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Corona: RKI meldet steigende Zahlen - Wirbel um Astrazeneca

| Lesedauer: 120 Minuten
Astrazeneca-Impfstoff nur noch in Einzelfällen für Menschen unter 60

Astrazeneca-Impfstoff nur noch in Einzelfällen für Menschen unter 60

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland nur noch in Einzelfällen für Menschen unter 60 Jahren eingesetzt. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz der Länder auf eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission hin beschlossen.

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Wirbel um den Corona-Impfstoff Astrazeneca: Trotz Teilstopp halten Merkel und Spahn am Impfplan fest. Alles Wichtige im Newsblog.

  • Über 17.000 Corona-Neuinfektionen: Das RKI meldet am Mittwoch einen Anstieg von mehr als 1200 gegenüber dem vergangenen Mittwoch
  • Wegen weiteren Fällen von Thrombosen verschärfen Bund und Länder die Vorgaben für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca
  • Dennoch halten Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn an der Impfzusage für die Bevölkerung fest
  • Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission betont, dass die Kontrollfunktion bei Astrazeneca funktioniert hat
  • Virologe Christian Drosten glaubt, dass die dritte Welle der Corona-Pandemie durch einen harten Lockdown zu bremsen ist
  • Achtung: Dieser Corona-Newsticker ist geschlossen. Alle weiteren Nachrichten finden Sie in unserem neuen Corona-Newsticker.

Berlin. Nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca künftig nur noch an Menschen verabreicht werden, die älter als 60 Jahre sind. Damit richten sich die Minister nach einem neuen Beschluss der Stiko vom Dienstag, der genau dies empfiehlt. Der Grund: weitere Fälle von Hirnvenenthrombosen nach der Verabreichung des Vakzins.

Im Kreis Euskirchen wurden zwei neue Thrombose-Fälle nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet. Eine der betroffenen Frauen starb an den Folgen. Im Anschluss setzte die Stadt in NRW Impfungen mit dem Vakzin bei allen Frauen unter 55 Jahren aus. Dem folgten zunächst einige Städte und am Dienstagabend schließlich auch das Gesundheitsministerium des Landes mit seinem neuen Beschluss.

Dem Papier von Bund und Ländern zufolge können sich unter 60-Jährige "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" allerdings weiterhin mit dem Astrazeneca-Vakzin impfen lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) betonten, dass sich am angepeilten Impfplan trotz aktueller Ereignisse nichts ändern soll.

Corona-Zahlen: RKI meldet über 17.000 Neuinfektionen

Die Pandemie-Zahlen steigen unterdessen weiter stark an. In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 17.000 Corona-NeuInfektionen gemeldet worden. Wie das RKI am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 17.059 neue Ansteckungen nachgewiesen. Das sind rund 1200 mehr als am Mittwoch vergangener Woche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist unterdessen leicht gefallen. Nachdem sie am Dienstag bei 135,2 gelegen hatte, gab das RKI den Wert am Mittwoch mit 132,2 an. Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert.

Corona-News vom Mittwoch, 31. März: Neuer Newsticker

10.32 Uhr: Aus technischen Gründen müssen wir diesen Corona-Newsblog schließen. Alle weiteren Entwicklungen zur Pandemie finden Sie in unserem neuen Corona-Newsblog.

Corona-Krise: Macron kündigt TV-Ansprache an

10.25 Uhr: Angesichts der zugespitzten Corona-Krise in mehreren Regionen will sich Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend (20.00 Uhr) in einer Fernsehansprache an seine Landsleute wenden. Medien rechnen damit, dass der 43-Jährige kurz vor den Oster-Feiertagen schärfere Beschränkungen auf regionaler Ebene ankündigen wird. Der Élyséepalast bestätigte den kurzfristig angesetzten TV-Auftritt am Abend, nahm aber zu Einzelheiten keine Stellung. „Ich denke, dass die Schulen geschlossen werden müssen“, forderte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo von der Ansprache des Präsidenten. Wie die Sozialistin im Sender BFMTV/RMC sagte, können allein in der Hauptstadt rund 20 000 Schüler nicht zur Schule gehen, weil sie entweder krank oder ihre Klassen wegen Krankheitsfällen bereits geschlossen sind.

Erstes Bundeswehr-Impfzentrum ab Sonntag im 24-Stunden-Betrieb

10.18 Uhr: Im saarländischen Lebach geht das Impfzentrum der Bundeswehr als bundesweit erstes ab Ostersonntag (4. April) in den 24-Stunden-Betrieb. Rund 110 Soldaten werden dann rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche in einem Drei-Schicht-Betrieb bis zu 1000 Impfungen pro Tag vornehmen können. Ein entsprechender Amtshilfe-Antrag der Landesregierung an die Bundeswehr sei genehmigt worden, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in Saarbrücken mit. Nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) könnte die Bundeswehr bis zu 28 Impfzentren sieben Tage die Woche, Tag und Nacht, betreiben - wenn genug Impfstoff verfügbar sei. „Ich bin für eine große nationale Impfaktion, wenn jetzt die vielen Lieferungen der Impfstoffe eingehen“, teilte sie am Mittwoch mit.

Astrazeneca vermarktet Coronavirus-Impfstoff künftig als Vaxzevria

10.14 Uhr: Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktet seinen Coronavirus-Impfstoff in der EU künftig unter dem Namen Vaxzevria. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der neue Name sei von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Bislang ist das Präparat unter dem Namen Covid-19 Vaccine AstraZeneca bekannt. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, so die Mitteilung. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. In anderen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung. Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über den neuen Markennamen berichtet.

Stiftung Patientenschutz fordert freie Wahl bei Corona-Impfstoffen

10.03 Uhr: Nach der Alterseinschränkung für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, eine freie Wahl des Impfmittels in Deutschland gefordert. Das Hin und Her beim Astrazeneca-Impfstoff schade sehr, sagte Brysch am Mittwoch im Norddeutschen Rundfunk. „Deswegen wundere ich mich schon, warum wir nicht einen ganz offenen Schritt gehen und endlich die Wahlfreiheit in ganz Deutschland einführen.“ Dabei dürfe aber die Impfpriorisierung nicht aufgegeben werden, sagte Brysch. Alte und schwerkranke Menschen müssten weiterhin zuerst geimpft werden

KV: Keine Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca in Thüringen

9.58 Uhr: In Thüringen sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bislang keine schwerwiegenden Komplikationen wie Hirnvenenthrombosen nach Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca aufgetreten. 78.200 Menschen hätten das Mittel bislang in Erstimpfungen erhalten, sagte der KV-Impfmanager Jörg Mertz am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Davon seien rund 38.100 Menschen unter 60 Jahre.

Mertz zufolge waren in Thüringen am Dienstag noch Erstimpfungen mit Astrazeneca gegeben worden. Damit seien die geplanten Impfungen entsprechend dem verfügbaren Impfstoff ohnehin abgearbeitet gewesen, bevor die Entscheidung der Minister gefallen sei. Am Mittwoch sollte - unabhängig von der Entscheidung zu Astrazeneca - ohnehin nur noch mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Modern gespritzt werden.

Merkel: "Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können"
Merkel: "Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können"

Saarland setzt Impfungen mit Astrazeneca zunächst aus

9.55 Uhr: Nach dem Beschluss von Bund und Ländern zum Einsatz des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca nur noch für Personen ab 60 Jahren hat das Saarland Impfungen mit dem Vakzin am Mittwoch allerdings völlig ausgesetzt. Es seien aber keine Impftermine abgesagt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Saarbrücken mit. Statt Astrazeneca werde bei den Terminen nun mit Biontech oder Moderna geimpft. Das weitere Vorgehen des Saarlandes werde am Mittwoch im Stab Impfen besprochen und veranlasst. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk (SR) darüber berichtet.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA steigt weiter

9.50 Uhr: In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zu. Mit 60.540 neuen Fällen am Dienstag meldeten die Behörden rund 7000 mehr als am gleichen Tag der Vorwoche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion blieb mit 846 vergleichsweise stabil. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.416 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4477 Toten verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 30,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 550 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen - aber nicht relativ zur Bevölkerung - sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. Bislang haben landesweit rund 96 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten, 53,4 Millionen gelten als voll geimpft, wie Zahlen der Gesundheitsbehörde CDC zeigen.

Kretschmer warnt vor baldiger Überlastung der Krankenhäuser

9.43 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat vor einer baldigen Überlastung der Krankenhäuser durch Corona-Patienten gewarnt. „Der Blick in jedes andere Nachbarland Deutschlands zeigt, was passieren wird: Wir werden Zahlen bekommen von 500, 600, 700 Inzidenz, wenn wir es nicht anhalten“, sagte Kretschmer am Mittwoch in der Sendung „Frühstart“ der Sender RTL und ntv. Das schaffe aber kein Gesundheitssystem der Welt - auch nicht das deutsche.

Kretschmer sieht das Problem in der Bevölkerung, wo sich ein zu großer Teil der Bürger nicht mehr an die Corona-Maßnahmen halte. „Zu viele machen Kompromisse, zu viele gehen ihren eigenen Weg. Und das sieht man unmittelbar im Infektionsgeschehen.“ Kretschmer forderte mehr Eigenverantwortung der Bürger. Diese müsse bereits zu Ostern greifen, zu viel Sorglosigkeit führe zu weiter steigenden Infektionszahlen.

FDP-Generalsekretär wirft Merkel „sprunghaftes Regieren“ in Corona-Pandemie vor

8.46 Uhr: FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat sich zur Bewältigung der Corona-Pandemie für ein vom Bundestag beschlossenes Infektionsschutzgesetz an Stelle der Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgesprochen. „Es ist an der Zeit, dass der deutsche Bundestag das Heft des Handelns wieder in die Hand nimmt“, sagte Wissing am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Die Verabschiedung eines solchen Gesetzes könne schnell gehen, „das muss ja nicht Wochen dauern“.

Wissing begründete seine Forderung vor allem mit Blick auf den jüngsten Corona-Gipfel, der zunächst eine Osterruhe beschlossen hatte, die Merkel dann kurz darauf wieder kassierte. Was da gelaufen sei, habe mit sorgfältiger Regierung nichts zu tun. „Das ist doch einem Bundeskanzleramt unwürdig.“ Das „sprunghafte Regieren“ Merkels löse die Pandemie nicht. Deshalb brauche der Bundestag mehr Kompetenzen. Wissing widersprach dabei auch Forderungen nach einer baldigen Rückkehr in einen harten Lockdown. „Das Versprechen einer Lösung mit einem starken Lockdown konnte die Bundeskanzlerin über einen sehr langen Zeitraum nicht einlösen.“

Lehrerverband: Katastrophaler Rückschlag für Lehrerimpfung

8.23 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband hat die Änderung der Altersgrenzen bei der Impfung mit Astrazeneca als „katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften“ bezeichnet. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger forderte vor diesem Hintergrund eine schnelle Möglichkeit für unter 60-jährige Lehrkräfte, sich mit Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. „Wenn dieser Austausch nicht sofort stattfindet, wird es mit der Durchimpfung von Lehrkräften im April nichts mehr werden“, sagte Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Das gefährde dann auch massiv zusätzlich zu den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

Pistorius kündigt rigorose Kontrollen zu Ostern an

8.21 Uhr: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat mit Blick auf die Feiertage zusätzliche Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln angekündigt. „Die Polizei wird auch während der Ostertage präsent sein und konsequent gegen Verstöße vorgehen“, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Auch wenn es bereits das zweite Osterfest ist, das wir im Lockdown verbringen, notwendig sind diese Maßnahmen nach wie vor, um uns und andere zu schützen.“ Die Polizei bereite sich auf Schwerpunkteinsätze zur Überwachung und Durchsetzung der Corona-Verordnung vor – „mit allen zur Verfügung stehenden Kräften“, erklärte das Innenministerium gegenüber der Zeitung.

Expertin: An Ostern nicht überall Präsenzgottesdienste

7.58 Uhr: Trotz Pandemie ein Präsenzgottesdienst an Ostern? Die Kirchengemeinden gehen nach Beobachtung einer Expertin sehr unterschiedlich damit um. „Es gibt schon auch viele, die sagen: "Wir persönlich können das nicht verantworten, wir machen das in einer anderen Form."“, sagte die Religionssoziologin Anna Neumaier vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität Bochum der Deutschen Presse-Agentur.

Diese anderen Formen könnten Digital-, Open Air- oder Drive-in-Gottesdienste sein. Eine Möglichkeit sei auch, in der Kirche zwar keinen Gottesdienst zu zelebrieren, sie aber offen zu lassen, so dass man sich dort zum Beispiel eine Osterkerze abholen könne. In der vergangenen Woche hatten Bund und Länder die Kirchen kurzzeitig gebeten, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Menschen im Norden halten sich an Ausgangssperren

7.54 Uhr: Die Menschen haben sich in der Nacht weitgehend an die coronabedingten Ausgangssperren gehalten. Die Polizeistellen in den betroffenen Landkreisen Peine, Wesermarsch, Celle und Bremerhaven verzeichneten keine nennenswerten Einsätze, wie es hieß. In Bremerhaven, wo die nächtliche Ausgangssperre bereits seit Montag gilt, unterstützten einige Beamte aus Bremen die örtlichen Kräfte. Es habe ein paar Kontrollen gegeben, größere Verstöße seien aber nicht vorgekommen, sagte ein Sprecher am Mittwochmorgen

Hilfswerk Plan International: Corona „hat uns um Jahre zurückgeworfen“

7.43 Uhr: Die Corona-Pandemie macht mit ihren Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder dem Hamburger Kinderhilfswerk Plan International Deutschland auch in puncto Gleichberechtigung zu schaffen. „Das Virus hat uns um Jahre zurückgeworfen“, sagte Kathrin Hartkopf, die am Donnerstag ihr neues Amt als Sprecherin der Geschäftsführung des weltweit tätigen Vereins antritt, der Deutschen Presse-Agentur. Die ohnehin vorhandene Benachteiligung von Mädchen und jungen Frauen verstärke sich in Krisenzeiten. „Deshalb müssen wir unsere Programmarbeit vor Ort weiter stetig anpassen.“ Plan International arbeitet nach eigenen Angaben weltweit in mehr als 70 Ländern.

Zahl der Straftaten von Kindern und Jugendlichen zurückgegangen

7.33 Uhr: In der Corona-Pandemie des vergangenen Jahres hat sich die Kinder- und Jugendkriminalität in Niedersachsen deutlich abgeschwächt. Das Jahr 2020 sei ein Ausnahmejahr gewesen - gerade auch für junge Menschen, sagte Landespolizeipräsident Axel Brockmann. Angesichts des veränderten Alltags und der Kontaktbeschränkungen sei die Zahl junger Verdächtiger bis 14 Jahre auf 6441 gesunken - 2019 waren es noch 7840. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sank die Zahl von 18.989 auf 17.476, bei Heranwachsenden unter 21 Jahren von 19.706 auf 18.752 Verdächtige.

