Die Schaeffler-Gruppe hat sich nach Medienberichten mittels Optionen bereits einen Anteil von etwa 30 Prozent an Continental gesichert. Eine Gruppe internationaler Banken habe Aktien des Autozulieferers gekauft und Schaeffler mit Optionen ausgestattet, berichteten das „Handelsblatt“, die „Financial Times Deutschland“ und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.
Laut Vorabmeldung des „Handelsblatts“ hält der fränkische Wälzlagerhersteller auf diese Weise bereits 36 Prozent an Conti, die „FTD“ und die „Hannoversche Allgemeine“ nannten einen Anteil von 30 Prozent. Mit der Zwischenschaltung der Banken sei es Schaeffler gelungen, die Meldepflichten für derartige Börsengeschäfte zu unterlaufen, hieß es.
In Niedersachsen formiert sich der Widerstand gegen die Übernahme. Ministerpräsident Christian Wulff sagte der „HAZ“ laut Vorabmeldung: „Wir betrachten die Entwicklung sorgenvoll.“ IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine sagte der Zeitung: „Wir werden mit allen Mitteln verhindern, dass ein völlig intransparentes Unternehmen möglicherweise Continental übernimmt und zerschlägt.“
Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE) äußerte sich besorgt. Die Schaeffler-Gruppe sei „nicht an Nutzfahrzeugreifen und Autoreifen interessiert“, sagte IG-BCE-Vorstand Werner Bischoff der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. „Wenn, dann ist Schaeffler an Automotive Systems interessiert. Also würde sich sehr schnell die Frage nach der Reifensparte stellen“, sagte Bischoff, der bei Continental stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist.
Conti hatte am Montag bestätigt, dass es Ende vergangener Woche ein erstes Gespräch mit dem Familienunternehmen gegeben habe. In einer Mitteilung für die Börse hieß es, sobald die Schaeffler-Gruppe ihre Überlegungen „substantiiert“ habe, werde der Conti-Vorstand diese prüfen und über die Ergebnisse informieren. Laut „FTD“ wollen sich die Manager der beiden Unternehmen in Kürze zu einem weiteren Gespräch treffen.
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