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Winterwetter: Am Wochenende droht erneut extremer Frost

| Lesedauer: 74 Minuten
Videografik: Sicher Autofahren im Winter

Videografik: Sicher Autofahren im Winter

Starke Schneefälle haben in ganz Deutschland zu teils chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Wer diese Tipps beherzigt, kommt mit seinem Auto sicher durch den Winter.

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Das heftige Winter-Wetter sorgt weiterhin für klirrende Kälte und Glätte. Lesen Sie im Newsblog, wann Besserung in Sicht ist.

Berlin. 
  • Das extreme Winter-Wetter sorgt in Teilen Deutschland weiter für Einschränkungen
  • Der Katastrophenfall in Jena ist aufgehoben - Die Wärmeversorgung tausender Haushalte wurde wieder sicher gestellt
  • In den kommenden Nächten können die Temperaturen laut DWD auf bis zu minus 20 Grad und darunter fallen
  • Das Wetter behindert weiter den Bahnverkehr und beeinträchtigt auch die Schifffahrt
  • Dieses Wetter-Blog ist eingestellt und wird nicht weiter aktualisiert

Der massive Wintereinbruch beherrscht weiter große Teile Deutschlands . Besserungen sind auch am Wochenende noch nicht in Sicht. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes bleibt es bis in die nächste Woche eisig kalt. Nachts kann die Temperatur sogar in manchen Regionen tiefer als minus 20 Grad fallen. Mit größeren Schneestürmen abseits höherer Lagen wird aber nicht gerechnet. Am Montag sollen dann laut DWD von Westen her zögerlich mildere Temperaturen Einzug halten. Lesen Sie auch: Schlittschuhlaufen – So dick muss die Eisfläche sein

Nach Angaben der Deutschen Bahn sind 95 Prozent des Schienennetzes wieder befahrbar. „Allerdings häufig mit Einschränkungen und teils hohen Verspätungen“, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Weiterhin wegen Schneemassen gesperrt ist die Schnellstrecke zwischen Erfurt-Halle-Leipzig. Die Räumarbeiten auf der wichtigien Nord-Süd-Verbindung sollen noch mindestens den ganzen Donnerstag andauern.

Wetter in Deutschland: Polarluft bringt den Winter

Eine Ursache für den ungewöhnlich starken Wintereinbruch ist unter anderem der hohe Luftdruck, der vom Nordmeer bis ins östliche Mitteleuropa herrscht. Dadurch fließt extrem kalte Luft aus der Polarregion direkt in den Norden Deutschlands.

Auch in den kommenden Tagen bleibt es frostig in Deutschland. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge war die Nacht auf Mittwoch die kälteste des bisherigen Jahres. „Über der tief verschneiten Mitte und dem Osten kühlte es gebietsweise auf unter minus 20 Grad ab“, erläuterte Meteorologe Adrian Leyser. „'Coldspot' war dabei Thüringen mit einem Tiefstwert von minus 26,7 Grad Celsius, gemessen in Mühlhausen.“

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Wetter-News am Donnerstag, 11. Februar: Obdachlose machen mit "Frierenden Hosen" auf ihre Not aufmerksam

16.53 Uhr: Obdachlose in Hannover machen mit einer ungewöhnlichen Kunstaktion auf ihre Not bei eisigen Temperaturen aufmerksam. Die Installation aus "frierenden Hosen" des Vereins Werkheim zeige die Lage wohnungsloser Menschen, die bei Wind und Wetter unterwegs seien und bei Eiseskälte die Nächte im Freien verbringen, heißt es in einer Mitteilung. "Todesangst", "Eiskalt erwischt" - mit diesen Begriffen haben die Werkheim-Bewohner die steifgefrorenen Jeanshosen ausgestattet. Es seien die Begriffe, die sie mit ihrem Leben auf der Straße verbinden würden, teilte der Verein mit.

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Bahn will Schnellstrecke zwischen Erfurt und Leipzig bald wieder freigeben

15.18 Uhr: Die seit Tagen wegen der Schneemassen gesperrte Schnellstrecke Erfurt–Halle/Leipzig könnte bald wieder freigegeben werden. Es werde mit allen verfügbaren Kräften daran gearbeitet, die Schnellfahrstrecke von Eis und Schnee zu räumen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Es sei aber eine besondere Herausforderung, weil die Strecke durch zahlreiche Tunnel und unter anderem über die zwei längsten Eisenbahnbrücken in Deutschland führe.

Nachdem am Mittwoch bei einem Erkundungsflug die Situation eingeschätzt worden war, sei seit Donnerstag eine Schneefräse aus Halle auf der gesamten Strecke im Einsatz, um vor allem die starken Schneeverwehungen an den Tunnelportalen zu räumen. Diese Arbeiten sollten den kompletten Donnerstag andauern. Anschließend sollte ein weiterer Kontrollflug die Fortschritte überprüfen.

„Wenn wir wie geplant vorankommen, können anschließend sogenannte Leerfahrten erfolgen. Das heißt, ICE ohne Fahrgäste an Bord befahren die Strecke zwischen Halle und Erfurt, um beispielsweise sicherzustellen, dass auch die Oberleitungen komplett eisfrei sind“, erläuterte die Bahnsprecherin.

Jena hebt den Katastrophenfall auf

11.58 Uhr: Nach der Reparatur einer defekten Fernwärmeleitung ist in Jena der Katastrophenfall wieder aufgehoben worden. Durch den Schaden waren Tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen von der Versorgung abgeschnitten. Die Stadtwerke gingen davon aus, dass der Normalbetrieb nach der Reparatur wieder gesichert sei, begründete die Stadtverwaltung am Donnerstag den Schritt.

Ein Krisenstab der Stadt in Thüringen hatte den Katastrophenfall am Mittwochabend ausgerufen. Damit galten nach städtischen Angaben für die von Kälte betroffenen Menschen die Corona-Kontaktbeschränkungen nicht - sie konnten von Angehörigen, Freunden oder Bekannten aufgenommen werden. „Ursache für die Havarie war ein Riss in der Schweißnaht“, sagte ein Sprecher der Stadtwerke.

Transporter kracht durch Hauswand

8.23 Uhr: In der Nacht zu Donnerstag ist im Landkreis Ravensburg ein Transporter von der Straße abgekommen und durch die Wand eines Bauernhauses gekracht. Wie die Polizei mitteilte sei der Fahrer bei winterlichen Straßenverhältnissen zu schnell gefahren. Dadurch sei er in einer Kurve ins Schleudern geraten und schließlich frontal im Erdgeschoss des Bauernhaus gelandet. Bei dem Unfall wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die 46-jährige Bewoherin des Hauses kam mit dem Schrecken davon - sie hatte im Obergeschoss geschlafen. Hauswand und Decke zum Obergeschoss wurden von der Feuerwehr abgestützt. Der Sachschaden beläuft sich wohl auf mindestens 50.000 Euro.

Eisbadender nach zweieinhalb Stunden gefunden

5.01 Uhr: Die Berliner Feuerwehr hat einen Mann, der in einem Teich im Treptower Park vermisst worden war, aus dem eiskalten Wasser gezogen. Er sei „unter Reanimationsbedingungen“ in eine Spezialklinik gebracht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwochmittag. Mit zwei Tauchern suchten die Retter nach dem Mann im „Karpfenteich“. Nach 2,5 Stunden wurde er einige Meter vom Ufer im Wasser gefunden.

Der Mann war mit einem weiteren Mann (44) und zwei Frauen (21 und 55) über in das Eis gehauene Löcher ins Wasser gestiegen, wie die Polizei am Abend mitteilte. Eine der Frauen und zwei hinzukommende Männer versuchten den 43-Jährigen zu retten, wobei sich die beiden Männer leicht verletzten.

Wetter-News am Mittwoch, 10. Februar: Eisbären freuen sich über die Kälte

17.27 Uhr: Menschen brauchen Mütze, Schal und dicke Jacken - für Eisbären ist der aktuelle scharfe Frost dagegen gar kein Problem. Bei Temperaturen von minus sechs Grad am frühen Mittwochnachmittag im Gelsenkirchener Zoo „Zoom Erlebniswelt“ genossen etwa die Eisbären Lara und Bill den Schnee. Die meisten anderen Tiere seien wegen der Kälte allerdings drinnen, sagte eine Zoosprecherin.