Besonders deutlich war der Rückgang bei Fällen von Körperverletzung: Den Angaben zufolge sank die Zahl der Fälle mit jungen Tatverdächtigen von 10.670 im Jahr 2019 auf 8424 im vergangenen Jahr. Bei Raubdelikten gab es einen Rückgang von 728 auf 599. Dagegen wurden Abbildungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern deutlich häufiger verbreitet - und auch Kinder und Jugendliche selbst gäben Bilder und Videos oft leichtfertig über Messenger-Dienste weiter, erklärte Brockmann. Die Zahl der Fälle mit jungen Verdächtigen stieg von 1007 auf 1332 Fälle.

Amtsärzte fordern harten Lockdown

7.07 Uhr: Die deutschen Amtsärzte haben einen harten Lockdown gefordert. „Wir befinden uns mitten in der dritten Welle. Die Impfungen werden diese in den kommenden Wochen noch nicht brechen können“, sagte die Vorsitzendes des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). Daher sei es „entscheidend“, die Ansteckungszahlen zu senken. Dies sei aber nur mit einem „konsequenten Lockdown machbar.“

Teichert warnte vor Öffnungsschritten. „Lockerungen führen dazu, dass die Menschen viele Kontakte haben“, sagte sie. Verbunden mit den hohen Ansteckungszahlen werde es dann „schwierig bis unmöglich“, Kontakte zu verfolgen, und die Gefahr steige, dass die „Pandemie vollends außer Kontrolle“ gerate. Der Lockdown allein reiche aber nicht aus, sagte Teichert weiter. „Parallel müssen wir konkrete Konzepte entwickeln, wie mit einer vernünftigen Test- und Impfstrategie und Apps zur digitalen Kontaktpersonenverfolgung wie der Luca-App Lockerungen möglich sind – aber erst, wenn die Fallzahlen unten sind.“

Stiko-Vorsitzender: Kontrollfunktion bei Astrazeneca hat funktioniert

6.02 Uhr: Nach der erneuten Änderung der Impfempfehlung für Astrazeneca hält der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) einen Vertrauensverlust für möglich: „Es kann sein, dass dadurch Vertrauen schwindet“, sagte Mertens unserer Redaktion. Es könne aber auch das Gegenteil bewirken. In jedem Fall habe die Kontrollfunktion des Paul-Ehrlich-Instituts gut funktioniert. „Sie haben mehr als 30 besorgniserregende Fälle registriert, es wurde intensiv geprüft und Alarm geschlagen und jetzt reagiert man darauf. Das sollte eigentlich vertrauensbildend sein“, so Mertens.

1.11 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach zeigte sich optimistisch, dass die Astrazeneca-Entscheidung keine großen Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird. „Wir werden eine kleine Delle haben von ein paar Tagen, wo es Verwirrung gibt, aber dann wird das Impftempo wieder voll anziehen“, sagte Lauterbach in den ARD-„Tagesthemen“.

Generell überwiege bei über 60-Jährigen der Nutzen über möglichen Risiken. „Es ist ein sehr guter Impfstoff, den ich weiter empfehlen kann“, sagte Lauterbach. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aber richtig gewesen. Man müsse auf die neuen Daten reagieren, denn „das ist keine Kleinigkeit, über die wir hier reden.“

Dienstag, 30. März: Spahn und Merkel betonen: Impfplan wird eingehalten

22.52 Uhr: Bei ihrem gemeinsamen Auftritt haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) am Dienstagabend betont, dass der angepeilte Impfplan für die Bevölkerung eingehalten werde - trotz der Probleme mit dem umstrittenen Impfstoff von Astrazeneca.

In den kommenden Wochen erwarte er rund 70 Millionen zusätzlicher Impfdosen, sagte Spahn, darunter auch solche des neu in der EU zugelassenen Impfstoffs von Johnson & Johnson. Im Spätsommer sollen nach den Worten Spahns alle Bundesbürgerinnen und -bürger geimpft sein - vorausgesetzt, alle Lieferungen treffen ein und alle eingeplanten Impfstoffe behielten ihre Zulassung. Einzig für Kinder gebe es noch keine geeigneten Impfstoffe.

Spahn und Merkel schließen sich der Stiko an

21.38 Uhr: Die Bundesregierung schließt sich der Empfehlung der Stiko an, Astrazeneca nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu verabreichen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Besprechung mit ihrem Kabinettskollegen Jens Spahn. Auf die Frage, ob der neuerliche Impfstopp nicht erneut zu einem Vertrauensverlust geführt habe, sagte Merkel: „Ich kann die Verunsicherung nicht wegreden.“ Sie denke aber, dass Offenheit und Transparenz der beste Weg sei, um damit umzugehen.

Spahn betonte, Astrazeneca sei ein sehr wirksamer Impfstoff. Er appelliere an die über 60-Jährigen, das nun entstehende Impfangebot auch wahrzunehmen. Jüngere hätten nun im Gegenzug die Möglichkeit, mit anderen Impfstoffen geimpft zu werden. Wie die Zweitimpfung für diejenigen aussehen kann, die jünger als 60 sind und bereits die Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen haben, müsse noch mit Experten abgestimmt werden.

Drosten mahnt deutlich schärfere Maßnahmen an

21.20 Uhr: In seinem Podcast bei NDR Info hat der Virologe Christian Drosten schärfere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus gefordert. „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um diese Dynamik, die sich jetzt ohne jeden Zweifel eingestellt hat, noch einmal zu verzögern“, sagte der Charité-Wissenschaftler .

Gesundheitsminister: Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren

19.53 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ weiterhin damit impfen lassen können, wie aus dem Beschluss von Dienstagabend hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Länder sollen nun auch schon 60- bis 69-Jährige für das Mittel von Astrazeneca mit in ihre Impfkampagnen einbeziehen können, wie die Gesundheitsminister beschlossen. „Dies gibt die Möglichkeit, diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden 3. Welle nun schneller zu impfen.“

Nach „Spiegel“-Informationen soll es am Abend außerdem noch Gespräche zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefinnen und -chefs geben. Im Anschluss ist eine Pressekonferenz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gemeinsam mit Merkel geplant.

Sachsen-Anhalt hält trotz hoher Infektionszahlen an Öffnungen fest

19.40 Uhr: Die schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt will trotz der hohen Corona-Zahlen im Land Öffnungen im Rahmen von Modellprojekten zulassen. Das stehe dem Kampf gegen die Pandemie nicht im Wege. „Modellprojekte sind keine Öffnungsprojekte“, sagte Rainer Haseloff (CDU) am Dienstag.

Die Landesregierung wolle damit Bereiche, die „in die Illegalität oder Unkontrollierbarkeit“ geraten seien, „reinholen in die Transparenz“. Von den versuchsweisen Öffnungen verspricht sich die Landesregierung Erkenntnisse über die Effizienz verschiedener Hygienekonzepte und der Nachverfolgbarkeit von Kontakten. Wie ein Restaurantbesuch wieder möglich werden könnte und wie der digitale Dreiklang dazu aussieht, lesen Sie hier.

Modell-Öffnungen in Brandenburg werden verschoben

18.49 Uhr: Der Start der Corona-Modellprojekte in Brandenburg wird verschoben. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag mit. „Das ist aus meiner Sicht das falsche Signal, wo wir einen massiven Anstieg der Infektionen haben“, sagte der Regierungschef in Potsdam über die zunächst geplanten Projekte.

Modellprojekte in Kreisen oder Städten sollten Lockerungen ermöglichen - für die nötigen Spielräume sollten Corona-Tests und eine App zur Kontaktverfolgung schaffen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg lag am Dienstag bei einem Wert von 145,4.

Stiko legt sich fest: Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren

18.35 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Wie die Stiko am Dienstag mitteilte, wurde die Empfehlung „auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“ bei jüngeren Geimpften geändert. Zur Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat sich am Abend noch nicht geäußert. Zuletzt hatte sie das Vakzin von Astrazeneca als sicher und wirksam im Kampf gegen Covid-19 eingestuft.

Patientenschützer für Wahlfreiheit bei Corona-Impfstoffen

18.00 Uhr: Angesichts des neuen Wirbels um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca fordern Patientenschützer mehr Flexibilität beim Einsatz der verschiedenen Präparate. „Damit die Impfkampagne endlich Fahrt aufnehmen kann, müssen Impfwillige die Wahlfreiheit bei den Seren erhalten“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Doch damit darf nicht die ethische Reihenfolge beim Impfangebot aufgegeben werden. Sonst kommen immobile, schwerst kranke und pflegebedürftige Menschen unter die Räder.“

Nordrhein-Westfalen erlässt sofortigen Astrazeneca-Impfstopp

17.41 Uhr: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat einen sofortigen Impfstopp mit dem Wirkstoff von Astrazeneca erlassen. Dies gelte für Männer und Frauen unter 60 Jahren, wie eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstagabend mitteilte. Auch zahlreiche andere Städte und Gemeinden setzten die Impfungen für diese Altersgruppe zu Beginn der Woche bereits aus.

Klinik-Vorstand begrüßt Überprüfung der Astrazeneca-Impfempfehlung

17.21 Uhr: Nach der erneuten Verwirrung um den Impfstoff von Astrazeneca hat der Medizinische Vorstand am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) die Überprüfung der aktuellen Impfempfehlung begrüßt. Zudem plädiere er für eine geeignete Risikoeinschätzung, sagte Prof. Christoph Josten am Dienstag auf Anfrage. Berlin und Brandenburg hatten am Dienstag nach neuen Daten über Nebenwirkungen die Corona-Impfungen mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorerst ausgesetzt.

Am UKL werden laut Josten derzeit keine Erstimpfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca bei Frauen unter 45 Jahren vorgenommen. Zuvor hatten am Klinikum allerdings mehr als 1000 Mitarbeiter die Erstimpfung mit diesem Vakzin erhalten.

Biontech-Mitbegründer Sahin gegen Zurückhalten von Impfstoff

17.06 Uhr: Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin hat sich für ein flottes Verwenden des vorhandenen Impfstoffs ausgesprochen. „Man sollte alle Impfstoffe, die man hat, möglichst schnell verimpfen. Auch im Vertrauen darauf, dass neue Impfstoffe wöchentlich geliefert werden“, sagte er in einem Interview von RTL/ntv. Es solle kein Impfstoff für zweite Impfungen zurückgelegt werden. „Ich schätze das Risiko, dass Impfstoffe jetzt nicht geliefert werden und die zweite Impfung bei Menschen aufgeschoben werden muss, als gering ein“, sagte der Chef des Mainzer Unternehmens Biontech, das einen der Impfstoffe gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer herstellt.

Brandenburg beschließt Ausgangsbeschränkung über Ostern

16.46 Uhr: Brandenburg führt über Ostern angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Das Kabinett beschloss am Dienstag, dass sie vom 1. bis 6. April von 22.00 bis 5.00 Uhr gelten soll. Bedingung ist eine regionale Sieben-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr an drei Tagen in Folge.

Corona: Medizinische Masken machen sich steuerlich bezahlt

16.43 Uhr: Krankheitskosten machen sich steuerlich bezahlt. Sie gelten als außergewöhnlichen Belastungen und mindern ab einer bestimmten Höhe die Steuerlast, erklärt der Bund der Steuerzahler in Berlin. Das Finanzamt erkennt zum Beispiel Ausgaben für Zahnersatz, Brillen, Kuren oder orthopädische Hilfsmittel an. Auch medizinische Masken, die wegen der Corona-Pandemie gekauft wurden, können geltend gemacht werden.

Allerdings muss hier unterschieden werden: Wurden die Masken für den privaten Gebrauch gekauft, zählen die Kosten zu den außergewöhnlichen Belastungen. Wurden die Masken ausschließlich aus beruflichen Gründen gekauft, handelt es sich um Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben.

Testpflicht in Schulen in Sachsen-Anhalt ab Mitte April

16.34 Uhr: Sachsen-Anhalt führt in Schulen eine Corona-Testpflicht ein. Ab dem 12. April sollen sich Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte zwei mal pro Woche verbindlich testen lassen, kündigte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung an. Noch nicht entschieden ist laut Tullner, ob sich alle Klassenstufen testen lassen müssen. Genügend Tests sollen schon ab kommender Woche an den Schulen bereit liegen. Alternativ können die Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte auch negative Ergebnisse medizinischer Tests vorlegen. Vorbild ist die Regelung in Sachsen, dort sind nur Kinder ab Klassenstufe fünf davon betroffen.

Astrazeneca: Merkel und Spahn beraten mit Länderchefs

16.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beraten noch an diesem Dienstag kurzfristig mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Das Bundespresseamt kündigte am Nachmittag für den Abend eine Pressekonferenz an - im Anschluss an ein „Informationsgespräch mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur weiteren Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca“.

Zahl der Kita-Kinder mit Coronavirus seit Februar verdreifacht

16.15 Uhr: Die Zahl der Kita-Kinder mit Corona-Infektionen hat sich in Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Wochen verdreifacht, auch bei Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen stiegen die Neuinfektionen deutlich. Das geht aus aktuellen Zahlen des NRW-Familienministeriums hervor. Wie das Ministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, meldeten die Landesjugendämter zum 25. März 1291 Kinder mit Coronavirus-Infektionen. Für den Monat Februar waren vor zwei Wochen 428 infizierte Kinder und 692 infizierte Beschäftigte gemeldet worden. Beim Personal stieg die Infektionszahl inzwischen auf 1048.

Entwurf: Empfehlung für Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige

15.54 Uhr: Für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca deutet sich eine geänderte Altersempfehlung an. Das Präparat soll voraussichtlich nur noch für Menschen über 60 Jahre empfohlen werden. Das geht aus einem Beschlussentwurf der Ständige Impfkommission (Stiko) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch die „Augsburger Allgemeine“ berichtete darüber.

In dem Entwurf heißt es, basierend auf der momentanen Datenlage empfehle die Stiko „im Regelfall“ die Impfung mit Astrazeneca „nur Menschen im Alter >60 Jahre“. Der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze „bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich“, heißt es in dem Beschlussentwurf weiter.

Kalayci: Teststellen in Einkaufszentren und am Supermarkt-Parkplatz

15.46 Uhr: Wegen der ab Mittwoch geltenden Corona-Testpflicht für Kunden vor dem Einkaufen baut der Berliner Einzelhandel eigene Teststellen auf. Mit dem Handel sei vereinbart worden, an Einkaufszentren Testangebote bereitzustellen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag. Sie habe gegenüber dem Handel auch die Bitte geäußert, Teststellen auf Supermarktparkplätzen einzurichten. Das Know-How dafür und entsprechende Dienstleister stünden zur Verfügung. Vor einem Einkauf im Supermarkt gibt es allerdings keine Testpflicht.

