Bread & Butter

Big in Korea - „Bread & Butter“-Chef zeigt Berlin in Seoul

Mit seiner Modemesse präsentiert sich Karl-Heinz Müller in Südkorea – im kommenden Herbst wird er die Show von Tempelhof nach Asien bringen. Ein Besuch bei der Vorstellung mit dem Bürgermeister Seouls.

Foto: Bread & Butter

Da nennt also Karl-Heinz Müller, der Chef der Berliner „Bread & Butter“, den Bürgermeister einer Millionenstadt öffentlich „seinen guten Freund“. Und der Bürgermeister erwidert diese Liebe wiederum in seiner Rede, beide umarmen einander noch auf der Bühne – und weil das noch nicht reicht, tanzen sie danach zu Elektromusik Hand in Hand umeinander.

Nein, es ist nicht Klaus Wowereit, der hier mit dem bärtigen Messechef aus Berlin turtelt, sondern Park Won Soon, der Bürgermeister von Seoul. Müller hat die südkoreanische Hauptstadt besucht, um das sogenannte Kick-Off-Event für seinen Messe-Ableger in Seoul zu starten. Am Freitagabend fand die Party auf den „Schwimmenden Inseln“ im Han-Fluss statt. Im Herbst 2015 wird die „Bread & Butter“ im Zentrum Seouls eröffnet werden, in dem kürzlich fertig gestellten Design-Center von Architektin Zaha Hadid. Man kann sagen, den Berlinern fliegen in Seoul die Herzen zu. Müller hat sich schon länger nach einem Ableger in der Region umgeschaut. „Asien ist ein großer und hungriger Markt“, sagt er, „Die Menschen hier haben zwar ihre eigenen Designer, aber mögen auch die Marken, die wir lange in Europa aufgebaut haben.“ Japanische Designer habe er viele zu Gast, aber er hat sich für Seoul als Standort entschieden, „weil wir uns in die Stadt verliebt haben. Man merkt, hier brodelt etwas, das noch nicht ausgebrochen ist“.

Bürgermeister Soon war im August selbst in Berlin und hat mit Wowereit diskutiert, wie man eine Zusammenarbeit der Städte weiter vorantreiben könne. Auch „seinen Freund“, Karl-Heinz Müller, hat er da getroffen. Der in Seoul keine Kopie der Tempelhof-„Bread & Butter“ sieht, sondern will, „dass die beiden Kulturen einander ergänzen“. Wie sehr er und sein Team in Seoul angekommen sind, zeigt sich beim Gruppenfoto zum Schluss. Punkt Mitternacht drückt ein Berliner auf den Auslöser und ruft: „Say Kimchiiii!“ Statt: „Say Cheese!“