Die Löwen hätten dabei weniger ein Kälteproblem, aber der Wassergraben vor ihrem Gehege sei zugefroren. Deshalb dürften sie aus Sicherheitsgründen nicht raus. Ungewohnte Eiserlebnisse gab es im Außengehege für Erdmännchen, die aus Afrika stammen und deutlich höhere Temperaturen gewöhnt sind. Für sie wurde eine Wärmelampe aufgestellt.

Rund 6500 Haushalte in Jena ohne Heizung

15.56 Uhr: Nach einer Havarie in einem Jenaer Kraftwerke sind seit Mittwoch rund 6500 Haushalte im Norden der Stadt ohne Versorgung mit Fernwärme. Bisher sei noch nicht absehbar, wann diese wieder aufgenommen werden könne, teilten die Stadtwerke mit. Angaben zur Schadensursache konnten bisher noch nicht gemacht werden. Die Menschen in dem betroffenen Gebiet wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um das Auskühlen ihrer Wohnungen möglichst lange hinauszuzögern.

Am Morgen war aus der unterirdischen Fernwärmehauptleitung eine heiße Dampfwolke ausgetreten. Mit Pumpen und Sauggerät arbeiteten Mitarbeiter der Stadtwerke daran, dass bis zu 130 Grad heiße Wasser zu entfernen. Am Nachmittag drang noch immer Wasser in die Grube ein. Erst wenn die Schadstelle geortet und geöffnet werden konnte, könne mit einer Reparatur begonnen werden, hieß es.

Abfertigung am BER in Seitengebäude verlegt

13.31 Uhr: Passagiere am Flughafen BER checken wegen der kühlen Temperaturen vorübergehend hauptsächlich in Seitengebäuden des Hauptterminals ein. In den sogenannten Pavillons ist es mit Temperaturen über 20 Grad etwas wärmer als in der Haupthalle, wie ein Sprecher am Mittwoch erklärte. Weil derzeit nur wenige Menschen fliegen, gebe es Spielraum, die Abläufe zu ändern.

Über die Betriebsänderung hatte der „Tagesspiegel Checkpoint“ berichtet. Viele Bahnhöfe und Flughäfen haben mit der kalten Außenluft zu kämpfen - am BER kommt beides zusammen: Der Bahnhof liegt unter dem Terminal. Im Terminalgeschoss direkt über dem Bahnhof wurden nach Flughafenangaben am Mittwoch knapp zwölf Grad plus gemessen, auf der Ankunftsebene etwa zwei Grad mehr. Am Check-In in der Haupthalle seien es gut 18 Grad gewesen.

Eis macht der Schifffahrt zu schaffen

13.14 Uhr: Für Probleme sorgt der Frost zunehmend auch in der Schifffahrt. Vor der geplanten Sperrung des Mittellandkanals und des Elbe-Seitenkanals lotsen Eisbrecher letzte Binnenschiffer aus dem Sperrgebiet, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mitteilte. Diese würden nun zu ihren Zielen angefragt und dann möglichst aus den Kanälen begleitet.

Von Mittwochabend an sollten die Kanäle gesperrt werden, da die Eisbrecher dann an der Weser benötigt werden. An der Nordseeküste führte der Dauerfrost ebenfalls zu Eisbildung und schränkt so den Fährverkehr zu einigen Ostfriesischen Inseln ein. Die Fähren und Frachter zwischen Wangerooge und Harlesiel fallen vorerst wegen geringen Wasserständen und Eis aus - die Insel ist aber weiter über den Linienverkehr der Inselflieger aus der Luft erreichbar.

Probleme bei Wärmeversorgung in Braunschweig

12.05 Uhr: Bei Minusgraden in Braunschweig haben viele Menschen Probleme beim Heizen. Aufgrund technischer Störungen in der Fernwärmeerzeugung komme es fast im gesamten Stadtgebiet zu Einschränkungen in der Wärmeversorgung, teilte der Energie-Versorger BS Energy mit.

Auch am Donnerstag sei noch mit Einschränkungen zu rechnen. „Ich lege auch nicht meine Hand dafür ins Feuer, dass es nicht auch noch ein paar Tage länger dauern kann“, sagte Unternehmensvorstand Paul Anfang der „Braunschweiger Zeitung“. Die Priorität liege derzeit darauf, bei sensiblen Kunden wie Krankenhäusern, Altenheimen und Kitas schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen. Dem Vorstand zufolge beziehen insgesamt rund 45.000 Haushalte in Braunschweig Fernwärme.

Mann nach mutmaßlichem Eisbaden vermisst

10.42 Uhr: Mit Tauchern sucht die Feuerwehr in Berlin bei eisiger Kälte nach einem Menschen, der in einem Teich vermisst wird. Drei männliche Personen seien offenbar bewusst in ein Eisloch eingestiegen, mutmaßlich zum Baden oder Tauchen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwochvormittag.

Zwei von ihnen hatten sich demnach bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits selbst ans Ufer begeben. Zum Alter der Betroffenen lagen keine Angaben vor. Insgesamt 52 Kräfte der Feuerwehr waren laut dem Sprecher im Einsatz am Karpfenteich im Treptower Park unterwegs. Auch ein Boot und eine Drohne sollten bei der Suche nach dem Vermissten genutzt werden. Zunächst hatte die Feuerwehr getwittert, dass die Menschen ins Eis eingebrochen seien. Vor dem Betreten von Eisflächen war zuvor gewarnt worden.

Kälterekord in Hessen knapp verpasst

9.47 Uhr: Mit einem Tiefstwert von minus 25,6 Grad war es in Hessen in der Nacht zu Mittwoch so kalt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der in Sontra (Werra-Meißner-Kreis) gemessene Wert bedeutet den neuen Kälterekord an der Station seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Mittwochmorgen.

Der bisherige Kälterekord in Hessen wurde allerdings knapp verpasst. Den hält die Station in Fulda, wo das Thermometer laut DWD im Jahr 1963 eisig kalte minus 27,5 Grad angezeigt hatte. Dennoch waren die Temperaturen in Hessen so frostig wie lange nicht mehr: Kälter als in der Nacht zu Mittwoch war es laut DWD zuletzt im Jahr 1987, in dem ein landesweiter Tiefstwert von minus 26,3 Grad gemessen wurde.

Weitere Einschränkungen bei der Bahn

9.29 Uhr: Nach Schneefällen mussten sich Bahnreisende in Hamburg und Schleswig-Holstein erneut auf Einschränkungen einstellen. Zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland verkehren keine Fernverkehrszüge, wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte. Geplante Reisen sollten mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn überprüft oder auf einen anderen Tag verschoben werden.

Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Störungen zu beheben. Teams sollten bei Erkundungsfahrten die Weichen überprüfen, sagte ein Sprecher der Bahn. Im Nahverkehr gab es zunächst keine größeren Probleme. Auf den Straßen verlief der Start in den Berufsverkehr am Mittwochmorgen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins ruhig. Es liege zwar Schnee und die Straßen seien teilweise vereist, sagte ein Sprecher der Polizei West. Zunächst habe es aber keine Glätteunfälle gegeben.

Junge nach Eisunfall aus Ostsee gerettet

9.01 Uhr: Rettungskräfte haben auf der Insel Usedom einen Jungen aus der Ostsee gerettet. Wie ein Sprecher des Amtes Usedom-Süd (Mecklenburg-Vorpommern) am Mittwoch sagte, war er am Dienstag bei Kölpinsee auf dem zusammengetriebenen Eis an der Ostseeküste herumgeklettert und dabei wohl ins Wasser gestürzt.

Passanten alarmierten Feuerwehr und Rettungskräfte, die den stark Unterkühlten bergen konnten. Er kam per Rettungshubschrauber in eine Klinik. Zuvor hatten Medien darüber berichtet. Demnach soll der Junge 14 Jahre alt sein. Der Ostwind das Eis am Strand der Insel Usedom zusammengetrieben und zum Teil aufgetürmt. Polizei und Behörden warnen aber immer wieder vor dem Betreten von gefrorenen Seen und anderen Gewässern.

Bevölkerungsschützer warnen vor zugefrorenen Seen und Dachlawinen

8.34 Uhr: Das eisige Winterwetter kann nach Einschätzung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für Bürger auf vielerlei Weise zur Gefahr werden. „Zugefrorene Seen oder andere gefrorene Gewässer sind beispielsweise sehr gefährlich“, warnten die Bevölkerungsschützer. Es schaue zwar so aus, als könne man einfach über die Eisfläche laufen. „Doch oft kann man nicht sehen, wie dick das Eis ist und es besteht die Gefahr, dass man einbricht und ertrinkt. Erst ab einer Eisschicht von 15 cm sollte man die Eisflächen betreten“, erklärte das BBK. Die Gemeinde, in der man wohne, gebe die entsprechende Fläche frei.