Berlinerinnen und Berliner müssen ab Mittwoch einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest zum Einkaufen in Geschäften vorweisen, ebenso für Besuche im Friseur- oder Kosmetiksalon, in Museen und Galerien. Davon ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken oder Drogerien, die auch im Lockdown offen waren.

Biontech will Impfstoffproduktion auf 2,5 Milliarden Dosen steigern

15.36 Uhr: Der Mainzer Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer peilen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres an. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das vergangene Jahr mit. Bislang war von 2 Milliarden Dosen die Rede. „Der Anstieg wurde hauptsächlich ermöglicht durch verbesserte Herstellungsprozesse, die Inbetriebnahme von Biontechs Produktionsstätte in Marburg, die Zulassung der Entnahme einer sechsten Impfdosis sowie durch die Erweiterung unseres Hersteller- und Lieferantennetzwerks“, erklärte das Unternehmen.

Bis zum 23. März lieferten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs aus. Für dieses Jahr haben Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben Bestellungen über mehr als 1,4 Milliarden Dosen unterzeichnet. „Gespräche über weitere Lieferungen laufen.“

Corona-Impfstoff von Biontech: Keine Speziallagerung mehr nötig
Corona-Impfstoff von Biontech: Keine Speziallagerung mehr nötig

Auch München setzt Astrazeneca-Impfungen bei Menschen unter 60 aus

14.39 Uhr: Auch in München werden bis auf Weiteres keine Menschen unter 60 mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca geimpft. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat die Stadt entschieden, wie Berlin die Impfungen mit Astrazeneca für Personen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen, bis die Frage möglicher Impfkomplikationen für diese Personengruppe geklärt ist“, teilte ein Sprecher der Stadt am Dienstag mit. Dies betreffe vor allem die geplanten Impfungen im Impfzentrum und im Isar-Klinikum. Die Impfungen in den Alten- und Service-Zentren könnten fortgesetzt werden. Zuvor hatte das Land Berlin mitgeteilt, Impfungen mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen.

Zwei Drittel der Deutschen stehen laut Umfrage im Lockdown-Streit hinter Merkel

14.42 Uhr: Im Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Länder-Ministerpräsidenten um die Corona-Politik haben sich in einer Umfrage zwei Drittel der Bürger hinter die Kanzlerin gestellt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ vertraten 67 Prozent der Befragten die Ansicht, Merkel solle stärker in die Corona-Politik der Länder eingreifen.

Am größten ist der Rückhalt für die Kanzlerin unter den Anhängern der Union: 85 Prozent der CDU/CSU-Anhänger sind dafür, dass Merkel in der Corona-Politik gegenüber den Ländern mehr Macht bekommen soll. Nur 29 Prozent aller Befragten meinen, dass die Kanzlerin nicht stärker in die Corona-Politik der Länder eingreifen sollte. Das Meinungsforschungsinstitut Civey wertete für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage die Antworten von 5002 Teilnehmern aus.

Forscherin: Öffnungen könnten unter Bedingungen ab Juni möglich sein

14.26 Uhr: Bei vergleichsweise niedrigen Fallzahlen und Impffortschritten könnten nach Berechnungen von Göttinger Forschern ab Juni deutlichere Öffnungsschritte möglich sein. Dann wären „moderate Maßnahmen“ wie Hygieneregeln und der Verzicht auf größere Veranstaltungen ausreichend, sagte Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation am Dienstag. Sie bezieht sich auf eine Sieben-Tage-Inzidenz „deutlich unter 50“, so dass Gesundheitsämter noch gut und rechtzeitig Kontakte nachverfolgen können. „Bei hohen Fallzahlen wären wir erst im Spätsommer so weit“, sagte die Physikerin.

Ändern würde sich die Prognose, sollte eine mutierte Variante des Coronavirus auftauchen, die weitgehend unempfindlich gegen die Impfung ist. „Das würde uns um einige Wochen oder Monate zurücksetzten“, sagte Priesemann.

Verfassungsschutz nimmt Teile der „Corona-Leugner“ in den Blick

14.13 Uhr: Ein Jahr nach Beginn der Pandemie geraten Gruppierungen aus dem Spektrum der sogenannten Corona-Leugner zunehmend ins Blickfeld des Hamburger Verfassungsschutzes. Neben völlig legitimer Kritik am Regierungshandeln werde von Teilen der Szene der demokratische Staat, seine Repräsentanten und Institutionen als solche abgelehnt, sagte Innensenator Andy Grothe (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2020.

Solche Gruppierungen würden als Verdachtsfälle eingestuft. Grothe warnte vor einem neuen verschwörungsideologischen, staatsgefährdenden, verfassungsschutzrelevanten Extremismus, der in naher Zukunft zur Herausforderung für die Demokratie werden könne.

Linke-Vorschlag: Interviewstopp bis Ostern für Spitzenpolitiker

14.06 Uhr: Linksfraktionsgeschäftsführer Jan Korte schlägt für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie eine andere Art „Osterruhe“ vor: „Ein sinnvoller Plan wäre: Alle Ministerpräsidenten, die Mitglieder der Bundesregierung und Karl Lauterbach geben bis Ostern keine Interviews mehr“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Stattdessen sollten die Genannten einen Stufenplan ausarbeiten, wie das „Impfdesaster“ behoben werden könne und die Pandemie zu bewältigen sei.

Einzelhandelsketten planen hunderte Schnelltest-Zentren

13.44 Uhr: Mehrere große Einzelhandelsketten planen den Aufbau von Corona-Schnelltest-Zentren in ganz Deutschland. Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) kündigte am Dienstag an, in den kommenden Wochen auf den Kundenparkplätzen von Lidl und Kaufland „mehrere hundert Testzentren“ errichten zu wollen. Ziel sei ein flächendeckendes Angebot von kostenfreien Tests im Rahmen der Corona-Testverordnung. Die Schwarz-Gruppe arbeitet dabei mit dem Testanbieter Ecolog zusammen.

Berlin setzt Impfungen mit Astrazeneca unter 60 aus

13.28 Uhr: Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen.

31 Verdachtsfälle von Sinusvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung

13.02 Uhr: In Deutschland sind bislang 31 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekannt. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag. Bis Montagmittag (29. März) waren dem Institut 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut in Langen berichtete.

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

Uni-Kliniken wollen Impfstopp mit Astrazeneca für jüngere Frauen

12.57 Uhr: Die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen sprechen sich für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Corona-Test nach Urlaub: Das müssen Reise-Rückkehrer wissen

12.36: Wer mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen will, darf das aktuell nur noch mit negativem Corona-Test. Die wichtigsten Informationen lesen Sie hier: Corona-Testpflicht: Was Reise-Rückkehrer jetzt wissen müssen

Deutsche Touristen auf Mallorca - was sagen Inselbewohner?
Deutsche Touristen auf Mallorca - was sagen Inselbewohner?

Pilotprojekt in Zwickau: VW-Betriebsärzte impfen gegen Corona

12.26 Uhr: Beim Autobauer Volkswagen in Zwickau werden seit Dienstag erste Mitarbeiter gegen Corona geimpft. Damit ist der Autobauer eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, bei denen Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligt sind. Laut VW, DRK und Sachsens Gesundheitsministerium handelt es sich um ein Modellprojekt. „Eine flächendeckende Einbindung von Betriebsärzten ist derzeit noch nicht möglich“, betonte das Ministerium auf Anfrage. „Aber mit diesem Test lassen sich wertvolle Erfahrungen sammeln.“

Fachverbände und Unternehmen fordern schon länger, die rund 12.000 Betriebsärzte in Deutschland in die Impfkampagne einzubinden. „Wenn man in die Fläche gehen will, müssen die Priorisierungen weg und genug Impfstoff da sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin, Thomas Nesseler, der Deutschen Presse-Agentur.

Corona: Globales Abkommen soll künftige Pandemien besser abwehren

12.14 Uhr: Als Lehre aus Corona plädieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehr als 20 weitere Staats- und Regierungschefs aus aller Welt für ein globales Abkommen zur Abwehr künftiger Pandemien. „Gemeinsam müssen wir mehr Vorsorge treffen, um eng abgestimmt Pandemien besser vorherzusagen, zu vermeiden, zu erkennen und einzuschätzen sowie sie wirksam zu bekämpfen“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Aufruf. Ziele sind auch eine verlässlichere Produktion und eine gerechtere Verteilung von Impfstoffen.

EU-Ratschef Charles Michel und Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO warben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz für das Abkommen. Die Pandemie habe die besten und die schlimmsten Seiten der Menschheit offengelegt, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Italien verhängt fünftägige Quarantäne bei Einreise aus anderen EU-Ländern

12.10 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie verhängt Italien eine Quarantänepflicht bei Einreisen aus anderen EU-Ländern. Reisende aus EU-Ländern müssten vor ihrer Einreise einen Corona-Test machen, nach ihrer Ankunft in Italien fünf Tage lang in Quarantäne bleiben und am Ende dieser Zeit wieder einen Corona-Test machen, hieß es am Dienstag aus Kreisen des Gesundheitsministeriums in Rom.

Wann die Regeln in Kraft treten sollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Für Besucher, die aus Ländern außerhalb der EU einreisen, gelten sie bereits. Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit von nicht notwendigen touristischen Reisen nach Italien ab. Das ganze Land wurde als Risikogebiet eingestuft.

Chefarzt am Klinikum Zittau nach Coronaerkrankung gestorben

11.44 Uhr: Der Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau ist nach einer Corona-Erkrankung gestorben. Wolfgang Eipperle (61) habe erst im vergangenen April die Stelle angetreten und leitete seitdem die Covid-Station in der Klinik, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Eipperle starb am 11. März.

"Selbst bis vor Kurzem in seinem Bemühen um die Rettung und Behandlung der Covid-Patienten in seiner Klinik tätig, konnten ihm die Ärzte und Pflegekräfte im Universitätsklinikum Dresden nicht mehr helfen", hieß es in der Traueranzeige des Klinikums. Zuvor hatten Medien berichtet.

Berliner Kliniken verimpfen Astrazeneca nicht mehr an Frauen unter 55

11.38 Uhr: Die Kliniken des Landes Berlin setzen bei Frauen unter 55 Jahren die Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin aus. Das bestätigte eine Sprecherin von Charité und Vivantes-Kliniken dem Berliner "Tagesspiegel" am Dienstag.

Weiter keine Einigung im Impfstoff-Streit in Sicht

11.35 Uhr: Im Streit um Corona-Impfstoff zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ist noch keine Einigung in Sicht. Die Diskussion über mehr Zusammenarbeit stehe erst am Anfang, hieß es am Dienstag aus Kreisen der EU-Kommission in Brüssel. Über Lieferungen von Astrazeneca-Impfstoff aus dem niederländischen Halix-Werk an Großbritannien sei noch nicht verhandelt worden. Ein EU-Vertreter widersprach damit britischen Medienberichten über einen nahen Kompromiss.

Beide Seiten hatten sich in den vergangenen Wochen gegenseitig teils scharf kritisiert. Anlass waren Lieferkürzungen des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca: Statt 300 Millionen Impfdosen will das Unternehmen der Europäischen Union nur 100 Millionen bis zur Jahresmitte liefern. Großbritannien war hingegen lange von Kürzungen kaum betroffen

Grenzkontrollen zu Tschechien verlängert

11.15 Uhr: Deutschland verlängert die in der Corona-Krise eingeführten stationären Grenzkontrollen zu Tschechien um weitere 14 Tage und beendet die Kontrollen zum österreichischen Bundesland Tirol. Das teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag in Berlin mit.

Zahl der Neuinfektionen in USA steigt – 69.000 Fälle an einem Tag

11.08 Uhr: In den USA steigt die Anzahl der Corona-Neuinfektionen. Am Montag wurden binnen eines Tages 68 648 neue Fälle registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins Universität (JHU) vom Dienstagmorgen (MESZ) hervorging. Das waren rund 17.000 mehr als vor einer Woche mit 51 567. Die Anzahl der Toten im Zusammenhang mit einer Infektion lag bei 668. Am vergangenen Montag waren es den Angaben nach 586 gewesen.

Mit rund 30,3 Millionen Infektionen und mehr als 550. 000 Toten sind die Vereinigten Staaten in absoluten Zahlen das weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Inzwischen haben laut der Behörde CDC rund 52,6 Millionen Menschen den vollen Impfschutz bekommen. Insgesamt zählen die USA knapp 330 Millionen Einwohner.

Quarantäne missachtet: Zwei Jahre auf Bewährung für Vietnamesen

11 Uhr: Ein Flugbegleiter ist in Vietnam wegen des Brechens der Corona-Quarantäneregeln zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Gericht in Ho-Chi-Minh-Stadt sah es nach eintägiger Prozessdauer als erwiesen an, dass der 29-Jährige der "Verbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten" schuldig sei. Der Mann, der für die nationale Gesellschaft Vietnam Airlines tätig war, habe sich nach einer Landung aus Japan und zwei negativen Corona-Tests nicht an die strenge 14-tägige Quarantänepflicht gehalten und stattdessen 46 Menschen unter anderem in einem Restaurant und einem Englisch-Kurs getroffen.

Als der Flugbegleiter Ende November dann doch positiv getestet wurde, habe er bereits mindestens drei Menschen mit dem Virus angesteckt, hieß es. Aus einem Polizeibericht ging hervor, dass anschließend etwa 2000 Menschen getestet und unter Quarantäne gestellt werden mussten. Dies allein habe knapp 200 000 Dollar (170 000 Euro) gekostet. Da der Angeklagte keine Vorstrafen hatte, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Trotz Lockdown erholt sich der Arbeitsmarkt

10.43 Uhr: Viele Unternehmen in Deutschland wollen trotz des Lockdowns neue Mitarbeiter einstellen. Vor allem die starke Industriekonjunktur motiviere Firmen zu ersten Neueinstellungen, vor allem in der Elektroindustrie, teilte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mit. Das monatliche Ifo-Beschäftigungsbarometer ist auf 97,6 Punkte gestiegen, den höchsten Stand seit Februar 2020. Das Beschäftigungsbarometer beruht auf einer monatlichen Umfrage unter 9000 Unternehmen. Demnach will auch die Dienstleistungsbranche Personal einstellen, getrieben von Logistikunternehmen und IT-Firmen. Der Einzelhandel jedoch baut laut Ifo weiter Mitarbeiter ab.

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen würden ihre persönliche Arbeitszeit gern reduzieren, wie die Münchner Wirtschaftsforscher separat mitteilten. Demnach arbeiten 50 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen mehr, als sie gern würden. Das Ifo-Institut hat in einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung Daten des Sozio-oekonomischen Panels und des Panels Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung ausgewertet, zweier Langzeitbefragungen. Sowohl Männer als auch Frauen würden demnach Lohnverzicht akzeptieren. Auf der anderen Seite würden aber auch 17 Prozent der weiblichen und 9 Prozent der männlichen Beschäftigten gern mehr arbeiten.

