Naturkatastrophe

Schweres Unwetter in Italien: Mindestens zehn Tote

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Regen, Starkregen und Dauerregen: Das sind die Unterschiede

Regen, Starkregen und Dauerregen: Das sind die Unterschiede

Viele Teile von Deutschland mussten mit starkem Unwetter und Überschwemmungen kämpfen. Allerdings gibt es dabei einige Unterschiede.

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Schwere Regenfälle haben Teile Italiens im Schlaf überrascht. Mindestens zehn Menschen sind tot, weitere vermisst – darunter ein Kind.

Berlin. Die Adriaküste in Italien wird aktuell von schweren Unwettern mit starken Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht. In der Region Marken sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen würden nach den heftigen Regenfällen in der Nacht zum Freitag noch vermisst, gab der italienische Regierungschef Mario Draghi bekannt. Besonders schwer betroffen waren die Adria-Stadt Ancona und ihre Umgebung in der Region Marken. Aber auch in der benachbarten Region Umbrien gab es Unwetter.

Nach Angaben des Zivilschutzes war Mittelitalien am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag von starken Regenfällen getroffen worden, Straßen und Häuser wurden überflutet und zahlreiche Autos fortgespült. Laut der Zeitung „Corriere della Sera“ fielen binnen zwei Stunden 400 Millimeter Regen, so viel wie normalerweise in sechs Monaten.

Italien: Unwetter sorgt für "apokalyptische Zustände"

"Wir haben hier apokalyptische Zustände", sagte Alessandro Piccini, Bürgermeister des Ortes Cantiano, in einem Radiointerview. Auf Handyvideos ließ sich die ganze Naturgewalt erahnen. Autos und Lastwagen wurden mitgerissen, ganze Plätze und Geschäfte verschwanden unter den teils meterhohen Wassermassen. "Es ist alles zerstört“, erzählte ein Mann im italienischen Fernsehen und schüttelte den Kopf.

Aus italienischen Zeitungsberichten geht hervor, dass die Menschen in den betroffenen Regionen in der Nacht von den Fluten überrascht wurden. "Das Wasser hat in den Marken die Straßen überflutet, ist in Häuser eingedrungen und hat Männer und Frauen fortgerissen", schreibt etwa der "Corriere della Sera".

Die Feuerwehr rückte nach eigenen Angaben zu mehr als 150 Einsätzen aus. Dutzende Menschen wurden dabei von Bäumen oder Hausdächern gerettet. Die Rettungseinsätze im Katastrophengebiet wurden dadurch behindert, dass Straßen durch umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockiert waren.

Draghi, der noch am Freitag nach Ostra reisen wollte, rief in der stark betroffenen Region Marken den Ausnahmezustand aus und stellte erste Hilfsgelder in Höhe von fünf Millionen Euro bereit. Wie der italienische Fußballverband bekanntgab, soll vor allen Spielen am Wochenende eine Schweigeminute für die Unwetteropfer abgehalten werden.

Italien: Unwetter sorgt für Starkregen und Überschwemmungen

Mehrere Personen seien in ihren Autos von den Wassermassen überrascht worden, darunter auch eine Mutter mit ihrem Kind. Ein Augenzeuge sagte der Zeitung, er habe gesehen, wie "das Auto mit Mutter und Sohn an Bord vom Fluss mitgerissen wurde".

Dutzende Menschen hätten sich in der Nacht auf Hausdächer und Bäume geflüchtet. 180 Feuerwehrleute seien zu mittlerweile rund 150 Einsätzen ausgerückt. Einige Personen seien gerettet worden, andere seien noch immer auf sich gestellt.

Der Leiter des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio sagte dem Blatt: "Die Regenmenge ist wirklich bemerkenswert, stellenweise mehr als 400 Millimeter. Das entspricht in etwa einem Drittel des jährlichen Regenfalls." Dem Bericht zufolge ist vielerorts der Strom ausgefallen, die Mobilfunknetze sind überlastet. "Es ist die Hölle", schreibt der "Corriere della Sera".

Der Präsident der Marken, Francesco Acquaroli, spricht auf Facebook von einer "sehr ernsten meteorologischen Krise" in der Region, die Anlass gebe zu äußerster Besorgnis. Der Katastrophenschutz hatte am Donnerstag die Bewohner des Küstenortes Senigallia nördlich von Ancona aufgerufen, angesichts der Überschwemmungen höher gelegene Gebiete aufzusuchen. (pcl/mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.