Gefährlich sei auch Schnee auf Dächern. „Dachlawinen und die unsachgemäße Räumung eines Daches können Menschen in Lebensgefahr bringen. Extreme, lang anhaltende Schneefälle können auch die Standsicherheit eines Daches gefährden“, erklärten das Amt. Mit bloßem Auge sei nur schwer zu erkennen, wie bedrohlich die Situation sei. Oft sei nämlich nicht die Dicke der Schneeschicht auf dem Dach entscheidend, sondern die darunter liegende Zusammensetzung.

Klimaforscher hält mehr Kältewellen wegen Klimawandels für denkbar

6.15 Uhr: Kältewellen wie derzeit in Europa können nach Angaben des Klimaforschers Stefan Rahmstorf im Zuge des Klimawandels häufiger werden - und die Winter dennoch wärmer. „Das kann man auch darauf zurückführen, dass der Polarwirbel instabil geworden ist“, sagte der Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der Deutschen Presse-Agentur.

Der Polarwirbel drehe sich normalerweise um die Arktis in der Stratosphäre, der zweiten Atmosphärenschicht, gegen den Uhrzeigersinn und beeinflusse auch das Wetter in der Troposphäre, der unteren Atmosphärenschicht. Der Polarwirbel schließt die arktische Kaltluft ein - solange er sich nicht abschwächt oder gar umkehrt. „Dann kann die Kaltluft, die normalerweise in diesem Wirbel über dem Pol gefangen ist, auf Abwege geraten und auf die angrenzenden Kontinente wandern.“

Die Auswertungen von Daten der vergangenen Jahrzehnte haben nach Angaben des Potsdamer Forschers gezeigt, dass die Zahl der Tage mit instabilem Polarwirbel stark zugenommen hat. Er geht daher davon aus, dass es künftig möglicherweise mehr Kältewellen geben wird.

Wetter-News am Dienstag, 9. Februar: Rind büxt im Schneechaos aus und stoppt Zug

21.55 Uhr: In der stürmischen Nacht auf Dienstag hat ein ausgebüxter Jungbulle im Kreis Celle ist einen Regionalzug ausgebremst. Er stoppte den Zug auf seiner Fahrt von Hannover nach Uelzen. Das Jungtier hatte nahe Eschede wohl von einer unzureichend gesicherten Weide den Weg auf die Schienen gefunden. „Auch die elektrischen Weidezäune sind offensichtlich nicht schneesicher“, teilte das Bahnunternehmen Metronom am Dienstag mit.

Der Lokführer informierte demnach die wenigen Fahrgäste, die in der Nacht auf Dienstag unterwegs waren, mit Humor: „Bevor es weiter geht, holen wir für Sie erstmal die Kuh vom Eis.“ Doch das junge Rind ließ sich nicht hetzen und spazierte vor dem Zug in Richtung Uelzen. Der Lokführer folgte den Angaben nach in sicherem Abstand mit Schritttempo - bis das Tier kurz vor dem Bahnhof Unterlüß in die dunkle Nacht verschwand. Woher der Jungbulle kam, blieb unklar.

Wäremversorgung in Nürnberg wieder stabil

20.30 Uhr: Nach dem Brand in einem Nürnberger Großkraftwerk sollen die Menschen in den zwei betroffenen Stadtteilen nicht frieren müssen. Die Wärmeversorgung sei stabil, teilte die Stadtverwaltung am Abend mit. „Es wird nach jetzigem Stand eine etwas kältere Nacht sein, aber keine frierende Nacht“, sagte ein Sprecher des Energieversorgers N-Ergie. Demnach reicht die Leistung auch für die kältesten Stunden der Nacht zwischen vier und sechs Uhr morgens aus, für die frostige Minusgrade erwartet werden.

In Bayerns zweitgrößter Stadt ist ein Kraftwerk nach einem Großbrand ausgefallen. Etwa 15 000 Menschen sind davon betroffen. Die Stadt Nürnberg hat den Katastrophenfall ausgerufen und die Bürger in den zwei Stadtteilen Röthenbach und Gebersdorf gewarnt, dass ihre Heizungen nur noch eingeschränkt funktionieren. In einigen Wohnblocks könnten die Temperaturen demnach auf zehn bis fünfzehn Grad sinken.

Nun sieht es nach Angaben des Wärmeversorgers so aus, als ob es in den Häusern doch nicht ganz so kalt werden würde. „Voll aufdrehen sollte man die Heizung allerdings nicht“, sagte der Sprecher.

Polizei warnt erneut vor Befahren der A2 und A30

18.25 Uhr: Nach dem Schnee-Chaos auf der A2 in der Nacht zum Dienstag warnt die Polizei erneut vor dem Befahren dieser Autobahn - und auch vor der A30. „Es gilt die A2 weiterhin großräumig zu meiden. Die Fahrbahndecke ist noch immer in weiten Teilen schneebedeckt und vereist. Durch die niedrigen Temperaturen ist der Einsatz und die Wirkung von Streumitteln eingeschränkt“, berichtete die Polizei in Bielefeld am Dienstag. Das gelte auch für die A30.

Es bestehe die Gefahr, dass der Verkehr in der Nacht zum Mittwoch erneut zum Erliegen kommen könne. Die Nacht zum Dienstag hatten viele Auto- und Lkw-Fahrer unfreiwillig bei klirrender Kälte auf der Autobahn 2 verbringen müssen. Es hatten sich insgesamt rund 50 Kilometer Stau gebildet.

Scheuer rechnet weiter mit Beeinträchtigungen durch extremes Wetter

17.47 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet weiter mit Beeinträchtigungen durch das extreme Winterwetter mit Schnee und Eis in großen Teilen Deutschlands. Der CSU-Politiker sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „In vielen Regionen Deutschlands beginnt die Lage sich allmählich zu beruhigen. Bis alles wieder seinen gewohnten Gang geht, kann es aber noch etwas dauern. Strecken- und gebietsweise bleiben Beeinträchtigungen.“

Deshalb werde es selbst bei nachlassendem Schneefall noch ein paar Tage ruckeln. „Der Schnee geht, der Frost bleibt. Darauf sollten sich alle einstellen.“ Scheuer stand in den vergangenen Tagen in einem regelmäßigen Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst, der Autobahngesellschaft des Bundes sowie der Bahn.

Stadt Eisenach warnt vor gefährlichen Eiszapfen

16.47 Uhr: Wegen der extremen Wetterlage bilden sich derzeit an etlichen Häusern in Eisenach Eiszapfen, die zum Teil beachtliche Ausmaße erreichen. Insbesondere über Gehwegen, Haltestellen und belebten Plätzen seien sie eine Gefahr, da sie leicht abbrechen und herunterfallen könnten, warnte am Dienstag die Stadtverwaltung.

Wenn Schnee und Eiszapfen schwer zu erreichen seien, müsse eine Firma mit der Entfernung beauftragt werden. „Auch die Eisenacher Feuerwehr hilft bei Bedarf“, hieß es. Diese Hilfeleistung sei allerdings kostenpflichtig. Solange die Eiszapfen noch nicht entfernt werden konnten, sollen Hauseigentümer gefährdete Gehwege absperren, teilte das Ordnungsamt mit.

Keine größeren Sturmflut-Schäden an der Ostsee

16.03 Uhr: Die jüngste Sturmflut hat an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins nach bisherigen Erkenntnisse keine größeren Schäden verursacht. Das gesamte Ausmaß werde wegen der noch erhöhten Wasserstände allerdings erst später sichtbar werden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag.

So seien an exponierten Stellen Abbrüche an Steilküsten, Dünen- und Strandwallabbrüche sowie Strandverluste möglich. Dank umfangreicher Küstenschutzmaßnahmen sei das Land aber auf eine Sturmflut in dieser Größenordnung gut vorbereitet, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Bei der Sturmflut am Montag wurde nach Angaben des Ministeriums ein Höchstwasserstand von 1,34 Metern über normal Null erreicht.