Stamp fordert schnelle Änderung am Infektionsschutzgesetz

10.13 Uhr: Im Kampf gegen die rasant steigenden Corona-Zahlen hat Nordrhein-Westfalens Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) eine rasche Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch das Parlament gefordert. Anstatt in die Osterpause zu gehen, sollten Bundestag und Bundesrat den "Rahmen für das Infektionsschutzgesetz" beschließen, den Länder und Kommunen dann vor Ort in die Praxis umsetzten, sagte der NRW-Familienminister am Dienstag im Hörfunksender WDR 5.

Das Ergebnis wären dann nicht "Schnellschüsse" wie die von Bund und Ländern vereinbarte und dann von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder gekippte Osterruhe. "Sondern dann würde das vernünftig besprochen und könnte Grundlage sein für nächsten zehn schwierigen Wochen", sagte Stamp. Bis Ende Mai oder Anfang Juni sei in der Pandemie noch eine "schwierige Phase" zu durchstehen.

"Habe Angst" – Oberste US-Seuchenschützerin warnt vor vierter Welle

9.50 Uhr: Die USA sind nach wie vor das am schwersten von Corona getroffene Land der Erde. Trotz großen Anstrengungen der Biden-Regierung hat das Land inzwischen über 550.000 Tote zu beklagen, gut 30 Millionen Infektionen sind bisher nachgewiesen worden. Trotzdem werden auch in den USA die Forderungen nach Öffnungen immer lauter.

Die Chefin der US-Seuchenschutzbehörde CDC, Rochelle Walensky, warnte nun in einem bemerkenswerten Moment vor einer vierten Corona-Welle. In einem Corona-Briefing im Weißen Haus wich Walensky von ihrer vorbereiteten Rede ab und sagte: "Uns droht Unheil." Zwar hätten die USA vieles, über das sie sich freuen könnten. Aber dennoch gestand die 51-Jährige: "Im Moment habe ich Angst."

Nicht nur als CDC-Direktorin, "sondern als Ehefrau, Mutter und Tochter" bat sie die US-Bevölkerung "noch etwas länger durchzuhalten". Alle Erfolge im Kampf gegen das Virus entbänden etwa nicht von der Einhaltung der Grundregeln, wie Abstand-halten oder dem Tragen von Schutzmasken. Unter anderem der britische "Guardian" berichtete ausführlich von dem Briefing.

Walensky verwies dabei auf Europa, wo Länder wie Italien oder Deutschland einen beunruhigenden Anstieg an Infektionen verzeichnen mussten und sagte: "Wie sind nicht machtlos. Wir können den Verlauf der Pandemie ändern."

Corona-Party-Skandal erschüttert Japans Politik

9.15 Uhr: Japans Gesundheitsministerium wird mitten im Kampf gegen das Coronavirus von einem handfesten Skandal um Party feiernde Beamte erschüttert. Gesundheitsminister Norihisa Tamura sah sich am Dienstag zu einer Entschuldigung bei der Bevölkerung gezwungen, nachdem 23 Beamte seines Hauses bei einer Feier in einem Restaurant auf Tokios Luxus-Einkaufsmeile eklatant gegen die Corona-Regeln verstoßen hatten.

Die Staatsbediensteten hätten das „Vertrauen der Menschen verraten“, sagte Tamura. Zwar ist der Notstand in Tokio aufgehoben, die Regierung verlangt von Restaurants und Bars jedoch, schon um 21.00 Uhr zu schließen. Die mit der Gesundheit von Senioren beauftragten Beamten scherte das nicht, sie feierten bis Mitternacht.

Das Gesundheitsministerium steht an vordester Front im Kampf gegen die Pandemie und ist verantwortlich für den vergleichweise langsamen Impfprozess im Land.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident gegen deutschlandweite Corona-Notbremse

8.33 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich gegen eine bundesweite Corona-Notbremse wegen des Anstiegs der Infektionszahlen ausgesprochen. Die Notbremse müsse dort gezogen werden, "wo es virologisch geboten ist", sagte Günther am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Ich glaube, es macht keinen Sinn, es überall gleichermaßen zu machen."

Günther verwies auf Landkreise in Schleswig-Holstein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz bei deutlich unter 50 oder sogar unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liege. "Da wäre es vollkommen unangemessen, solche Entscheidungen zu treffen", betonte Günther. Wo die Inzidenz über 100 liege, seien "verschärfte Maßnahmen absolut notwendig". So sei es auch zwischen Bund und Ländern verabredet worden.

"Kriegen das nicht in Griff" – Hamburger Klinikchef fordert harten Lockdown

8.30 Uhr: Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, hat sich mit Blick auf die Infektionszahlen für einen harten Lockdown ausgesprochen. "Selbst mit diesen Beschränkungen, die jetzt ja noch gelten, kriegen wir das nicht in den Griff. Dieser Anstieg jeden Tag – der wird immer schlimmer", sagte der Mediziner am Montagabend dem "Hamburg Journal" im NDR Fernsehen. Sogar mit einem harten Lockdown werde der "Bremsweg mehrere Wochen lang" sein.

Er gehe auf Basis von Berechnungen davon aus, dass die Kliniken in den kommenden Wochen deutlich mehr Intensivpatienten behandeln werden müssen als in der zweiten Welle. "Daher sollte man wirklich sicherlich jetzt (...) absolute Kontaktsperre und Kontaktreduzierung durchsetzen. Das geht anscheinend nur mit einem Lockdown."

Brasiliens Präsident Bolosonaro muss sechs Minister tauschen

8.05 Uhr: Angesichts zunehmender Kritik wegen des fehlenden Krisenmanagements in der Corona-Pandemie hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro die Spitzen von sechs Ministerien neu besetzt. Die Namen der neuen Minister sollten im Amtsblatt veröffentlicht werden, hieß es am Montagabend (Ortszeit). Bolsonaro steht zunehmend unter Druck, seit dem vergangene Woche erstmals mehr als 3000 Tote an einem Tag gemeldet worden waren. Lesen Sie dazu: Was die brasilianische Mutante so gefährlich macht

Zu den Abgängen gehören Außenminister Ernesto Araújo und Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva, mit denen das Ministerkarussell am Montag begonnen hatte. Auf sie folgten der Karrierediplomat Carlos Alberto Franco França und der General Walter Souza Braga Netto, bisher "Chefe da Casa Civil", vergleichbar mit dem Kanzleramtschef.

Dass Araújo vom ideologischen Flügel der Regierung des Rechtspopulisten Bolsonaro seinen Rücktritt einreichte, wird als herber Schlag für den Bolsonarismus gesehen.

Corona: Brasilianische Mutation dreimal ansteckender
Corona: Brasilianische Mutation dreimal ansteckender

USA drücken beim Impfen weiter aufs Tempo

8.00 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Impfkampagne in seinem Land weiter beschleunigt und seine Landsleute zugleich aufgerufen, im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie nicht nachzulassen. "Unsere Arbeit ist noch lange nicht getan, der Kampf gegen Covid-19 ist noch lange nicht vorbei", sagte Biden am Montag in einer Fernsehansprache. "Wir befinden uns mit dem Virus in einem Rennen um Leben und Tod."

Bis zum 19. April würden die Kapazitäten so weit ausgebaut, dass 90 Prozent der erwachsenen US-Bürgerinnen und Bürger eine Impfung in Anspruch nehmen könnten, versprach Biden. Dafür sollen verstärkt Apotheken einbezogen werden, von derzeit 17.000 auf demnächst fast 40.000. Auch sollen in den kommenden drei Wochen zahlreiche neue Impfzentren entstehen. 90 Prozent der erwachsenen US-Bürger sollen im Umkreis von fünf Meilen von ihrem Zuhause Zugang zu einer Impfeinrichtung haben.

Testpflicht bei Einreise mit Flugzeug tritt am Dienstag in Kraft

7.30 Uhr: Seit Dienstag ist die Einreise per Flugzeug nach Deutschland nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Eine entsprechende Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung trat um Mitternacht in Kraft. Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt. Der Test darf bei der Einreise maximal 48 Stunden alt sein.

Die Testpflicht hatte zunächst bereits am Freitag eingeführt werden sollen, später wurde der vergangene Sonntag ins Visier genommen. Der negative Corona-Test bewahrt dabei nicht automatisch vor Quarantäne in Deutschland: Die entsprechenden Vorschriften auf Landesebene für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gelten weiter.

Förderbank KfW – Corona bremst Unternehmensgründungen aus

6.45 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird die Zahl von Unternehmungsgründungen nach Einschätzung von Experten sinken. "Die Corona-Krise brachte hohe Belastungen für Selbstständige und Unternehmen mit sich, die wirtschaftliche Unsicherheit ist dabei deutlich gestiegen. Zu Beginn des Jahres 2020 wurden daher zunächst viele Gründungsplanungen auf Eis gelegt", sagte die Chefvolkswirtin der Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib.

Zwar seien im zweiten Halbjahr einige der Gründungspläne nachgeholt und letztlich doch realisiert worden. "Die Gründungstätigkeit war 2020 insgesamt aber dennoch schwächer als im Jahr davor." Genaue Zahlen für 2020 will die KfW erst Mitte des Jahres vorlegen.

SPD-Ministerpräsidentin Dreyer – "Testen ist Bürgerpflicht"

6.31 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Menschen aufgefordert, sich häufiger auf das Coronavirus testen zu lassen. "Wer sich testet, hilft dabei, Infektionen rechtzeitig zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten und man andere Menschen unbemerkt anstecken kann", sagte Dreyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Neben konkreten Schutzmaßnahmen sei das Testen im Kampf gegen die Pandemie zentral. "Testen ist auch eine Bürgerpflicht", sagte Dreyer.

DGB-Chef fordert verbindliche Testpflicht für Unternehmen

6.02 Uhr: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) fordert eine bundesweite Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten. "Die Selbstverpflichtung allein reicht nicht. Viel zu viele Arbeitgeber weigern sich immer noch, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Testangebote müssen verpflichtend sein und die Kosten müssen von den Arbeitgebern getragen werden", sagte der DGB-Chef Reiner Hoffmann, dieser Redaktion.

Die Betriebs- und Personalräte wollen die Durchführung der Tests in den Betrieben unterstützen. Allerdings müssten die Tests "für die Beschäftigten weiterhin freiwillig sein". Grundsätzlich begrüßte Hoffmann, "dass sich bereits viele Arbeitgeber zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bekennen und ihrerseits Tests anbieten". Lesen Sie dazu: Corona – Gewerkschaft fordert Pflicht für Schnelltests

Kanada verimpft Astrazeneca nur noch eingeschränkt

5.58 Uhr: Angesichts der Berichte über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen empfiehlt auch Kanada Einschränkungen für den Impfstoff. Die zuständigen Experten erklärten am Montag, Astrazeneca solle nicht bei Menschen unter 55 Jahren zum Einsatz kommen.

Es gebe eine "beträchtliche Ungewissheit" hinsichtlich des Nutzens des Vakzins bei Menschen unter 55 Jahren, sagte der Gesundheitsbeamte Howard Njoo bei einer Pressekonferenz. Die Verwendung des Corona-Impfstoffs für diese Altersgruppe werde vorerst ausgesetzt, bis weitere Risiko-Analysen vorlägen.

Denjenigen, die in den vergangenen drei Wochen eine Astrazeneca-Dosis erhalten haben, wurde empfohlen, einen Arzt aufzusuchen. Bisher seien keine Fälle von Blutgerinnseln in Kanada registriert worden, sagte die Gesundheitsbeamtin Supriya Sharma. Die Entscheidung der kanadischen Behörden nehme Bezug auf die in Europa aufgetretenen Fälle.

Städte- und Gemeindebund fordert Länder zu Wechsel bei der Impfstrategie auf

5.47 Uhr: Angesichts von Millionen nicht genutzter Corona-Impfdosen fordern die Kommunen einen Strategiewechsel der Länder: Diese würden den Stoff teilweise erst verimpfen, "wenn sowohl die Impfdosen für die erste als auch für die zweite Impfung vorrätig" seien, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Das muss jetzt flächendeckend beendet werden."

Landsberg verwies auf das Saarland und Rheinland-Pfalz. "Diese sind diesen Weg von vorneherein gegangen. Das war richtig." So hätten im Saarland schon 12 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, in Nordrhein-Westfalen erst 9,3 Prozent und Sachsen erst 8,7 Prozent.

"Wenn in einzelnen Impfzentren weiterhin ein Teil der Termine ausfällt, weil Menschen nicht zu vereinbarten Impfungen erscheinen, sollte überlegt werden, eine schnelle und unkomplizierte Lösung, etwa über Nachrückerlisten, zu finden", forderte Landsberg mehr Pragmatismus: "Die Impfdosen gehören in die Arme und nicht in die Kühlschränke."

Städtetag verteidigt bestehende Öffnungsschritte

5.33 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, hat sich für eine Beibehaltung bereits erfolgter Öffnungsschritte ausgesprochen, wenn diese an Corona-Tests geknüpft seien. Neue Lockerungen dagegen seien angesichts der angespannten Lage in der Pandemie nicht zu verantworten, sagte Jung unserer Redaktion. "Aber wenn Länder bestehende Lockerungen an Negativtests knüpfen, ist das ein ernstzunehmender Versuch."

Wenn ein Land wie NRW dies seinen Kommunen ermögliche, verstehe er, dass Kolleginnen und Kollegen davon auch Gebrauch machen würden, erklärte Jung, der selbst Oberbürgermeister von Leipzig ist. "Solange Menschen, die negativ getestet sind, Möbel oder Kleidung einkaufen, sollte das vertretbar sein."

Er forderte allerdings klare Bedingungen für die Umsetzung solcher Modelle: "Bis zu welcher Grenze diese Form der Notbremse unter welchen Bedingungen verantwortbar ist, muss das jeweilige Land allerdings auch festlegen", sagte Jung.

Im ARD-"Morgenmagazin" machte Jung nochmal deutlich, dass er zur Bekämpfung der Pandemie auf einschneidende Maßnahmen wie einen harten Lockdown setzt. Angesichts der aktuellen Lage, in der die Zahlen "durch die Decke" gehen, reiche flächendeckendes Testen nicht mehr, sagte der Leipziger Oberbürgermeister am Dienstag. "Wir laufen sehenden Auges in die Situation, die wir nicht mehr beherrschen könnten in den Intensivstationen."

