Internetdienst

Google Stree View - Einspruchsfrist endet

Ende des Jahres will Google alle Straßenzüge Berlins in Google Street View zeigen. Wer das nicht will, muss sich beeilen. Noch wenige Stunden haben Berliner Zeit, ihr Haus unkenntlich machen zu lassen.

Foto: dpa / dpa/DPA

In der Nacht zu Sonnabend endet die Widerspruchsfrist gegen die Straßen-Aufnahmen des Internetdienstes Google Street View. Noch bis 24 Uhr können Immobilienbesitzer und Mieter Einspruch einlegen gegen die Aufnahmen von Hausfassaden und Straßenansichten, die der Dienst in den vergangenen Monaten in 20 deutschen Städten erstellen ließ. Die Aufnahmen, die von auf Autos installierten Kameras gemacht wurden, hatten zu heftigen Protesten geführt und zu einer Debatte über Datenschutz in Deutschland.

Während die Immobilienwirtschaft Dienste wie Google Street View begrüßen – neben Google gibt es auch andere Anbieter, die solche 360-Grad- Ansichten im Internet anbieten – hatten Datenschützer und Verbraucherschützer zum Widerspruch aufgerufen. Die Anträge, um entsprechende Gebäude oder auch Straßenzüge unkenntlich zu machen, können schriftlich und online eingereicht werden. Personen, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, würden grundsätzlich unkenntlich gemacht, hatte Google angekündigt.

Wie viele Widersprüche bisher eingereicht wurden, konnte man in der Hamburger Deutschlandzentrale des Internetdienstes am Donnerstag noch nicht sagen. „Wir können noch keine seriöse Angabe über die Zahl der eingegangenen Anträge auf Unkenntlichmachung von Wohnungen oder Häuser abgeben“, sagte Google-Sprecherin Lena Wagner. Grund: Es seien zum Beispiel Anträge doppelt eingereicht worden, sie bezogen sich auf andere Google-Produkte oder enthielten Fragen und Anregungen, die nichts mit Street View zu tun haben. Außerdem sei auf den E-Mail-Adressen viel Spam aufgelaufen – also nicht ernst gemeinte Einsendungen, die zunächst aussortiert werden müssten. „Sobald die eindeutige Anzahl der Anträge feststeht, werden wir sie veröffentlichen“, kündigte Wagner an.

Die Sprecherin verwies darauf, dass die Widerspruchsfrist lediglich für jene 20 Städte ende, für die der Dienst Google Street View bis Ende des Jahres online gehen soll. Für alle anderen Orte und Gemeinden könne weiter Widerspruch eingelegt werden. Und auch in den ersten 20 Städten sei es nach der Einführung des Dienstes jederzeit möglich, Anträge zu stellen, damit Gebäude unkenntlich gemacht würden. Dafür stehe in Street View der Link „Ein Problem melden“ zur Verfügung. Diese Funktion sei in allen Ländern, für die es Street-View-Abbildungen gebe, verfügbar – ohne jegliche Frist.

Dies sind die ersten 20 deutschen Städte, durch die PC-Nutzer bis Ende des Jahres virtuell reisen können: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Schon seit Jahren sind weitere Internetdienste mit ähnlichen Angeboten auf dem Markt. Auch hierfür wurden ganze Städte fotografiert und im Internet veröffentlicht. So bietet beispielsweise die Anwendung „Sightwalk“ 360-Grad-Panoramen von deutschen Städten an. Die Suchmaschine „Bing“ , von Microsoft konzipiert, zeigt Städte im 45-Grad-Winkel, der „Google Earth“ bietet den Blick auf die Welt von oben – vielerorts bis ins kleinste Detail.