Auch dem Lebensmittelhandel macht das Wetter teils zu schaffen

15.26 Uhr: Auch am Lebensmittelhandel geht das Schneechaos in Teilen Deutschlands nicht spurlos vorbei. Doch hielten sich die Auswirkungen in engen Grenzen, wie mehrere Handelsketten am Dienstag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

Aldi Nord erklärte: „Die aktuelle Wetterlage stellt uns derzeit in einigen Regionen unseres Vertriebsgebietes vor Herausforderungen.“ Das Unternehmen arbeite jedoch äußerst engagiert daran, die Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten. „Auch wenn durch die angespannte Situation auf den Straßen kurzfristig Lieferungen verschoben oder umdisponiert werden mussten, ist die Versorgungssicherheit in unseren betroffenen Märkten doch insgesamt gewährleistet“, betonte das Unternehmen.

Ein Rewe-Sprecher berichtete, eine zweistellige Zahl von Märkten vor allem in Ostdeutschland habe vorübergehend nicht beliefert werden können. Dort sei zum Teil das Angebot an Frischeprodukten wie Obst und Gemüse reduziert gewesen.

Zu viel Schnee: Amazon stellt Betrieb in Leipzig ein

14.55 Uhr: Wegen großer Schneemassen auf dem Dach hat Amazon den Betrieb in seinem Logistiklager in Leipzig vorübergehend eingestellt. Die Entscheidung sei am Montagabend getroffen worden, sagte Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher am Dienstag. Zuvor hatte die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet. Die Mitarbeiter der Spätschicht seien nach Hause geschickt worden. Auch am Dienstag ruhte der Betrieb in der Halle.

Es habe keinerlei Einsturzgefahr bestanden, sondern es handele um eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Eichenseher. Am Montag sei nicht klar gewesen, wie viel Schnee noch dazu kommen würde. Laut Deutschem Wetterdienst waren in Leipzig rund 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. In Leipzig brach auch der Bus- und Straßenbahnverkehr zusammen. Mitarbeitern seien daher Taxis finanziert worden, damit sie nach Hause kommen konnten, sagte der Amazon-Sprecher.

Mann erfroren neben Traktor gefunden

14.08 Uhr: Im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt ist ein Mann erfroren neben seinem Traktor gefunden worden. Der 69-Jährige war zuvor am Montag von seinem Sohn als vermisst gemeldet worden, wie die Polizei in Haldensleben am Dienstag mitteilte. Bei der anschließenden Suche wurde der Mann am Montag dann eingeschneit und leblos neben seinem Traktor zwischen Bregenstedt und der Bundesstraße 1 gefunden.

Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ein Fremdverschulden schloss die Polizei aus. Die Polizei riet angesichts der derzeitigen Minustemperaturen dringend dazu, bei einem Unfall, einer Havarie oder beim festfahren mit einem Fahrzeug den Rettungsdienst zu rufen oder andere Autofahrer um Hilfe zu bitten.

Stiftung warnt Herzkranke vor Minustemperaturen

13.37 Uhr: Menschen mit Herzproblemen lassen es bei den vielerorts herrschenden Minusgraden lieber langsam angehen. Auf starke körperliche Anstrengungen wie Schneeschippen sollten sie verzichten, rät die Deutsche Herzstiftung. Bewegung sei zwar auch im Winter empfehlenswert, jedoch im moderaten Bereich. Gut sind zum Beispiel Spaziergänge oder kurze Walkingrunden.

Ein Tipp der Stiftung: Einen Schal oder eine Maske über Mund und Nase tragen. So gelange die Luft vorgewärmt in die Atemwege. Bei extremer Kälte sollten Menschen mit Herzerkrankung ihre Aktivitäten lieber nach drinnen verlegen und etwa auf ein Fahrradergometer steigen.

Eisig und glatt: In mehreren Städten kein Busverkehr

13.03 Uhr: In mehreren von Schnee und Eis besonders betroffenen NRW-Städten sind die Busse auch am Dienstag nicht ausgerückt. „Im Moment ist alles noch im Depot“, hieß es bei der Ruhrbahn in Essen. Angesichts der Eisesglätte sei das Risiko noch zu hoch. In Bielefeld konnte der Busbetrieb ebenfalls weiterhin nicht anlaufen. Für Mittwoch plane man einen ersten eingeschränkten Busverkehr, danach sollten weitere Fahrten und auch Ersatzbusse für ausgefallene Stadtbahnlinien täglich hinzukommen, teilte das Verkehrsunternehmen mit.

Schwere Unfälle auf A9 - Vollsperrung und fehlende Rettungsgasse

12.30 Uhr: Auf der Autobahn 9 in Sachsen-Anhalt sind am Dienstag mehrere Lastwagen ineinander gekracht. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Schwerpunkt sei die Strecke zwischen Dessau-Ost und Vockerode in Richtung Berlin, die gesperrt werden musste, teilte die Polizei mit. Eine fehlende Rettungsgasse erschwerte den Einsatzkräften die Anfahrt. Den Angaben nach war zunächst ein Sattelzug gegen 3.30 Uhr bei Eisglätte ins Schleudern geraten. Das Fahrzeug kam quer zur Fahrbahn zum Stehen. In der Folge kollidierten wenige Minuten später an der Unfallstelle ein Auto und zwei Lastwagen. Die 51 Jahre alte Autofahrerin wurde leicht verletzt.

Auf der Gegenfahrbahn Richtung München fuhr nach Angaben der Polizei ein Schneepflug aufgrund von Eisglätte in die Leitplanken. Der Fahrer wurde leicht verletzt, eine Fahrspur wurde für den Verkehr gesperrt.

Mehr als 1400 Kältehilfe-Plätze für Obdachlose

12.02 Uhr: Die Berliner Kältehilfe hält derzeit 1426 Plätze für Obdachlose bereit - so viele wie noch nie. „Es ist eine neue Marke, sie ist aber auch nötig, weil sich die Bedingungen erheblich verschärft haben“, sagte der Sprecher der Sozialverwaltung, Stefan Strauß, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Durch die Corona-Pandemie seien viele Möglichkeiten, sich aufzuwärmen oder Geld zu verdienen, weggefallen. Hinzu käme jetzt auch noch die extreme Kälte. Von den mehr als 1400 Plätzen seien 624 Plätze täglich rund um die Uhr nutzbar, sagte Strauß. In diesen Einrichtungen werde auch eine Sozialberatung angeboten.

Feuerwehr warnt vor Betreten der Eisflächen

11.12 Uhr: Die Berliner Feuerwehr hat vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt. „Die Eisflächen auf Berliner Gewässern sind trotz des Frostes nicht tragfähig. Bitte klären sie besonders ihre Kinder auf, denn für die Jüngsten ist die Verlockung oft zu groß“, twitterte die Feuerwehr am Dienstag. Es bestehe Lebensgefahr. Die Feuerwehr bittet, umgehend die Notrufnummer 112 anzurufen, wenn eine Person eingebrochen ist.

Auto im Winter: Das sollten Fahrer immer dabei haben

11.02 Uhr: Besonders im Winter kann es auf dunklen, glatten Straßen schnell zu Unfällen kommen. Diese Dinge benötigen Autofahrer bei Notfällen. Lesen Sie hier: Schnee und Eis: Was Autofahrer im Winter dabei haben sollten

Weitere Impfstofflieferungen wetterbedingt abgesagt

10.35 Uhr: Die Schneedecke in Niedersachsen führt weiter zu Verzögerungen bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, wurden auch die für Dienstag geplanten Transporte abgesagt. Betroffen seien 20 der 50 Impfzentren. Schon am Montag hatten zwölf Impfzentren anders als geplant keinen Impfstoff erhalten. Wann die Lieferungen nachgeholt werden können, ist offen.

Bahnverkehr im Norden weiterhin eingeschränkt

10.05 Uhr: Im Norden Deutschlands müssen sich Pendler und Reisende auch am Dienstag auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. „Hier im Norden hat uns das Wetter im Griff“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Dienstagmorgen. Betroffen seien der Fern- und Regionalverkehr. Am Morgen kam es besonders im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein zu witterungsbedingten Verspätungen und Zugausfällen. Die Deutsche Bahn rät allen Reisenden, ihre Verbindung vor dem geplanten Fahrtantritt zu überprüfen.

Wintereinbruch sorgt weiterhin für Probleme im Bahnverkehr

7.56 Uhr: Wegen des Wintereinbruchs müssen sich Bahnpendler und andere Reisende in Hessen weiterhin auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Im Fernverkehr ist besonders der Knotenpunkt Kassel betroffen, wie die Deutsche Bahn am Dienstagmorgen mitteilte. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Hauptstrecken von Schnee und Eis zu befreien. Auch im Regionalverkehr gibt es Behinderungen. So kann es dem Rhein-Main-Verkehrsverbund zufolge etwa auf den Linien RB5, RE5, RE30 und RE98 rund um Kassel zu Ausfällen und Verspätungen kommen. In mehreren Landkreisen gebe es auch im Busverkehr Probleme, etwa im Wetteraukreis.