Brinkhaus: "Nicht gegeneinander arbeiten" – Unionsfraktionschef mahnt Bund und Länder zu Zusammenhalt

0.22 Uhr: Nach der Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vorgehen einiger Bundesländer in der Corona-Bekämpfung hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus eindringlich zum Zusammenhalt zwischen Bund und Ländern aufgerufen. Merkel habe richtigerweise angesprochen, dass die Maßnahmen nicht ausreichten, um das exponentielle Wachstum zu brechen und auch, dass der Bund mehr Kompetenzen erhalten könnte. Das würde er sich auch wünschen, sagte Brinkhaus am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Richtig sei aber auch: "Das geht nur zusammen mit den Bundesländern." "Wir müssen jetzt gerade in der Krise zusammenhalten und nicht gegeneinander arbeiten", mahnte der CDU-Politiker.

Man müsse mehr tun, um die Pandemie einzudämmen, betonte der Fraktionschef. "Das geht nicht im Streit zwischen Bund und Ländern, weil ja alle guten Willens sind. Sondern es geht nur in einem Zusammen. Da muss jetzt jeder sein Ego zurückstellen. Da geht's nicht um Wahlkampf. Da geht's nicht um Parteiinteressen. Da geht's auch nicht um persönliche Interessen. Sondern es geht um unser Land."

Montag, 29. März: Staatschefs fordern neuen Vertrag zur Bekämpfung von Pandemien

22.07 Uhr: Angela Merkel sind auch dabei Emmanuel Macron: Mehr als zwanzig Staats- und Regierungschefs aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika haben einem Bericht zufolge vorgeschlagen, einen neuen völkerrechtlichen Vertrag zur Vorbeugung und Bekämpfung künftiger Pandemien auszuarbeiten. Damit sollten die Lehren aus den Fehlern im Umgang mit Covid-19 gezogen werden, heißt es in einem Aufruf, der in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und auf "faz.net" veröffentlicht wird.

Neben Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron zählen unter anderem auch EU-Ratspräsident Charles Michel, Chiles Präsident Sebastian Pinera, Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, Südkoreas Präsident Moon Jae In und Indonesiens Präsident Joko Widodo zu den Unterzeichnern. "Covid-19 hat unsere Schwächen und unsere Uneinigkeit offengelegt", heißt es in dem Aufruf. Jetzt sollten Chancen ergriffen und die Weltgemeinschaft über die Krise hinaus gemeinsam tätig werden. Es werde auch künftig Pandemien und andere schwere Gesundheitskrisen geben, denen sich kein einzelner Staat und keine internationale Organisation allein stellen könne.

Istanbul ist Hochrisikogebiet – Türkei verschärft Corona-Maßnahmen

20.35 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat für einen Großteil des Landes eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt. 58 von 81 Provinzen, darunter die Millionenmetropole Istanbul, seien als Gebiete mit sehr hohem Risiko (rote Kategorie) eingestuft worden, sagte Erdogan am Montag nach einer Kabinettssitzung. Das betreffe etwa 80 Prozent der rund 84 Millionen Einwohner. In den rot eingestuften Regionen gilt demnach wieder eine Ausgangssperre an Samstagen und Sonntagen. Restaurants und Cafés bleiben aber vorerst weiter geöffnet.

Erdogan kündigte zudem Einschränkungen während des Fastenmonats Ramadan, der Mitte April beginnt, an. Menschenansammlungen zum gemeinsamen Fastenbrechen etwa würden nicht gestattet. Zudem gebe es dann landesweite Ausgangsbeschränkungen am Wochenende und Restaurants müssten auf Paketservice umstellen.

Bundesregierung wird Reisen ins Ausland nicht verbieten

20 Uhr: Den Briten droht bei einer Urlaubsreise ins Ausland eine saftige Strafe von mehreren tausend Euro und auch in Belgien ist der Auslandsurlaub tabu. In Deutschland wird er aber weiterhin grundsätzlich möglich sein. Ein Regierungssprecher verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend auf die geltenden Bestimmungen für Reisende. "Eine darüber hinausgehende rechtliche Regelung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant", fügte er hinzu. Ein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen. Im Streit um Reisen nach Mallorca waren die zuständigen Ressorts nach der Bund-Länder-Schalte vom vergangenen Mittwoch gebeten worden, ein Verbot juristisch zu überprüfen.

Auch Ramelow in Corona-Isolation

19.21 Uhr: Nach Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Corona-Isolation begeben. Beide hatten vergangenen Freitag an einer Bundesratssitzung teilgenommen, nach der zahlreiche Anwesende im Plenarsaal einen Warnhinweis erhielten.

Der Linken-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Amtsarzt des Saale-Orla-Kreises habe ihm auferlegt, alle Kontakte zu unterbinden. Ramelow hat in dem Ostthüringer Landkreis ein Ferienhäuschen. Er verlasse derzeit nicht sein Grundstück und könne daher auch nicht an Landtagssitzungen teilnehmen. Auch die beiden Minister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) und Dirk Adams (Grüne) vermeiden demnach wegen einer Meldung bei der Corona-Warn-App Kontakte. Ramelow will am Mittwoch einen PCR-Test machen lassen, um Gewissheit zu bekommen.

Sechs Bundesländer erhalten zusätzliche Impfdosen

18.59 Uhr: Sechs Bundesländer bekommen für den Kampf gegen Corona zusätzliche Impfdosen. Grund dafür ist vor allem die Angst vor einer Ausbreitung verschiedener Corona-Mutanten in Grenzgebieten. Daher erhält Bayern laut Bundesgesundheitsministerium 105.300 zusätzliche Dosen und Sachsen 93.600 Dosen. Das Saarland soll 81.900 Dosen extra bekommen, Thüringen 35.100 Dosen, Rheinland-Pfalz 23.400 und Sachsen-Anhalt 11.700 Dosen.

Müller widerspricht Merkels Forderung nach Umsetzung der Notbremse

18.30 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur stringenteren Umsetzung der Corona-Notbremse zurückgewiesen. "Ich glaube nicht, dass es klug ist, aus dem Kanzleramt heraus jetzt ein Länder-Bashing zu betreiben, denn wir haben alle gemeinsam eine große Aufgabe zu bewältigen und haben auch schon viel gemeinsam erreicht", sagte Müller am Montag in der "Tagesschau".

Der Berliner Senat hat eine auf Corona-Tests basierende Gegenstrategie mit Öffnungen aber auch Beschränkungen beschlossen. Dafür erntet die Landesregierung jedoch zunehmend Kritik. Nach seinen Beschlüssen vom Wochenende mehren sich selbst in der rot-rot-grünen Koalition Forderungen nach schärferen Maßnahmen bis hin zu Ausgangssperren.

Hamburgs Bürgermeister geht in Quarantäne

18.04 Uhr: Nach einem Hinweis der Corona-Warn-App ist Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in Quarantäne gegangen. Die Warnung stehe offenbar im Zusammenhang mit der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag, nach der zahlreiche im Plenarsaal Anwesende einen entsprechenden App-Hinweis erhalten hätten, teilte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Montag mit. Neben Tschentscher hätten sich auch Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) sowie die Außenbevollmächtigte des Senats beim Bund und der EU, Staatsrätin Almut Möller (SPD), in freiwillige häusliche Isolation begeben. "Sie arbeiten derzeit im Homeoffice und lassen am kommenden Mittwoch einen PCR-Test durchführen", sagte Schweitzer.

Johnson & Johnson kündigte massive Impfstofflieferung für Afrika an

17.27 Uhr: Das US-amerikanische Pharmaunternehmen Johnson & Johnson will die Länder der Afrikanischen Union (AU) aber der zweiten Jahreshälfte mit Hunderten Millionen Impfdosen beliefern. Darauf hätten sich der Staatenbund und das Unternehmen am Montag verständigt, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Die Lieferung von bis zu 220 Millionen Dosen soll im dritten Quartal starten. Zudem könnten weitere 180 Millionen Impfdosen bestellt werden, sodass 2022 eine Gesamtmenge von 400 Millionen Impfdosen erreicht sei. Die Verfügbarkeit des Impfstoffes hänge von der Zulassung nationaler Behörden in den 55 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union ab, fügte Johnson & Johnson in einer Erklärung hinzu.

Greift Merkel mittels Ausgangssperren durch?

17.22 Uhr: Weil in einigen Bundesländern die Corona-Notbremse nicht so umgesetzt wird, wie Angela Merkel es erwartet, droht die Kanzlerin bei "Anne Will" jetzt durchzugreifen. Theoretisch könnte der Bund gegenüber den Ländern mittels einer Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes das Kommando übernehmen. Merkel bezeichnete dabei Ausgangssperren als ein "wichtiges Mittel". Wie wahrscheinlich ist die Umsetzung des Plans? Lesen Sie dazu: Lockdown: Drohen jetzt bundesweite Ausgangsbeschränkungen?

Trotz großem Touristenzulauf – Lage auf Mallorca bleibt entspannt

16.44 Uhr: Nach der Ankunft von Tausenden Touristen aus Deutschland bleiben die Corona-Zahlen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln vorerst weiter relativ niedrig. Binnen 24 Stunden seien in der spanischen Region insgesamt 43 Neuinfektionen und kein einziger Todesfall registriert worden, teilten die balearischen Gesundheitsbehörden am Montag in Palma mit. Das waren 16 Neuinfektionen weniger als am Vortag. Am Montag vor eine Woche lag der Tageswert der Ansteckungen bei 29.

Auf Mallorca wurden den amtlichen Angaben zufolge 42 der 43 Neuinfektionen registriert. Eine Ansteckung sei auf Ibiza gemeldet worden. Nach den vorliegenden Informationen wurde bisher kein Tourist aus Deutschland positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet. Die Regionalregierung mahnt jedoch weiter zu großer Vorsicht. Mehr dazu: Corona-Urlaub: Darum zieht Mallorca jetzt die Notbremse

Kreis stoppt Impfung von Frauen unter 55 mit Astrazeneca

16.10 Uhr: Der Kreis Euskirchen hat am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf "eine schwerwiegende Erkrankung" einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

"Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind", hieß es in einer Mitteilung.

Lesen Sie dazu: Thrombose & Astrazeneca: Neue Studie zeigt keine erhöhte Gefahr

Zahlreiche Impfzentren bleiben an Oster-Feiertagen geschlossen

15.53 Uhr: Über die Osterfeiertage bleibt in Deutschland eine ganze Reihe von Impfzentren geschlossen. So wird beispielsweise in den Impfzentren in Brandenburg an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag nicht gearbeitet, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung vom Montag in den Bundesländern ergab. Im Saarland wird sonntags generell nicht geimpft.

Die Corona-Impfungen in Thüringen laufen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen auch über Ostern weiter - allerdings sind nicht alle an sämtlichen Ostertagen geöffnet. Geimpft werde am Karfreitag und am Ostermontag in allen regionalen Impfstellen und -zentren, für die Termine an diesen Tagen vereinbart wurden, sagte der KV-Impfmanager Jörg Mertz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Am Ostersamstag und -sonntag ist hingegen nur das Impfzentrum auf der Erfurter Messe geöffnet.

In weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, seien Schließungen möglich, wie es dem Bericht der "Bild" nach aus den Landesregierungen heißt. Ob die Impfzentren geöffnet blieben hänge davon ab, wie viel Impfstoff vorhanden sei.

Erste Impfstoff-Lieferungen von Johnson & Johnson Mitte April

14.45 Uhr: Die ersten Lieferungen des vierten zugelassenen Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson für Deutschland sollen ab Mitte April kommen. In der Woche vom 12. April werden 256.800 Dosen erwartet, in der Woche vom 26. April weitere 444.000 Dosen, wie aus einer Lieferprognose des Herstellers hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichtete "Bild" (Montag) darüber. Im Mai sollen 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni 7,1 Millionen, so dass im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen zusammenkommen sollen.

Im dritten Quartal werden demnach 22 Millionen Dosen erwartet, im vierten Quartal dann noch 4,6 Millionen Dosen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson war am 11. März in der Europäischen Union zugelassen worden. Bei dem Präparat reicht eine Spritze, eine zweite Impfung ist nicht nötig. Bereits in Deutschland eingesetzt werden die Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

Linke lehnt flächendeckende Ausgangsbeschränkungen ab

14.37 Uhr: Die Linke lehnt flächendeckende nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Deutschland zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab. Partei-Chefin Janine Wissler sagte am Montag in Berlin, es sei Menschen schwer zu erklären, wenn sie am Tag mit vollen Bussen und Bahnen zur Arbeit führen und nach 20 oder 21 Uhr nicht spazieren gehen dürften. "Das halten wir für unverhältnismäßig."

Wissler forderte, in der Pandemiebekämpfung das Arbeitsleben stärker in den Blick zu nehmen. Corona-Infektionen endeten nicht am Betriebstor. Arbeitgeber müssten verpflichtet werden, Arbeitnehmern, die nicht ins Homeoffice könnten, täglich Tests anzubieten. Zudem spricht sich die Linke für eine Homeofficepflicht "für alle, die nicht dringend in Präsenz erforderlich sind" aus.

Saarland hält an Öffnungsplan mit Tests nach Ostern fest

14.25 Uhr: Trotz Kritik hält das Saarland an seinem geplanten Modellprojekt für Lockerungen durch massenhaftes Testen fest. "Wir werden diese Strategie weiterverfolgen", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag. Es handele es sich "im Übrigen um eine sehr vorsichtige Strategie", die ab dem 6. April schrittweise umgesetzt werden solle. "Wir sorgen mit dem Saarland-Modell dafür, dass Aktivitäten, die im Moment drinnen stattfinden, im Verborgenen, ins Freie kommen", sagte er.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntagabend allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in der Pandemie angesichts der dritten Corona-Welle eine klare Absage erteilt. Das Saarland will ab vom 6. April an Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen: Voraussetzung für Gäste, Besucher und Nutzer ist ein tagesaktueller negativer Schnelltest. Weitere Öffnungsschritte könne es nach dem 18. April geben, hatte Hans vergangene Woche angekündigt: In der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen.

Studie: Erste Dosis verleiht Pflegeheim-Bewohnern bereits Schutz

13.48 Uhr: Die beiden in Großbritannien eingesetzten Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca verhindern bereits nach der ersten Dosis mehr als die Hälfte aller zu erwartenden Infektionen bei Pflegeheimbewohnern. Das geht aus einer Studie des University College London (UCL) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Demnach verhindern beide Präparate vier Wochen nach einer ersten Impfdosis 56 Prozent der Infektionen mit dem Coronavirus. Eine Woche später betrage dieser Impfschutz bereits 62 Prozent, hieß es in einer Mitteilung. Betrachtet wurden mehr als 10.000 Pflegeheimbewohner in England mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren. Dabei wurde verglichen, wieviele Infektionen in einer geimpften Gruppe im Vergleich zu einer ungeimpften Gruppe auftraten. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine einzelne Impfdosis eine Schutzwirkung hat, die von der vierten bis mindestens zur siebten Woche nach der Impfung anhält", sagte Laura Shallcross vom Institut for Health Informatics der Universität.

