessen die gegenwärtige Finanzmarktkrise schlimmer als die Asienkrise von 1997. Sie werde weit größere Schäden in der Weltwirtschaft anrichten. Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 13. September hat der Nikkei 22 Prozent verloren, der Hang Seng 17 Prozent.

Unterdessen kam auch der Ölpreis wieder ins Rutschen. Im asiatischen Handel fiel der Preis zeitweise auf knapp unter 78 Dollar pro Barrel.

AP/dpa/Reuters/ras