Lastwagenfahrer stecken die ganze Nacht auf Bundesstraße fest

6.20 Uhr: Wegen Bergungsarbeiten nach einem wetterbedingten Unfall sind mehrere Lastwagenfahrer zum Teil die gesamte Nacht auf der Bundesstraße 4 steckengeblieben. Wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag mitteilte, kamen auf hessischer Seite der BAB4 Richtung Frankfurt zwischen Wildeck-Ost und Wildeck-Hönebach mehrere Lastwagen wegen Schnee und Glätte nicht weiter. Der Rückstau gehe mehrere Kilometer bis über die Landesgrenze nach Thüringen, hieß es. Die Fahrer sollten vom Deutschen Roten Kreuz und dem Rettungsdienst mit Decken und warmen Getränken versorgt werden. Auf hessischer Seite kümmere sich das Technische Hilfswerk um die Fahrer.

Wintereinbruch sorgt weiterhin für Probleme im NRW-Bahnverkehr

6.10 Uhr: Bahnpendler in Nordrhein-Westfalen müssen sich wegen des heftige Wintereinbruchs weiterhin auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Im Fernverkehr war besonders der Knotenpunkt Dortmund betroffen, wie die Deutsche Bahn am Dienstagmorgen mitteilte. Auch im Nahverkehr gibt es starke Einschränkungen. Dies betreffe vor allem den Norden des Landes, hieß es. Es werde den ganzen Tag über mit Verzögerungen gerechnet. Die Bahn rät allen Reisenden und Pendlern, die ihre Fahrt nicht verschieben können, ihre Verbindung vor dem geplanten Fahrtantritt zu überprüfen.

Unfälle und Sperrungen auf der A9 wegen Glätte

6.00 Uhr: Wegen starker Glätte ist es auf der Autobahn 9 zu mehreren kleinen Unfällen und Sperrungen gekommen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurden dabei niemand schwer verletzt. In Richtung Berlin war die Strecke bei Vockerode (Landkreis Wittenberg) wegen Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Auch in der Gegenrichtung wurden an der Anschlussstelle Coswig (Anhalt) zwei von drei Spuren gesperrt.

Minusgrade und gelegentlich Schneefall in Berlin und Brandenburg

5.45 Uhr: Die Temperaturen in Berlin und Brandenburg bleiben weiterhin frostig. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstagmorgen mitteilte, kommt es in der ersten Tageshälfte vor allem an der Grenze zu Sachsen zu leichtem Schneefall. In anderen Teilen von Berlin und Brandenburg fallen bei Temperaturen zwischen minus zehn und minus fünf Grad nur vereinzelt Schneeflocken vom Himmel. In der Nacht zu Mittwoch sinken die Temperaturen erneut. Örtlich kann es dem DWD zufolge zu Tiefstwerten von bis zu minus 24 Grad kommen.

Chaos auf A2 in NRW - Fahrer müssen auch nachts im Stau ausharren

5.30 Uhr: Der durch heftigen Schneefall ausgelöste Stau auf der A2 bei Bielefeld hat sich auch bis zum frühen Dienstagmorgen nicht aufgelöst. Fahrer und Mitfahrende verbrachten bei eisiger Kälte zum Teil die ganze Nacht und damit mehr als zwölf Stunden in ihren fest sitzenden Fahrzeugen. Bereits am Montagmittag waren Lastwagen auf der Autobahn wegen des Schnees stecken geblieben. Der Rückstau zog sich zwischenzeitlich über 37 Kilometer. Die Autobahn wurde in beiden Fahrtrichtungen gesperrt - insgesamt bildeten sich rund um Bielefeld zeitweise mehr als 70 Kilometer Stau.

Rückstau nach Schneechaos auf A7 - Polizei muss Lkw-Fahrer wecken

5.00 Uhr: Nach starkem Schneefall staut sich weiterhin der Verkehr auf der A7 im Landkreis Northeim. Die Autobahn sei nach dem Einsatz von Räumdiensten zwar wieder weitgehend befahrbar, teilte die Polizei Göttingen in der Nacht zum Dienstag mit. Es komme aber zu erheblichem Rückstau zwischen den Anschlussstellen Northeim-West und Nörten-Hardenberg. Grund für den Stau sind demnach Lkw-Fahrer, die sich wegen der langen Wartezeit zur Ruhe begeben hatten. Sie behinderten den anlaufenden Verkehr. Die Autobahnpolizei sei dabei, die Fahrer zu wecken und den Stau aufzulösen.

Die wichtigsten Wetter-News am Montag, 8. Februar: Wetterexperte: Auf das Schneechaos folgt eisiger Frost

22.27 Uhr: Laut dem Meteorologen Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst ist ab Donnerstag in ganz Deutschland fest mit frostigen Temperaturen unter null zu rechnen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich also weiterhin auf rutschige Straßen gefasst machen. Grund für den strengen Frost ist laut Jonas die "kalte Gisela". Das Hoch namens „Gisela“ liege diese Woche „weitgehend ortsfest über Skandinavien“, zapfe Polarluft an und schiebe diese „auf direktem Wege nach Mitteleuropa und damit nach Deutschland“.

In der Mitte und im Osten Deutschlands dürfte Nachtfrost von minus 18 Grad keine Seltenheit sein. Bei Wind und trockener Luft könne die gefühlte Temperatur nachts sogar auf bis zu minus 30 Grad sinken. „Wer da morgens mit dem Hund raus muss, sollte sich im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen“, empfahl Jonas.

"Flockdown" legt auch die Post lahm

19.35: Nach Bahn, ÖPNV und Impfzentren meldet jetzt auch die Deutsche Post DHL Beeinträchtigungen durch das anhaltende Schneechaos. Am Montag sei es unter anderem wegen gesperrter Autobahnen in Teilen Deutschlands zu Verzögerungen bei der Zuführung von Paketsendungen zu Sortierzentren gekommen, sagte ein Konzernsprecher in Bonn.

Dies habe zur Folge gehabt, dass in manchen Gebieten die Zustellung ausgefallen sei. Als Beispiele für teilweise betroffene Bundesländer nannte der Sprecher Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In Thüringen fiel die Zustellung von Briefen und Paketen fast komplett aus - nur im Thüringer Wald waren mancherorts einige Fahrzeuge unterwegs. Bei den teils chaotischen Straßenverhältnissen habe die Gesundheit der Mitarbeiter im Vordergrund gestanden, hieß es von der Post.

Einige Züge im Norden fahren wieder

17.10 Uhr: Der Regional- und Fernverkehr im Norden kommt nach dem heftigen Wintereinbruch nur langsam wieder in Gang. „Wir rechnen leider auch am Dienstag noch mit Einschränkungen“, sagte eine Bahnsprecherin am Montag. Zwar sei im Nahverkehr auf einigen Strecken am Nachmittag der Verkehr wieder aufgenommen worden – etwa fuhren wieder Regionalzüge zwischen Bremen und Hannover – „allerdings noch sehr unregelmäßig“, sagte die Sprecherin. Im Fernverkehr verkehrten wieder vereinzelt Züge zwischen Hamburg und Hannover – weiter südwärts Richtung Kassel war die Strecke noch durch Schnee und Eis blockiert.

Noch immer machen vereiste Weichen, eingefrorene Oberleitungen und Schneeverwehungen viele Strecken unpassierbar. Es habe zwar viele Räumfahrten etwa mit Schneefräsen gegeben. Doch durch den Wind und anhaltenden Schneefall seien Bahnlinien oft wenig später mit Schnee wieder zugeweht. Die Bahn riet Reisenden, sich vor Fahrtantritt im Internet über Verbindungen zu informieren.

Notbetrieb an Uniklinik – Über Stunden zu Fuß zum Dienst

16.42 Uhr: Um zum Dienst kommen zu können, haben Mitarbeiter der Uniklinik in Münster (UKM) während des Schneesturms lange Fußmärsche in Kauf genommen. „Wir haben unter anderem eine Mitarbeiterin, die aus Havixbeck drei Stunden zum Dienst gelaufen ist“, sagte Pflegedirektor Thomas van den Hooven am Montag. Eine 24-Jährige habe einen zweieinhalb Stunden langen Fußmarsch in Kauf genommen, sie legte neun Kilometer zurück.