Laschet verteidigt Länderkurs in der Corona-Pandemie

13.25 Uhr: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat das Vorgehen der Länder in der Corona-Pandemie gegen die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigt. "Jeder will, dass die Infektionszahlen runtergehen, und jeder hat für sein Land entsprechende Maßnahmen gemacht", sagte Laschet am Montag in Berlin nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums. Er räumte ein, dass diese Maßnahmen "sehr unterschiedlich" seien.

Ausdrücklich verteidigte der CDU-Chef auch das unter anderem in Berlin geplante Konzept, Einkaufsmöglichkeiten mit Terminvergabe und Vorlage eines negativen Coronatests zu schaffen. Das sei eine Möglichkeit unter vielen, mehr infizierte Menschen zu entdecken und Infektionsketten zu durchbrechen. Laschet sagte in direktem Bezug auf Merkels Kritik: "Nordrhein-Westfalen hat die Notbremse flächendeckend verpflichtend für alle Landkreise per Verordnung umgesetzt."

Coronavirus wurde wohl über zwei Tierarten übertragen

13.12 Uhr: Die niederländische Virologin Marion Koopmans hat Kernaussagen aus einem bisher unveröffentlichten WHO-Bericht bestätigt, dass das Corona-Virus wohl über zwei Tierarten auf den Menschen übergesprungen sei. Von Fledermäusen über ein anderes Tier auf den Menschen sei "die wahrscheinlichste Route", sagte Koopmans am Montag im Radio. Es sei dagegen sehr unwahrscheinlich, dass das Virus aus einem Labor stamme, sagte die Virologin.

Koopmans gehörte dem Expertenteam an, das Anfang des Jahres im Auftrag der WHO in Wuhan in China die Entstehung der Pandemie untersucht hatte. Einige Medien hatten zuvor aus einer Konzeptversion des WHO-Berichtes berichtet.

WHO: Ursprung des Corona-Virus steht "wahrscheinlich" fest
WHO: Ursprung des Corona-Virus steht "wahrscheinlich" fest

Ärztegewerkschaft fordert "kurzen, harten Lockdown"

12.52 Uhr: Angesichts exponentiell steigender Corona-Fallzahlen fordert die Ärztegewerkschaft Marburger Bund einen "kurzen, harten" Lockdown ab Ostern: "Wir müssen die Osterwoche und die anschließende Ferienwoche unbedingt dazu nutzen, die Fallzahlen drastisch nach unten zu drücken", sagte dessen Vorsitzende, Susanne Johna, unserer Redaktion. Nur so werde man eine Überlastung der Krankenhäuser durch immer mehr Covid-19-Patienten verhindern können.

Ausgangsbeschränkungen würden nicht reichen, um die dritte Welle zu brechen. "Die Politik sollte den Mut aufbringen, sich der Instrumente zu bedienen, die vor einem Jahr die erste Welle gestoppt haben", so Johna. Ein kurzer, harter Lockdown sei allemal besser, als ein inkonsequentes Auf und Ab, wie es gerade zu erleben sei. Johna forderte zudem eine gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen zu regelmäßigen Testangeboten für Beschäftigte: "Dort, wo Menschen aus beruflichen Gründen zusammenkommen müssen, brauchen wir eine Testpflicht für die Betriebe." Die Selbstverpflichtung reiche offenbar nicht aus. "Hier muss die Wirtschaft ihrer Verantwortung gerecht werden."

Polen will bis Ende Juni zehn Millionen Menschen impfen

12.43 Uhr: Polen will bis Ende Juni mindestens zehn Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft haben. Das sagte Regierungssprecher Piotr Mueller am Montag. "Ich denke, dass die Zahl sogar höher sein wird, aber ich bin mit der Prognose lieber vorsichtig", erklärte Mueller dem öffentlich-rechtlichen TV-Sender.

Bisher hat Polen 3,86 Millionen der 38 Millionen Einwohner zumindest einmal geimpft. Nahezu zwei Millionen Menschen haben bereits zwei Impfstoffdosen erhalten. Das Land verzeichnete zuletzt Rekordzahlen von rund 30.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. Nach Medienberichten fehlen Krankenhausbetten, Beatmungsgeräte und medizinisches Personal. In den am schwersten betroffenen Regionen müssen Krankenwagen oft von einem Krankenhaus zum anderen fahren, um freie Plätze für ihre Patienten zu finden. Das Gesundheitsministerium hat deshalb bereits erwogen, Patienten auf dem Luftweg in weniger stark betroffene Regionen zu transportieren.

Brandenburg plant mehr Impfungen in Arztpraxen als in Impfzentren

12.18 Uhr: In Brandenburger Arztpraxen sind in der kommenden Woche mehr Corona-Impfungen als in den Impfzentren geplant. Jeweils rund 30.000 Impfstoffdosen von Biontech und Pfizer sollen in der nächsten und übernächsten Woche vom Bund an die Hausarztpraxen verteilt werden, wie die Kassenärztliche Vereinigung am Montag in Potsdam mitteilte. Das wären 20 Impfdosen pro Praxis bei rund 1500 Praxen. Weitere 28.000 Dosen von Astrazeneca sollen in den beiden Wochen an die 139 Arztpraxen im Land gehen, die beim Modellprojekt "Impfen in den Arztpraxen" mitmachen.

Der Chef der Brandenburger Kassenärzte, Peter Noack, sieht darin einen kräftigen Schub für die Impfungen. "In den Vertragsarztpraxen werden in der nächsten Woche mehr Menschen geimpft als in den Impfzentren - und das flächendeckend, wohnortnah und gemäß der geltenden Priorisierung", teilte Noack mit. Damit das gelinge, müssten die Impfstofflieferungen zuverlässig und pünktlich kommen und die Kampagne müsse von den Hausärzten auf alle Vertragsarztpraxen ausgeweitet werden, die regelmäßig impfen. Das seien landesweit 2200 Praxen.

Seehofer will mehr bundesweite Regeln für Pandemie-Bekämpfung

12.03 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer dafür ausgesprochen, dass der Bund im Kampf gegen die Corona-Pandemie das Ruder übernimmt. Dafür könne entweder das Infektionsschutzgesetz präzisiert oder ein eigenes Gesetz beschlossen werden, in dem dann genau geregelt sei, "was bei welcher Inzidenz zu geschehen hat". Der Bund habe "von jeher die Gesetzgebungskompetenz auf diesem Gebiet", sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung", "man muss nur Gebrauch davon machen".

Die Corona-Bekämpfung über Ministerpräsidentenkonferenzen zu betreiben, halte er für falsch, sagte der Innenminister: "Dieses Verfahren kann man so nicht weitermachen." Besser wäre es, die notwendigen Maßnahmen durch Bundestag und Bundesrat beschließen zu lassen. Corona-Tests seien eine wichtige Säule der Pandemie-Bekämpfung, wenn es um Öffnungsschritte gehe. Jetzt gehe es allerdings zunächst darum, in den kommenden zwei Woche möglichst viel herunterzufahren.

Arbeitgeber gegen Corona-Testpflicht für Unternehmen

11.59 Uhr: Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat sich gegen eine Corona-Testpflicht für Firmen ausgesprochen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger erklärte am Montag, die privaten Unternehmen hätten ihre Testanstrengungen stark ausgeweitet: "Mit dem ständigen Drohen einer gesetzlichen Regelung wird dieses Engagement nicht anerkannt. Ein Testgesetz schafft nicht mehr Schutz, sondern mehr Bürokratie, mehr Kosten, weniger Eigeninitiative und einen Haufen ungeklärter rechtlicher und organisatorischer Fragen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" unzufrieden gezeigt mit der Umsetzung der Selbstverpflichtung der Wirtschaft, dass jeder Mitarbeiter, der nicht im Homeoffice ist, sich zweimal pro Woche testen lassen kann. Sie habe den Eindruck, dass dies doch nicht flächendeckend umgesetzt werde, machte Merkel deutlich. Man müsse das Testen in den Betrieben "wahrscheinlich" verpflichtend machen.

Nächtliche Ausgangssperre in niedersächsischen Kommunen ab Inzidenzwert von 150

11.45 Uhr: In Niedersachsen müssen Kommunen mit einem Inzidenzwert von mehr als 150 ab sofort nächtliche Ausgangssperren verhängen. Das geht aus einer am Montag in Kraft getretenen neuen Corona-Verordnung der Landesregierung in Hannover hervor. Dies gilt allerdings nur dann, wenn sich das Infektionsgeschehen nicht mehr hinreichend eingrenzen lässt und eine unkontrollierte Ausbreitung droht.

Laut Verordnung können Städte und Gemeinden mit einer Inzidenz zwischen 100 und 150 Ausgangssperren zudem bereits nach eigenem Ermessen einsetzen. Diese gelten dann zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr. Bei sogenannten triftigen Gründen gelten jedoch Ausnahmen. Dazu zählt etwa der Weg zur Arbeit oder zum Arzt.

Lockerungen des Corona-Lockdowns in England in Kraft getreten

11.34 Uhr: In England sind die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie am Montag aufgehoben worden. Die Lockerung ist Teil eines Stufenplans, der die britische Provinz schrittweise aus dem monatelangen Lockdown führen soll. Trotz der Warnungen vor einer dritten Infektionswelle hält die Regierung von Premierminister Boris Johnson an den Plänen fest und verweist dabei auf ihre fortgeschrittene Impfkampagne.

Schlagzeilen wie "Happy Monday" (Glücklicher Montag) stimmten die Engländer auf die ersten Lockerungen ein. Im Freien dürfen sich die Menschen nun in Gruppen von bis zu sechs Personen treffen. Auch Breitensport ist wieder erlaubt. "Aber wir müssen vorsichtig bleiben", mahnte Johnson mit Blick auf "steigende Zahlen überall in Europa und neue Varianten, die unsere Impfkampagne gefährden".

Bodo Ramelow setzt sich für bundeseinheitliche Regeln ein

11.10 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kann sich eine bundeseinheitliche Regelung für Corona-Maßnahmen per Gesetz vorstellen und hat den Bund zum Handeln aufgefordert. "Man kann es im Infektionsschutzgesetz festlegen - ist mir auch recht - Hauptsache, es ist ein einheitlicher Rahmen", sagte Ramelow am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Ramelow betonte, die Thüringer Landesregierung erwarte seit Februar von der Bundesregierung, dass ein deutschlandweit einheitlicher Stufenplan beschlossen werde. Dies sei dem Bund auch schriftlich mitgeteilt worden. "Das Kanzleramt ist seit Februar gefordert, den Rahmen- und Stufenplan einfach abzuschreiben. Das könnte ein Praktikant machen - die bestehenden Stufenpläne aus Deutschland übereinanderlegen und dann gucken, ob das den Regeln entspricht, die das Kanzleramt sich wünscht", sagte Ramelow.

CDU-Ministerpräsidenten verteidigen ihre Corona-Vorhaben

10.51 Uhr: Nach der Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vorgehen verschiedener Länder in der Corona-Pandemie haben mehrere CDU-Spitzenpolitiker ihre Maßnahmen verteidigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bekannte sich Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montag in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums klar zu mehr Tests als Instrument in der Krise. Er habe betont, dass es in Nordrhein-Westfalen eine landesweite "Notbremse" gebe.

Die Kanzlerin hatte am Sonntagabend allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in der Pandemie angesichts der dritten Corona-Welle eine klare Absage erteilt. Merkel deutete auch an, dass der Bund tätig werden könnte, wenn die Länder nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen sollten. Kritik äußerte sie unter anderem auch am Vorgehen von Laschet und Hans.

Boris Palmer spricht sich für nächtliche Ausgangsbeschränkungen aus

10.46 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich für nächtliche Ausgangsbeschränkungen als weiteres Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Ich hätte gar nichts dagegen zu sagen: Ab 20 Uhr ist wirklich Ruhe", sagte Palmer am Sonntagabend in einer Online-Gesprächsrunde der "Bild"-Zeitung.

Mit Blick auf das derzeit laufende Modellprojekt in Tübingen sagte Palmer, tagsüber könne geordnet in der Außengastronomie gesessen oder mit Maske eingekauft werden. "Und nachts sind alle daheim - warum nicht." In Tübingen habe er nämlich das Problem, dass häufig nach 20 Uhr große Gruppen auf innerstädtischen Wiesen Partys feierten. Da gebe es keinen Abstand, sondern Alkohol, sagte der Grünen-Politiker.

Corona-Lockdown in Brisbane

10.30 Uhr: Wegen neu aufgetretener Infektionen mit dem Coronavirus gilt in der drittgrößten australischen Stadt Brisbane ab heute Abend ein dreitägiger Lockdown. Die Gesundheitsbehörden hätten vier neue Fälle lokal übertragener Infektionen ausgemacht, sagte die Regierungschefin des Staats Queensland, Annastacia Palaszczuk. Der Lockdown sei nötig, um die Kontakte nachverfolgen zu können.

Corona-Krise: Überschüsse der Kommunen geschrumpft

10.15 Uhr: Der Finanzierungsüberschuss der deutschen Kommunen ist im vorigen Jahr auf rund zwei Milliarden Euro zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt unter Berufung auf die sogenannte vierteljährliche Kassenstatistik mit. Demnach lag der Finanzierungsüberschuss 2019 noch bei 5,6 Milliarden Euro.

Die starken Steuerausfälle durch die Corona-Pandemie wurden dabei durch Finanzhilfen von Bund und Bundesländern ausgeglichen, wie das Bundesamt mitteilte. Insgesamt sanken die Steuereinnahmen der Gemeinden im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 98,4 Milliarden Euro, vor allem das Gewerbesteueraufkommen brach ein.

Tourismus-Beauftragter hält Reiseverbot für unwahrscheinlich

10.00 Uhr: Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, geht nicht von einem kompletten Auslandsreiseverbot aus. "Ich denke, dass wir derzeit in Europa kein Reiseverbot verhängen können, weil wir in der Europäischen Union eine Freizügigkeit haben", sagte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart."

"Freie Grenzen sind was ganz Wichtiges." Die Bundesregierung werde ihren Prüfauftrag zum Reiseverbot voraussichtlich diese Woche abschließen. "Ich glaube, dass wir wenig über Verbote reden sollten. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir Reisen möglich machen", so Bareiß.

WHO-Experten halten Corona-Übertragung durch zweite Tierart für wahrscheinlich

9.30 Uhr: Eine gemeinsame Studie von WHO und China sieht eine Übertragung des Coronavirus von Fledermäusen über ein anderes Tier auf Menschen als den wahrscheinlichsten Auslöser von Covid-19. Das geht aus einem Entwurf hervor, der der Nachrichtenagentur AP vorlag.

Die Forscher kamen demnach zu dem Schluss, dass eine Übertragung über eine zweite Tierart wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich sei. Eine direkte Übertragung von Fledermäusen auf Menschen stuften sie als wahrscheinlich ein, eine Übertragung über gefrorene oder gekühlte Nahrungsmittel hielten sie für möglich, aber nicht wahrscheinlich. Dass das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte, sei "extrem unwahrscheinlich."

