Die Unternehmensgruppe Schaeffler unterbreitet dem Autozulieferer Continental ein offizielles Angebot zur Übernahme. Dies teilte Schaeffler mit. Pro Aktie bietet die Schaeffler-Gruppe laut einer Börsenmitteilung 69,37 Euro. Die Aktie notierte zuletzt bei 74,23 Euro. Das Angebot gelte unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Schaeffler hält derzeit 2,97 Prozent Aktien an der Continental Aktiengesellschaft, die zu den größten Autozulieferern der Welt gehört.

Doch Conti will sich gegen den Übernahme-Plan wehren: Nach Informationen von Morgenpost Online hat Konzernchef Manfred Wennemer die Börsenaufsicht (Bafin) eingeschaltet. Er erhebt in einem Brief massive Vorwürfe gegen die fränkische Schaeffler-Gruppe.

Das Familienunternehmen und die beratenden Banken hätten durch das heimliche Aufkaufen von Conti-Aktien Kursmanipulation betrieben und die Anteilseigner getäuscht. Zudem habe Schaeffler gegen weitere Gesetze verstoßen. Eine Sprecherin der Bafin bestätigte den Eingang des Briefs. Die Behörde prüft nun das weitere Vorgehen.


Die Schaeffer-Gruppe hatte zuvor ihr Interesse an einem Einstieg beim Hannoveraner Dax-Konzern bestätigt. Über mehrere Banken habe das Unternehmen aus Herzogenaurach insgesamt 36 Prozent der Aktien aufkaufen lassen, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Schon der Kauf von drei Prozent der Conti-Aktien wäre eigentlich meldepflichtig gewesen. Laut Conti-Brief hat sich Schaeffler bereits weitere 4,99 Prozent durch Optionen gesichert. Weitere 28 Prozent seien derzeit noch bei Banken geparkt. Die Börse bewertet Conti derzeit mit gut elf Milliarden Euro.

Schaeffler hatte nach Informationen von WELT ONLINE ursprünglich eine schleichende Mehrheitsübernahme des deutlich größeren Dax-Konzerns geplant. Ziel war es demnach, in mehreren Schritten zuerst die Mehrheit auf der Hauptversammlung zu erreichen.


Die Übernahme wird für Schaeffler ein kostspieliges Vorhaben. Neben einem fairen Firmenwert von 23 Milliarden Euro kommen noch rund elf Milliarden Euro an Schulden hinzu. Daher wurde auch schon spekuliert, dass Schaeffler für die Finanzierung der Übernahme das Reifengeschäft von Conti verkaufen wird. Analysten bewerten das Ursprungsgeschäft von Conti mit sechs bis sieben Milliarden Euro.


Allerdings hat der erste potenzielle Käufer bereits abgewinkt. Der italienische Autozulieferer Pirelli habe kein Interesse an der Übernahme der Reifensparte, heißt es aus der Branche. Pirelli bräuchte kein weiteres Standbein in Europa, sondern vor allem eins in der Wachstumsregion Asien, heißt es weiter. Die Conti-Sparte passe daher nicht in die Strategie.

Auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats wollte Continental weitere Maßnahmen beschließen. Rückendeckung erhielt der Konzernchef Wennemer bereits von britischen Investoren, die über größere Aktienpakete verfügen. Sie drängen den Continental-Vorstand zu weiteren Maßnahmen gegen die drohende Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe.

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