Die Bereitschaft, den Betrieb aufrecht zu erhalten, betreffe aber nicht nur das Pflegepersonal. „Das gilt quer durch alle Berufsgruppen vom medizinisch-pflegerischen Personal über die Logistik bis hin zu den Gärtnern und der Werkfeuerwehr und das in einer ohnehin anstrengenden Zeit“, sagt Christoph Hoppenheit, Kaufmännischer Direktor des UKM.

Vereiste Gleise: Dortmunder schieben Straßenbahn an

16.30 Uhr: Bei klirrender Kälte haben Passanten eine steckengebliebene Straßenbahn in Dortmund auf vereisten Gleisen wieder in Bewegung gesetzt. Bei der Sonderfahrt sollte ein Fahrschullehrer die Befahrbarkeit der Strecke testen, schilderte eine Sprecherin der Dortmunder Stadtwerke DSW21. Fahrgäste waren nicht im Wagen, dafür einige Mitarbeiter der Stadtbahn. An einer Steigung in Innenstadtnähe sei am Montagvormittag dann kältebedingt Schluss gewesen. Hilfsbereite Passanten sprangen den Mitarbeitern zur Seite und schoben die Stadtbahn an. Zuvor hatten die „Ruhr Nachrichten“ berichtet.

Auf ein kurzes Video von der kraftvollen Aktion auf Twitter mitsamt dem Tweet „Großartig #Zusammen Dinge Bewegen“ reagierten die Stadtwerke mit dem Lob: „Wir mögen unsere Fahrgäste.“ Der Sprecherin zufolge konnten Busse in Dortmund am Montag gar nicht fahren, die Stadtbahnen nur teilweise und eingeschränkt.

Feuerwehr entfernt Eiszapfen in Unterführung

16.18 Uhr: Die Minusgrade haben der Feuerwehr in Mönchengladbach einen ungewöhnlichen Einsatz beschert. Die Einsatzkräfte musste ausrücken, um in einer Unterführung Eiszapfen von der Decke abzuschlagen, wie ein Sprecher am Montag berichtete. Die Feuerwehrleute kletterten auf das Dach ihres Einsatzfahrzeugs und entfernten dann die spitzen Eisgebilde. Dies sei vorsorglich geschehen, damit Fußgänger nicht verletzt und Autos nicht beschädigt würden, sagte ein Sprecher.

Scheuer appelliert an Bürger: „Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, sollte zuhause bleiben“

15.45 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat an die Bürger im Norden und in der Mitte des Landes appelliert, angesichts der Wetterlage auch am Mittwoch auf Reisen zu verzichten. „Bei solchen extremen Bedingungen können selbst die beste Weichenheizung und das beste Räumfahrzeug an ihre Grenzen geraten“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion „Deshalb gilt zumindest für die Mitte und den Norden vorerst weiter: Wer nicht unbedingt unterwegs sein muss, sollte zuhause bleiben.“

Die schwierige Lage sei noch nicht überstanden, warnte Scheuer. „In der Mitte Deutschlands erwarten wir in den Nächten auf Dienstag und Mittwoch strengen Frost mit Temperaturen von teilweise minus 18 oder sogar minus 25 Grad. Der Norden wird sich zudem in der Nacht zum Mittwoch weiter auf kräftige Schneefälle einrichten müssen.“

Corona-Impfstoff verspätet sich wegen Schneewetters

15.42 Uhr: Das anhaltende Winterwetter in Niedersachsen erschwert auch die Corona-Impfkampagne. Das Gesundheitsministerium in Hannover sagte in Abstimmung mit der Polizei am Montag die Impfstofflieferungen für zwölf Impfzentren ab. Frühestens am Dienstag solle je nach Wetterlage damit begonnen werden, die Lieferungen nachzuholen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Wer bereits einen Impftermin hat, derzeit aber wetterbedingt nicht zum Impfzentrum kommen kann, soll „so schnell und unkompliziert wie möglich“ einen Nachholtermin bekommen. Eine erneute Anmeldung über die Hotline oder das Internetportal ist dafür nicht nötig, die Abstimmung läuft über die Kommunen als Betreiber der Impfzentren.

Thüringer Impfstellen nach Schneepause wieder geöffnet

15.28 Uhr: Die wegen des Winterwetters am Montag in Thüringen zunächst geschlossenen Corona-Impfstellen arbeiten seit dem frühen Nachmittag wieder. Lediglich die Einrichtung in Sömmerda sei noch nicht wieder in Betrieb, sagte der Impfkoordinator der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen, Jörg Mertz, auf Anfrage. Sie sollen voraussichtlich am Dienstag folgen. Wegen des Winterwetters und der Behinderungen durch Schneemassen auf Straßen und Gehwegen waren die Einrichtungen am Morgen zunächst geschlossen geblieben.

Ersatztermine für davon betroffene Impfwillige würden entweder direkt vor Ort durch die Einrichtungen organisiert oder diese würden im Laufe der Woche telefonisch informiert, erklärte Mertz. In Thüringen gibt es 29 regionale Corona-Impfstellen.

Winterwetter beeinträchtigt Abfallentsorgung

14.21 Uhr: Wegen der aktuellen Wetterlage wird der Abfall in Halle vorerst nicht mehr abgeholt. Die Entsorgung werde nachgeholt, teilte die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) am Montag mit. Dabei prüfe das Unternehmen fortlaufend, wann die Arbeit wieder aufgenommen werden könne. Derweil sei der Räumdienst der HWS seit der Nacht zum Samstag ununterbrochen im Einsatz. Schneeverwehungen erschwerten die Arbeit.

Auch in Magdeburg wirkt sich der Schneefall auf die Müllentsorgung aus. Eine pünktliche Leerung könne nicht gewährleistet werden, teilte die Stadt am Montag mit. In jedem Fall könnten Abfallbehälter nur geleert werden, wenn der Zugang frei von Schnee sei. Zudem stelle die Stadt die Entsorgung von Sperrmüll bis einschließlich Mittwoch ein.

Bei Sturm über Bord gegangen – Suche nach 24-Jähriger eingestellt

14.15 Uhr: Die Suche nach einer jungen Frau, die während des Sturms von einem Containerschiff in die Nordsee stürzte, ist eingestellt worden. Wie eine Sprecherin der Seenotretter sagte, lieferte auch ein Flug der Marine bei Ebbe keine Hinweise auf die Vermisste. Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einem Unglück aus. „Die 24-Jährige ist bei Arbeiten an der Gangway verunglückt“, sagte ein Sprecher am Montag. Der Sturz am Sonntag zeige keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Zum Zeitpunkt der Suche herrschte Sturm mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde, wie die Seenotretter mitteilten. Die Lufttemperatur lag bei minus acht Grad, die Wassertemperatur bei zwei Grad. Der unter der Flagge Dänemarks fahrende, 300 Meter lange Containerfrachter „Santa Clara“ lag zunächst in Bremerhaven vor Anker und machte sich auf den Weg nach Rotterdam, so der Polizeisprecher.

Zeitungen bieten wegen winterlicher Zustellprobleme E-Paper an

14.06 Uhr: Schnee und Eis haben am Montag vielerorts die Zustellung von Tageszeitungen erschwert. Zahlreiche Blätter boten daher Lesern vorsorglich die aktuelle Ausgabe kostenlos als E-Paper im Internet an.

Zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen: Die „Münstersche Zeitung“ teilte auf ihrer Webseite am frühen Morgen mit, dass es aufgrund der Witterung in einigen Bereichen des Verbreitungsgebietes zu Verzögerungen bei der Zustellung kommen könne. Auch „Die Glocke“war betroffen.

Eine ähnliche Lage in Sachsen: Die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) konnte in einigen Gebieten in den Landkreisen nicht zugestellt werden, da Gehwege und Straßen mitunter gar nicht oder nur schwer passierbar gewesen seien. Ähnliche Fälle gab es auch in Bayern.

Das Schneechaos in Bildern

14.00 Uhr: Der massive Wintereinbruch hat Teile Deutschlands in eine weiße Winterlandschaft mit einer dicken Schneedecke verwandelt. In dieser Fotostrecke können Sie sich ein Bild davon machen: Schneechaos: Der Wintereinbruch in Bildern

Deutsche Bahn: Extreme Wetterlage schränkt Verkehr erheblich ein

13.05 Uhr: Die starken Schneefälle und heftigen Verwehungen haben am Montag den Verkehr der Deutschen Bahn in Sachsen erheblich eingeschränkt. So wurde der Fernverkehr von und nach Leipzig bis mindestens mittags komplett eingestellt, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Von Leipzig nach Dresden fuhr zunächst lediglich die RE 50 über Riesa.