Corona: Karl Lauterbach fordert "letzten harten Lockdown"

9.15 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der schnell steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland einen "letzten harten Lockdown" zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gefordert. "Wir können es nicht so laufen lassen", sagte Lauterbach im Westdeutschen Rundfunk. Andernfalls würden die Inzidenzzahlen in wenigen Wochen über 200 steigen.

Der SPD-Politiker plädierte einerseits für eine Pflicht zum Homeoffice und zu regelmäßigen Corona-Tests in den Betrieben. Außerdem sprach er sich für eine befristete Ausgangssperre am Abend aus. Die Bewegungsdaten der Handys zeigten, dass sich viele Menschen abends immer noch privat träfen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden.

Tierärzte wollen Menschen gegen Corona impfen

9.00 Uhr: Die deutschen Tierärzte fordern die Bundesregierung auf, sie in die Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie einzubinden. "Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten", sagte der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, der "Neuen Osnabrücker Zeitung."

Allerdings werde das Hilfsangebot bis heute ignoriert. Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften sei "diese Ignoranz" grob fahrlässig, kritisierte der Verbandschef. In den USA impfen Tierärzte bereits, auch in Frankreich können Tierärzte voraussichtlich bald Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen.

8.45 Uhr: Einige Mediziner warnen, dass besonders viele Menschen aus Zuwandererfamilien an Covid-19 erkranken. Einer der Gründe: ihre soziale Lage. Lesen Sie hier: Corona - Erkranken Migranten häufiger und schwerer? Unsere Kommentatorin Miriam Hollstein findet, das Thema Corona-Infektionen unter Migranten darf man nicht den Extremen überlassen.

Corona-Lage vor Ostern deutlich schlimmer als vor Weihnachten

8.30 Uhr: Anders als zu Weihnachten ist die Corona-Lage vor Ostern aus Sicht eines Wissenschaftlers brisanter. Vor allem die in Deutschland inzwischen vorherrschende Virusvariante B.1.1.7 breite sich stärker in Familien aus. Zudem seien die Zahlen derzeit ansteigend, sagte der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein Pulverfass, auf dem wir sitzen."

Anders als Ende 2020 seien zwar inzwischen viele Menschen aus der besonders gefährdeten hohen Altersgruppe geimpft. Allerdings liege der Anteil bei den über 70-Jährigen erst bei gut einem Viertel, sagte Lehr. "Bis die Wirkung richtig einsetzt, dauert es auch ein paar Wochen." Daher könne hier noch keine Entwarnung gegeben werden. "Wir haben also ein bisschen Entschärfung durch die Impfung, aber eine Verschärfung durch die Mutanten", bilanzierte er.

Handel schlägt Konsumgutscheine von 500 Euro pro Bürger vor

8.15 Uhr: Der Handel bringt einen Konsumgutscheine ins Spiel, um die Wirtschaft anzukurbeln. "Ein zusätzliches Einkommen von 500 Euro je Einwohner würde einen Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro bedeuten", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem "Handelsblatt".

Diese sollten ausgegeben werden, sobald die Pandemie besser unter Kontrolle sei und die Menschen wieder Lust auf einen Einkaufsbummel hätten. Eine Einzelfallprüfung auf Bedürftigkeit lehnt er als zu bürokratisch ab. "Es geht um ein großes und deutliches Signal für einen Neubeginn nach der Coronakrise."

Immunmediziner sehen Zeitverschwendung beim Impfen

8.00 Uhr: Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie wirft der Politik angesichts der dritten Corona-Welle vor, beim Impftempo nicht mit einfachen Mitteln aufs Gas zu drücken. "Wir verimpfen oft nur die Hälfte dessen, was möglich ist, sagt der Generalsekretär der Immunmediziner, Carsten Watzl, der "Augsburger Allgemeinen." Es würden immer noch massenhaft Impfdosen für Zweitimpfungen zurückgelegt.

Dabei sei inzwischen die offizielle Empfehlung für den Abstand zur zweiten Dosis von 21 Tagen bei BioNTech und 28 bei Moderna auf 42 Tage ausgeweitet worden. Es würde daher jetzt viel helfen, "alles zu verimpfen, was da ist" und die Zweitimpfung mit der nächste Lieferung des Vakzins durchzuführen. Einzig bei AstraZeneca werden angesichts des zwölfwöchigen Impfabstands generell keine Zweitdosen zurückgelegt.

Epidemiologin erwartet mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren

7.45 Uhr: Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, erwartet mehr schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen, sollten Corona-Zahlen weiterhin ansteigen. "Das Problem ist, dass bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird", sagte Grill der Nachrichtenagentur dpa. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante sei sowohl deutlich ansteckender als auch gefährlicher, "da sie wohl mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht."

Pandemie - Lockerungen in England

7.15 Uhr: England lockert am Montag die Corona-Ausgangsbeschränkungen deutlich. Zwei Haushalte oder bis zu sechs Menschen dürfen sich nun wieder in Parks und Gärten treffen. Die "Stay at home"-Anordnung wird aufgehoben, allerdings bittet die Regierung die Bevölkerung, weiterhin auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.

In Wales sind seit Samstag bereits Ferien innerhalb des Landesteils erlaubt, dabei sollen Haushalte aber unter sich bleiben und dürfen nur Unterkünfte mit der Möglichkeit zur Selbstversorgung wie Ferienwohnungen nutzen. Im Vereinigten Königreich ist Gesundheit Sache der Landesteile. Johnsons Regierung kann nur Vorschriften für England lockern oder erlassen. Für den 12. April ist hier die Öffnung nichtessenzieller Geschäfte sowie der Außengastronomie geplant.

7.00 Uhr: Kanzlerin Merkel war gestern Abend zu Gast bei "Anne Will." Dabei sagte sie, dass sie bundeseinheitliche Maßnahmen für schärfere Kontaktbeschränkungen plane. Kritik übte Merkel auch an NRW-Ministerpräsident Laschet. Lesen Sie hier: "Anne Will" - Merkel will Ausgangssperre notfalls per Gesetz

Söder unterstützt Merkel im Kampf gegen Corona

6.45 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die Aufforderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Länder unterstützt, die Corona-Maßnahmen konsequent umzusetzen. In den "ARD-tagesthemen" sagte Söder, viele Länder weigerten sich, dies zu tun.

Da helfe auch keine vorgezogene Bund-Länder-Runde. "Es bringt nichts, auf einer neuen Konferenz wieder zusammenzusitzen und erneut wieder nur zu lamentieren, sich auszutauschen, und am Ende tut wieder jeder nur das, was er für richtig hält", sagte Söder. Es brauche stattdessen einen "einheitlichen Geist."

Eine bundesweite Ausgangsbeschränkung sei angesichts der Corona-Lage wichtig. Sollten die Appelle des Bundes an die Länder nicht greifen und die Kanzlerin die Initiative ergreifen, "auf nationaler Ebene Recht zu ändern, dann hat sie meine Unterstützung", so Söder.

Tübinger OB Palmer für Quarantänepflicht nach Urlaub im Ausland

6.30 Uhr: Nach Überzeugung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer sollten Rückkehrer aus den Auslandsurlaub mit einer Quarantäne belegt werden. "Im Ausland sind Mutationen unterwegs, so dass das Risiko größer ist. Da meine ich, wäre eine Quarantäneanforderung zur Vermeidung von Einschleppung von Infektionen und Mutationen absolut notwendig", sagt Palmer im Politik-Talk der Zeitung "Bild."

Lediglich ein Schnelltest nach der Reiserückkehr sei nicht ausreichend. Verbringen sollten die Rückkehrer die Quarantäne in einem Flughafenhotel. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), hält Reisen nach Gran Canaria oder Mallorca in der gegenwärtigen Corona-Situation zwar nicht für angebracht. Aber eine Testpflicht nach der Rückkehr sei ausreichend und "ein guter Kompromiss", sagt er in dem Politik-Talk.

Göring-Eckhardt ruft Regierung zum Kurswechsel auf

6.03 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Regierung zu einem Kurswechsel im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Die Bundesregierung muss einen neuen Wellenbrecher-Plan vorlegen, mit dem Kontakte und Infektionen reduziert werden und der dann am besten von Bundestag und Bundesrat beschlossen wird”, sagte sie dieser Redaktion. "Das müssen Maßnahmen sein, die nicht nur rechtlich und praktisch umsetzbar sind, sondern sich endlich auch wieder an der wissenschaftlichen Realität orientieren.”

Dabei dürfe die Arbeitswelt nicht ausgenommen werden. "Überall, wo es nur irgendwie geht, muss die Präsenz in Betrieben und Büros heruntergefahren werden.” Strengere Maßnahmen seien "unausweichlich” und Folge des "inkonsequenten Hin-und-Her”‘, kritisierte Göring-Eckardt. Deutschland müsse zurück zu einem Kurs der Vorsicht und Vernunft.

CDU-Gesundheitspolitikerin Maag: Bekommen ohne harten Lockdown das Virus "nicht mehr in den Griff"

5.01 Uhr: Auch in der Union mehren sich die Stimmen, die angesichts steigender Infektionszahlen einen schnellen und harten Lockdown fordern. "Aus gesundheitspolitischer Sicht ist ein schnelles Herunterfahren des öffentlichen Lebens für einen überschaubaren Zeitraum nicht nur wünschenswert, sondern auch dringend geboten. Wir bekommen das Virus sonst nicht mehr in den Griff", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin von CDU/CSU im Bundestag, Karin Maag (CDU), dieser Redaktion. Andere Länder wie Italien und Großbritannien hätten es vorgemacht.

Auch für die Wirtschaft wäre das die beste Lösung, denn sie brauche Planungssicherheit. "Ein Lockdown muss einheitlich sein, wenn er wirksam sein soll", sagte Maag. Zwar könnte dies schon jetzt jeder Ministerpräsident und jede Ministerpräsidentin für sein oder ihr Bundesland anordnen. Allerdings würde ein einheitlicher Beschluss ungewünschten Reiseverkehr in das Bundesland mit den geringsten Beschränkungen verhindern. "Deshalb sollten die Ministerpräsidenten das jetzt schnell beschließen", forderte Maag: "Es ist die letzte Chance für sie, um das angeschlagene Vertrauen zurückzugewinnen. Gelingt das nicht, ist die Ministerpräsidentenkonferenz künftig überflüssig."

Sonntag, 28. März: Kanzlerin rechnet mit Länderchefs ab

22.52 Uhr: Angela Merkel hat in der Fernsehsendung "Anne Will" mit mehreren Länderchefs wegen der laschen Umsetzung der Corona-Notbremse abgerechnet. Selbst CDU-Chef Armin Laschet bescheinigte sie, wenn auch erst auf erneutes Nachhaken der Interviewerin, einen Verstoß gegen die Notbremse. Auch wenn er da nicht der Einzige sei.

Auch der Blick ins Saarland, wo mit Tobias Hans ebenfalls ein CDU-Mann das Ruder führt, fällt pikiert aus. Das gesamte Land will er nach Ostern öffnen. Obwohl, wie Merkel unterstreicht, die Infektionszahlen dort nicht stabil seien. "Deshalb ist das nicht der Zeitpunkt, jetzt so was ins Auge zu fassen." Und noch etwas spitzer: "Es ist vielleicht eine sehr gewagte Ankündigung gewesen."

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD bekommt sein Fett weg: "Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob Testen und Bummeln, wie es jetzt in Berlin heißt, die richtige Antwort auf das ist, was sich zur Zeit abspielt."

Merkel nannte Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen am Sonntagabend als ausdrücklich vorstellbar, diese "können ein ganz wirksames Mittel sein."

Merkel will Gipfel reformieren und fordert Länder zum Handeln auf

22.05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der ARD-Talksendung "Anne Will" mit Blick auf den letzten Corona-Gipfel von einer Zäsur gesprochen. Sie selbst habe nicht an Autorität und Durchsetzungsfähigkeit eingebüßt. Dennoch könne man nach dem Montag "mit diesen Beratungen und den langen Pausen" nicht so weitermachen. "Ich glaube, dass ist auch für die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen so", sagte Merkel.

Bund und Länder würden einander brauchen und könnten nichts ohneeinander beschließen. "Aber die Wege dazu, da müssen wir noch einmal drüber nachdenken". Mit diesem Nachdenken sei sie aber noch nicht am Ende. Treffen werde man sich selbstverständlich auch weiterhin.

Die Instrumente für das Brechen der dritten Welle seien noch nicht da. Bund und Länder hätten zwar einen Instrumentenkasten vorgegeben, dieser wird aus Sicht Merkels aber wohl nicht angewandt. Denn die Kanzlerin forderte die Länder nun zum Nachziehen auf. "Sonst müssen wir darüber nachdenken, dass wir vielleicht noch einmal das Infektionsschutzgesetz angehen." Dort sei der gesetzliche Auftrag zur Eindämmung der Pandemie für jeden ganz klar geregelt. Aber von der Umsetzung sehe man zurzeit "noch nichts", so Merkel.

Biontech-Impfstoff soll schnell auf Mutanten anpassbar sein

21.13: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet soll der Impfstoff von Biontech/Pfizer schnell auf etwaige Mutationen des Coronavirus anpassbar sein. Dafür würden die Pharmaunternehmen bereits mit der Europäischen Arzneitmittelagentur und der US-Arzneimittelbehörde zusammen arbeiten. Ziel sei das erstellen einer sogenannten Blueprint-Studie. "Wenn die erfolgreich ist, können wir beim Auftauchen einer Super-Mutante den Impfstoff auch ohne klinische Studie innerhalb von sechs Wochen anpassen. Diese Studie wird vermutlich vier bis fünf Monate dauern", sagte Biontech-Gründer Ugur Şahin gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Göring-Eckardt und Ziemiak wollen Impfreihenfolge flexibler handhaben

20.16 Uhr: Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Katrin Göring-Eckardt und der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak forderten im ARD-"Bericht aus Berlin" die Impfreihenfolge flexibler zu handhaben, um besonders Risikogruppen schneller zu impfen. Zur Frage, was mit übrig gebliebenen Impfdosen geschehen solle, sagte Ziemiak: "Wenn auf Dauer es so ist, dass diejenigen, die eigentlich priorisiert sind - nämlich aus guten Gründen, weil diese Gruppen besonders die Folgen einer Corona-Erkrankung befürchten müssen - wenn die nicht mehr geimpft werden wollen, dann müssen wir darüber nachdenken, eben sehr schnell möglichst viele Menschen zu impfen."

Göring-Eckardt forderte, besonders Risikogruppen müssten schneller und flexibler geimpft werden: "Es geht in der Tat ja darum, dass sehr viel schneller geimpft wird.