DWD sagt eine frostige Nacht voraus

12.06 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet am Montag weitere Schneefälle, die zusätzlich zum Schnee vom Wochenende noch einmal zwischen drei und 15 Zentimeter Zuwachs an Schneehöhe erwarten ließen. Nachts drohen allerdings Glätte und Tiefstwerte zwischen minus 15 und minus 20 Grad.

Flugbetrieb in Dortmund vorübergehend ausgesetzt

10.58 Uhr: Weil die Start- und Landebahn vereist ist, hat der Flughafen Dortmund den Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. Voraussichtlich bis 13.00 Uhr könnten keine Maschinen starten und landen, teilte der Flughafen am Montag mit. Maschinen mit Ziel Dortmund würden nach Köln/Bonn umgeleitet, sagte eine Sprecherin. Dort, wie auch am größten Flughafen in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, lief der Flugbetrieb am Montagvormittag ohne Beeinträchtigungen.

Schnee sorgt für Einschränkungen bei Bus und Bahn

10.43 Uhr: Wegen des anhaltenden Schneefalls kommt es in Sachsen-Anhalt zu Einschränkungen beim Bus- und Bahnverkehr. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben den Betrieb komplett eingestellt, wie ein Sprecher in Magdeburg am Montag mitteilte. In der Nacht war zunächst ein Notbetrieb mit Bussen vorgesehen. Dieser wurde wieder eingestellt, da sich mehrere Fahrzeuge festgefahren hatten. Wann die Straßenbahnen und Busse wieder fahren können, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Warn-App meldet Extremwetterlage für Halle

10.37 Uhr: Die Nutzer der Warn-App Katwarn in Halle sind am Montagmorgen aufgefordert worden, vorerst alle nicht notwendigen Wege zu vermeiden. Es herrsche eine Extremwetterlage, hieß es in der Mitteilung. Straßen und Schienenwege könnten unpassierbar sein. Im Stadtgebiet sei mit Schneefällen und starken Schneeverwehungen zu rechnen. Unterdessen türmten sich in engen Straßen wie im Süden der Stadt in Vorgärten Schneeberge. Private Hausbesitzer versuchten, große Schneemassen von den Gehwegen zu bekommen. Per Katwarn-App wurden die Menschen aufgefordert, möglichst die Wege für den Winter- und Rettungsdienst frei zu halten. Zudem gelte es, Bäume zu meiden. Diese könnten unter der Schneelast zusammenbrechen.

Familie bleibt stundenlang im Schnee stecken

8.30 Uhr: Stundenlang ist eine dreiköpfige Familie im Landkreis Sömmerda mit ihrem Auto im Schnee steckengeblieben. Wie eine Sprecherin der Polizei am Montag mitteilte, blieb das Fahrzeug am Sonntagabend zwischen Schallenburg und Kranichborn stehen und kam nicht mehr weiter. Eigenen Angaben zufolge versuchte die Familie fünf Stunden lang, das Auto vom Schnee zu befreien. Erst gegen Mitternacht wählten sie den den Notruf. Die Eltern und ihre 7-jährige Tochter wurden den Angaben zufolge von der Feuerwehr gerettet und in eine Notunterkunft gebracht. Aufgrund des schweren Schneefalls konnte das Auto der Familie bisher noch nicht geborgen werden.

Schneemassen lösen sich von Hausdach: Vier Tote in russischem Dorf

8.06 Uhr: In einem russischen Dorf sind vier Menschen durch herabfallende Schneemassen ums Leben gekommen. Insgesamt acht Menschen waren in der Region Altai im südlichen Sibirien zwischenzeitlich von Schnee verschüttet, der sich vom Dach eines Getreidespeichers gelöst hatten, wie der zuständige Katastrophenschutz am Montag mitteilte. Den Angaben zufolge war eine Kombination aus gestiegenen Temperaturen und Stürmen Auslöser für die Tragödie: So hätten sich Schneemassen gebildet, die dann angeschmolzen seien und sich gelöst hätten.

Mehrere Städte stellen Busverkehr wegen Schneefalls ein

6.50 Uhr: Wegen des heftigen Wintereinbruchs haben mehrere Städte in Hessen den Busverkehr komplett eingestellt - etwa Kassel und Marburg an der Lahn. Grund sei der starke Schneefall sowie vereiste Straßen, teilten die Stadtwerke Marburg am Montag mit. Auch die Busse und Straßenbahnen in Kassel bleiben laut Stadtwerken in den Depots. Bis wann die Einschränkungen andauern, war zunächst unklar.

Mehrere Straßen in Thüringen gesperrt - Keine größeren Unfälle

6.20 Uhr: Wegen starken Schneefalls und Glätte sind in Thüringen zwischenzeitlich mehrere Straßen komplett gesperrt worden. Wie ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen mitteilte, kam es in der Nacht jedoch zu keinen größeren Unfällen. Die stockende oder sogar komplett stehende Verkehrslage habe dies verhindert. Einzelne Strecken mussten teilweise bis zu zwei Stunden lang komplett gesperrt werden. Am Morgen waren die Autobahn 4 Richtung Frankfurt (zwischen den Anschlussstellen Magdala und Weimar) und die Autobahn 9 Richtung München (zwischen den Anschlussstellen Lederhose und Dittersdorf) noch immer gesperrt. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks wurden die Strecken von der Autobahnmeisterei nach und nach freigeräumt.

Schneefall behindert Verkehr auf A7 - Vollsperrung bei Göttingen

6.05 Uhr: Starker Schneefall hat den Verkehr auf der Autobahn 7 bei Göttingen zum Erliegen gebracht. Die Polizei sperrte am frühen Montagmorgen die Fahrbahn Richtung Süden, hieß es in einer Mitteilung. Der Verkehr wurde am Dreieck Drammetal auf die A38 umgeleitet. Großfahrzeuge sollten bei der nächsten Gelegenheit anhalten. Auch in Fahrtrichtigung Nord blieben demnach vermehrt Lastwagen zwischen Hedemünden und Drammetal liegen.

Lastwagen bleiben im Schnee auf A6 bei Nürnberg stecken

6.00 Uhr: Auf der Autobahn 6 bei Nürnberg sind am Sonntagabend Lastwagen im Schnee vor einer Anhöhe stecken geblieben. Insgesamt kamen 150 Lkw zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd zum Stehen, wie die Polizei mitteilte. Das Technische Hilfswerk musste die Fahrzeuge zum Teil befreien. Es bildete sich ein Rückstau, da die Fahrbahnen in Richtung Amberg zeitweise blockiert waren.

Lastwagen versinken im Schnee auf A4 bei Gera

5.30 Uhr: Auf der Autobahn 4 bei Gera in Thüringen sind in der Nacht zum Montag reihenweise Lastwagen in Schneeverwehungen stecken geblieben. Auf der rechten Spur in Richtung Frankfurt am Main bildete sich ein kilometerlanger Stau, wie die Polizei mitteilte. Abschleppdienste und Räumfahrzeuge mussten die Lkw befreien. Auf den restlichen Spuren konnte der Verkehr weiterfließen.

Rettungskräfte versorgen rund 25 Zugreisende im Bahnhof Uelzen

5.00 Uhr: Im Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen im Nordosten Niedersachsens ist ein Zug mit rund 25 Reisenden gestrandet. Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rückten am späten Sonntagabend an, um die Fahrgäste mit Decken, heißen Getränken und einer Suppe zu versorgen. Man stelle sich auf einen Einsatz bis zum frühen Montagmorgen ein, sagte ein DRK-Sprecher vor Ort. Voraussichtlich müssten die Fahrgäste die Nacht im Zug verbringen, hieß es. Insgesamt war die Hilfsorganisation mit 20 ehrenamtlichen Helfern und sechs Fahrzeugen im Einsatz.

Schulausfall in mehreren bayerischen Landkreisen wegen Wintereinbruch

4.30 Uhr: Wegen des erwarteten Wintereinbruchs fällt am Montag der Unterricht in mehreren bayerischen Landkreisen aus. In Würzburg, Schweinfurt (jeweils Stadt und Landkreis) sowie im Landkreis Bad Kissingen gibt es keinen Unterricht, wie am Sonntag auf dem Meldeportal des Bayerischen Kultusministeriums zu lesen war. Der Landkreis Rhön-Grabfeld verzichtet auf Präsenzunterricht und Notbetreuung an allen Schulen. Distanzunterricht soll jedoch stattfinden. Distanzunterricht soll jedoch stattfinden. Gleiches gilt für den Landkreis Kitzingen sowie Stadt und Landkreis Bamberg.