Frankreich meldet neue Höchstzahl an Intensivpatienten

19.15 Uhr: In Frankreich steigt die Zahl der Intensivpatienten mit einer Corona-Infektion weiter und erreicht erneut einen Höchststand seit Jahresbeginn. Dem Gesundheitsministerium zufolge werden 4872 Menschen auf Intensivstationen behandelt nach 4791 am Samstag. Die Zahl liegt unter der vom November und unter den mehr als 7000 Intensivpatienten im Frühling vergangenen Jahres. In einem Beitrag für die Zeitung "Le Journal du Dimanche" erklären 41 Krankenhausärzte aus der Region Paris, es bestehe die Gefahr, dass nicht mehr alle Patienten eine Notfallbehandlung bekommen könnten. Lesen Sie auch: Corona: Französische Mutante nicht mit PCR-Test nachweisbar

Esken fordert Rücknahme der Lockerungen

16.54 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken fordert angesichts der steigenden Infektionszahlen die Rücknahme der Öffnungen vom 8. März. Bund und Länder hätten klare Mechanismen vereinbart, sagte sie dem "Handelsblatt". "

Alle vorsichtigen Öffnungsschritte müssen mit sofortiger Wirkung zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz den Wert von 100 stabil übersteigt." Die SPD-Vorsitzende plädierte außerdem dafür, die Präsenzpflicht an den Schulen dort aufzuheben, wo noch keine Osterferien sind. Es sei unverantwortlich, Schülerinnen und Schüler "per Bußgeldandrohung in die Schule zu zwingen, die sich in der Lage sehen, dem Distanzunterricht zu folgen."

Patientenschützer fodert bundesweite Einführung der Luca-App

16.40 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat die bundesweite Einführung der Kontaktverfolgungs-App Luca gefordert. "Wenigstens bei dieser kleinen Frage brauchen wir einen Konsens", sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei unverständlich, dass sich die Länder "nicht einmal in dieser winzigen Frage" auf einen gemeinsamen Kurs einigen könnten. "Diese Insellösungen sind tödlich für die Patienverfolgung." Mehrere Bundesländer, darunter Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wollen die Software für die Kontaktverfolgung nutzen. Eine bundesweite Einigung dazu gibt es bisher nicht.

Italien will künftig in Apotheken impfen

16.06 Uhr: Italien will künftig auch in Apotheken Menschen gegen das Virus immunisieren. "Ich hoffe, ab Ende April bis Mai", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza im Interview der Zeitung "Il Messaggero". Eine Übereinkunft mit den Apothekern sei auf der Zielgeraden. In Italien beteiligen sich Apotheken schon lange am Testen. Online können dort Termine etwa für Corona-Schnelltests vereinbart werden, die dann oft in einem Zelt oder Container vor der Apotheke erfolgen.

Lesen Sie auch: Corona: 29 Millionen Astrazeneca-Dosen in Italien entdeckt

Papst Franziskus appeliert an Gläubige

15.16 Uhr: Mit einer Messe zum Palmsonntag hat Papst Franziskus im Vatikan die Feiern der Kar- und Ostertage eröffnet. Im Gottesdienst zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem rief er dazu auf, sich im persönlichen Glauben wieder mehr erstaunen zu lassen. "Ein christliches Leben ohne Staunen wird grau", so das Kirchenoberhaupt.

Die Zeremonie fand unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen statt. Anstelle einer Messe auf dem Petersplatz gab es nur einen Gottesdienst im Petersdom und statt Zehntausender Pilger im Freien saßen nur etwa 120 Gläubige in der Kirche.

Wann ist Urlaub wieder möglich?

15.08 Uhr: Die Corona-Pandemie erschwert das Reisen im In- und Ausland. Kanzleramtschef Helge Braun hält Urlaub ab Sommer aber für realistisch, wie Sie in diesem Artikel lesen.

Kritik an Jens Spahn wegen Lockdown-Spekulation

14.37 Uhr: Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, hat scharfe Kritik am Corona-Management der Bundesregierung geübt. In Richtung Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte er der "Rheinischen Post" (Sonntag): "Vom Gesundheitsminister erwarte ich keine Spekulationen über einen neuen Lockdown, sondern konkrete Vorschläge."

Schneider kritisierte zudem die zurückliegenden Beschlüsse der Bund-Länder-Beratungen. "Die letzte MPK war vom Kanzleramt schlecht vorbereitet. Weil außerdem bei den Maßnahmen zu viele Kompromisse gemacht werden, macht sich der Wegfall der Osterruhe nun besonders bemerkbar." Es fehle deshalb jetzt eine Testpflicht für die Wirtschaft und eine Beschränkung für Präsenzgottesdienste zu Ostern. "In beiden Fällen ist Frau Merkel vor der Lobby umgefallen", so Schneider. Er forderte die strikte Einhaltung der vereinbarten "Notbremse" ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100.

Berlin führt FFP2-Maskenpflicht an vielen Orten ein

14.00 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie müssen in Berlin ab diesem Mittwoch im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, im Einzelhandel und in kulturellen Einrichtungen FFP2-Masken getragen werden. Das werde Pflicht, sagte eine Senatssprecherin am Sonntag. Die medizinischen OP-Masken reichten nicht mehr, bekräftigte sie einen Beschluss des rot-rot-grünen Senats vom Samstagabend. Berlin will demnach vorsichtige Lockerungen beibehalten und verschärft gleichzeitig auch die Regeln beim Testen. Unternehmen werden zu Homeoffice für einen Teil der Mitarbeiter verpflichtet.

In den Sozialen Medien wurde bereits Kritik an der verschärften Masken-Pflicht laut - etwa wegen höherer Anschaffungskosten für FFP2-Masken oder bereits gekaufter Vorräte von OP-Masken.

Söder kritisiert andere Bundesländer wegen Notbremse

13.03 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert die Corona-Politik seiner Kollegen. "Die Corona-Lage spitzt sich zu, einige Länder haben den Ernst der Lage leider noch nicht verstanden", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). Zur zuletzt aufgekommenen Debatte um mögliche neue Gespräche zwischen Bund und Ländern zu Corona-Maßnahmen sagte er: "Es braucht nicht ständig neue Gespräche, sondern die konsequente Umsetzung der Notbremse."

Söder forderte, dass die Notbremse überall in Deutschland bei einer Inzidenz über 100 automatisch greifen müsse. "Der Flickenteppich in der Corona-Bekämpfung muss beendet werden, dazu gehören Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern und Baden-Württemberg", betonte er. "Die braucht es jetzt in allen Städten und Landkreisen in Deutschland bei einer Inzidenz über 100." Lesen Sie hier: Corona-Regeln zu Ostern fast überall anders - Das gilt in Ihrem Bundesland.

Mehrere Demos gegen Corona-Maßnahmen

11.55 Uhr: In mehreren deutschen Städten haben am Samstag Demonstrationen und Autokorsos gegen die Corona-Maßnahmen stattgefunden. Die meisten waren angemeldet und blieben friedlich. Durch Dresden zogen allerdings mehrere hundert Menschen in einem nicht angemeldeten Zug und hielten sich dabei größtenteils nicht an die Corona-Vorschriften.

Bis zu 600 Menschen hätten an der Demonstration durch das Stadtzentrum teilgenommen, teilte die sächsische Polizei am Samstagabend mit. "Das Gros der Beteiligten hielt sich nicht an die Abstände und die Maskenpflicht." Nach Angaben der Polizei lag keine Versammlungsanzeige vor. In Online-Netzwerken habe es aber zuvor "diffuse Aufrufe" gegeben, "die in der Form nicht zu verifizieren waren".

Wegen dieser Aufrufe seien Dresdner Polizisten in Bereitschaft und dann auch im Einsatz gewesen. "Aufgrund der Größenordnung der Protestierenden wurden umgehend mehr als 400 Beamte der Bereitschaftspolizei sowie der Bundespolizei, die in Chemnitz im Einsatz waren, zur Unterstützung gerufen", erklärte die Polizei.

In Trier, Kaiserslautern und Lübeck fanden Autokorsos gegen die Corona-Regeln statt. In Trier waren es nach Angaben der Polizei 54 Autos, in Lübeck 32 und in Kaiserslautern etwa 70. In Trier und Lübeck versuchten Radfahrer, die Korsos zu stören, was die Polizei jedoch verhinderte.

Wann gibt es Covid-19-Medikamente?

11.20 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat Erwartungen an eine rasche Entwicklung neuer Covid-19-Medikamente gedämpft: "Wir können hier in den nächsten Monaten keine Wunder erwarten", sagte die CDU-Politikerin unserer Redaktion. "Eine einzige Pille gegen Covid-19 wird es so wohl nicht geben." Es gebe jedoch einige vielsprechende Ansätze, die nun von der Bundesregierung "massiv" unterstützt würden. Die Wissenschaftler kämen Schritt für Schritt voran.

Karliczek betonte, dass auch ohne die Entwicklung spezieller Medikamente, schwerkranken Covid-19-Patienten heute viel besser geholfen werden könne als zu Beginn der Pandemie. Das zeige jetzt eine erste wissenschaftliche Analyse. "Wir wissen inzwischen, dass einige altbekannte Medikamente gerade bei schweren Fällen gut helfen", so Karliczek. Neben monoklonalen Antikörpern, die bei Hochrisikopatienten schon jetzt einen wichtigen Beitrag leisteten, verfüge die Medizin aber momentan über keine spezifischen Medikamente gegen Covid-19.

Nur noch drei Bundesländer unter Corona-Inzidenz von 100

10.47 Uhr: In ganz Deutschland steigen die Infektionszahlen - Sachsen-Anhalt ist weiterhin stärker vom Coronavirus betroffen als die meisten anderen Bundesländer. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 150,8. Am Samstag waren es noch 146,3 Fälle pro Woche und 100 000 Einwohner gewesen, am Freitag 136,8. Nur in Thüringen (Sonntag: 232,2) und Sachsen (183) lag der Wert am Sonntag noch höher als in Sachsen-Anhalt.

Nur noch drei Bundesländer lagen laut RKI bei der Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag unter 100.

Venezuelas Staatschef mit Corona infiziert

10.03 Uhr: Der venezolanische Oppositionschef Juan Guaidó hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Ich möchte das Land verantwortungsvoll darüber informieren, dass ich nach vier Tagen Isolation aufgrund von Unwohlsein und trotz der getroffenen Vorsichtsmaßnahmen positiv auf Covid-19 getestet wurde", schrieb der selbsternannte Interimspräsident am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Seine Symptome seien mild.

Immer mehr Forderungen nach hartem Lockdown

9.05 Uhr: Nur wenige Tage nach der letzten Bund-Länder-Runde scheint sich die Stimmung zu drehen. Die Forderungen nach einem harten Lockdown und nach einem neuen Corona-Gipfel werden lauter. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht.

"Erstmal überlegen wir alle solche Sachen", sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart. "Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch." Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man "zu Klarheit kommen". Ob die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten, die im April geplant ist, vorgezogen werden muss, sagte der Grüne nicht. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte einen raschen neuen Corona-Gipfel gefordert.

Weniger Menschen sterben an Covid-19

8.00 Uhr: Die Sterberate bei Covid-19-Patienten ist in deutschen Unikliniken einer Studie zufolge im Laufe des Jahres 2020 deutlich gesunken. Das kann aus Sicht der Wissenschaftler ein Beleg für verbesserte Behandlungen und zunehmende Erfahrung der Klinikteams in der Pandemie sein, teilte eine Forschungsgruppe der Universität Erlangen mit. Sie untersuchte Klinikaufenthalte von rund 1300 Covid-19-Patienten in 14 deutschen Unikliniken von Januar bis September 2020.

Die gute Nachricht: Die Analyse zeigt einen Rückgang der durchschnittlichen Sterberate von anfangs 20,7 Prozent (Januar bis April) auf 12,7 Prozent (Mai bis September).

  • Dabei gibt es aber auch viele Wermutstropfen: Insgesamt starb von Januar bis September in den 14 Unikliniken fast ein Fünftel aller Covid-Patienten (18,8 Prozent).
  • Bei beatmeten Menschen lag die Sterberate im ersten Abschnitt von Januar bis April sogar bei 39,8 Prozent. Im späteren Zeitraum von Mai bis September sank sie leicht auf rund ein Drittel (33,7 Prozent).

Corona-News vom Samstag, 27. März: 80 Beatmungsgeräte in Brasilien eingetroffen

Corona-News vom 26. März: Exportstopp für Astrazeneca

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat reiche Länder aufgerufen, so schnell wie möglich Impfstoffdosen für ärmere Staaten zu spenden.
  • Bis der Impfstoffhersteller Astrazeneca seine Lieferverpflichtungen an die EU-Staaten erfüllt hat, will die EU dem Unternehmen Exporte des Impfstoffes verbieten. Lesen Sie dazu: 29 Millionen Astrazeneca-Dosen in Italien entdeckt
  • Das Sozialgericht Karlsruhe hat den von der Bundesregierung geplanten Corona-Zuschuss als zu niedrig und verfassungswidrig eingestuft. Empfänger von Grundsicherung sollten ursprünglich 150 Euro extra erhalten.
  • Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Frankreich ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Das österreichische Bundesland Tirol sowie Tschechien und die Slowakei werden gleichzeitig von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen.
  • Die Zahl der Corona-Infektionen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln ist weiterhin relativ niedrig. Nach den aktuellen Zahlen des regionalen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 36 Menschen auf den Inseln im Mittelmeer positiv auf das Virus getestet.
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder alle Bundesländer eindringlich zur regionalen Umsetzung der Notbremse in Hotspots aufgefordert.
  • Etwas mehr als zehn Prozent der Menschen in Deutschland haben mindestens die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten.
  • Die generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll erst in der Nacht von Montag zu Dienstag in Kraft treten.
  • Das Robert Koch-Institut hat vor einer gefährlichen dritten Welle in der Pandemie gewarnt und um einen Reiseverzicht zu Ostern gebeten.
  • In Indien ist eine Kombination der britischen und der südafrikanischen Variante des Coronavirus entstanden. Sie breite sich besonders schnell aus, berichtet "Tagesschau".
  • Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. Lesen Sie hier: Wie Eltern ihr Kindergartenkind auf Corona testen sollten
  • Die Hausärzte sollen ab dem 7. April gegen Covid-19 impfen – einen Tag später als geplant. In den ersten Wochen – mindestens aber bis zum 18. April – werden sie allerdings nur den Stoff von Biontech/Pfizer verabreichen, wie aus einem Informationsschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung hervorgeht. Lesen Sie hier: Hausärzte – Impfkampagne als Mangelverwaltung
  • Mit dem Beginn des Fackellaufs wird "Tokio 2020" kaum noch aufzuhalten sein. Lesen Sie hier: Wozu diese in der Pandemie gefährlichen Spiele?

Corona-News vom 25. März: Umfrage: Jeder Dritte für härtere Corona-Maßnahmen in Deutschland

Alle bisherigen Corona-News

Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/pcl/dpa/afp)

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