Unfallserie auf Autobahnen bei Mönchengladbach - Neun Verletzte

4.00 Uhr: Bei einer Unfallserie wegen Glatteis auf den Autobahnen 52 und 61 rund um Mönchengladbach sind neun Menschen verletzt worden. Bei der ersten Kollision am Sonntagnachmittag fuhren drei Autos auf der A61 in Richtung Venlo aufeinander auf, wie die Polizei mitteilte. Zwei Menschen wurden verletzt. Später geriet ein anderes Auto ins Schleudern und krachte in einen Streifenwagen, der den ersten Unfall absicherte. Rettungskräfte brachten vier Verletzte ins Krankenhaus. Kurz nach dieser Kollision hatte ein Wagen auf der A52 kurz vor dem Autobahnkreuz Neersen einen wetterbedingten Unfall. Die drei Insassen mussten ebenfalls behandelt werden.

Sonntag, 7. Februar: Die wichtigsten Wetter-News: Feuerwehr muss Wagon von Schneepflug-Zug bergen

22:45 Uhr: Die Feuerwehr hat mit schwerem Gerät in Braunschweig einen Straßenbahn-Waggon geborgen, der aufgrund des Schnees aus den Schienen gesprungen war. Der Waggon gehörte zu einem Sonderfahrzeug mit Schneepflug, mit dem die Verkehrsgesellschaft eigentlich unterwegs war, um Schienen von den Schneemassen zu befreien. Der Waggon war wohl durch eine Schneewehe aus dem Gleis gesprungen, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag sagte. Rettungskräfte hoben den tonnenschweren Wagen mit einem Autokran zurück in die Spur. Laut Feuerwehr türmten sich im Braunschweiger Stadtgebiet Schneeverwehungen mit bis zu 70 Zentimetern Höhe.

19.47 Uhr: Der Hauptstadt-Flughafen BER hat sich am Wochenende seiner ersten harten Winter-Bewährungsprobe stellen müssen. „Wir räumen, räumen, räumen“, sagte eine Flughafensprecherin am Sonntag in Berlin. Insgesamt seien 40 Spezialfahrzeuge und -geräte gegen Schnee und Eis im Einsatz. Geräumt werde auf einer Fläche von 350 Hektar auf der nördlichen Start- und Landebahn, den Rollwegen und dem Vorfeld.

Je Schicht seien 40 Mitarbeiter unterwegs. Bis Sonntagnachmittag sei alles problemfrei gelaufen, sagte die Sprecherin. Lediglich einige Flüge hätten wegen der Räumungsarbeiten Verspätungen zwischen zehn und 45 Minuten. Flugzeuge mussten enteist werden.

Thüringen schließt am Montag die Schulen

18.41 Uhr: In Thüringen bleiben die Schulen am Montag geschlosssen, da weitere Schneefälle befürchtet werden. Wie das Bildungsminsiterium mitteilte, werde es weder Präsenzunterricht noch Notbetreuung geben. Schulen, die sonst eine Betreuung anbieten würden, seien am Montag notfallmäßig besetzt, um vereinzelt ankommende Kinder aufnehmen zu können, bis deren Abholung organisiert werden kann.

Ob digitaler Fernunterricht stattfindet, dürfen die Schulen jeweils selbst entscheiden. Inwieweit am Montag Kitas geöffnet haben, wird genauso unterschiedlich gehandhabt werden. Die Entscheidung liegt jeweils bei Trägern und Kommunen.

Wetterprognose: Neuer Schnee und strenger Frost

17.16 Uhr: Das Winterwetter mit Schneefall und strengem Frost bleibt Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den kommenden Tagen erhalten. Wie der Deutsche Wetterdienst in Leipzig am Sonntag auf Anfrage mitteilte, wird sich die Situation in den drei Ländern bis zum 15. Februar nicht wesentlich ändern. Auch tagsüber würden die Temperaturen im Frostbereich bei bis zu minus neun Grad verharren, nachts seien sogar Temperaturen von bis zu 19 Minusgraden möglich, sagte Meteorologin Cathleen Hieckmann.

Bis Montagmittag wird vielerorts Neuschnee erwartet, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Der Raum Dresden und Ostsachsen bekommen maximal zehn Zentimeter ab, wie es hieß. Westlich von Chemnitz bis nach Thüringen und im Südraum von Leipzig seien 25 Zentimeter Neuschnee möglich. In Sachsen-Anhalt sei vor allem der Burgenlandkreis betroffen.

Scheuer ruft dazu auf, lieber zu Hause zu bleiben

16.41 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland geraten, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag bei „Bild live“.

Das Thema Glatteis werde weniger, aber der Schnee höre nicht auf. Der Wind mache „megamäßig“ Probleme, vor allem mit Schneeverwehungen. Betroffen seien auch die Autobahnen und die Bahn. Das heiße, in Absprache mit dem Arbeitgeber „lieber zu Hause bleiben“, so der Minister. Heftige Schneefälle hatten am Sonntag den Bahn- und Straßenverkehr teilweise lahmgelegt.

Bahn stellt Betrieb in Westfalen ein

15.44 Uhr: Wegen des Schnee-Unwetters hat die Deutsche Bahn ihren Nahverkehr in Westfalen bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. Wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte, fallen bis auf weiteres witterungsbedingt folgende Linien aus: RE2, RE17, RE18, RE42 sowie zahlreiche Regionalbahn- und S-Bahn-Linien.

Hinzu kamen Oberleitungsstörungen auf den Strecken zwischen Duisburg und Krefeld, Hagen und Wuppertal, Witten und Hagen sowie Duisburg und Essen. Auf betroffenen Streckenabschnitten seien derzeit keine Zugfahrten möglich, es komme zu Verspätungen und Teilausfällen. „Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Störung“, hieß es.

Obdachlosencamp in Berlin geräumt - Schutz vor Kälte in Hostels

13.44 Uhr: Nach der Räumung eines der größten Berliner Obdachlosencamps in der Rummelsburger Bucht sollen die Menschen in den kommenden Tagen auf feste Unterkünfte verteilt werden.

Wie der stellvertretende Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg, Kevin Hönicke (SPD), am Sonntag mitteilte, sollen die Menschen von der provisorischen Unterbringung in einer Traglufthalle an Hostels weitervermittelt werden. So könnten sie in den kommenden Wochen vor der klirrenden Kälte geschützt werden. Das Camp war in der Nacht auf Samstag laut Bezirk aus Sorge um das Wohl der Menschen aufgelöst worden.

Saharastaub sorgt für „Blutschnee“ in Thüringen

12.48 Uhr: Staub aus der Sahara hat in Thüringen für sogenannten „Blutschnee“ gesorgt. Gemeldet wurde das Phänomen unter anderem aus Suhl, Jena und Saalburg-Ebersdorf, nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Sonntag dürfte es aber flächendeckend in ganz Thüringen aufgetreten sein.

Der Staub sorge für eine meist gelblich-rote Verfärbung des Schnees, sagte Torsten Lehne vom DWD in Leipzig. Zum Teil kann der „Blutschnee“ jedoch von frisch gefallenen Flocken bereits wieder abgedeckt sein. Lesen Sie auch: Blutschnee: Das steckt hinter dem seltenen Wetterphänomen

Schneefälle - Bahn stellt Fernverkehr in weiten Bereichen ein

11.22 Uhr: Bis zu 32 Zentimeter Neuschnee, Windböen von bis zu 80 Kilometern pro Stunde und meterhohe Verwehungen: Der erwartete Schneesturm hat vor allem die Mitte Deutschlands getroffen - und er ist noch nicht ausgestanden. „Hotspots sind der Niederrhein, das Münsterland, Ostwestfalen, das nördliche Thüringen, das südöstliche Niedersachsen und das südliche Sachsen-Anhalt“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntagmorgen.

11.22 Uhr: Bis zu 32 Zentimeter Neuschnee, Windböen von bis zu 80 Kilometern pro Stunde und meterhohe Verwehungen: Der erwartete Schneesturm hat vor allem die Mitte Deutschlands getroffen - und er ist noch nicht ausgestanden. „Hotspots sind der Niederrhein, das Münsterland, Ostwestfalen, das nördliche Thüringen, das südöstliche Niedersachsen und das südliche Sachsen-Anhalt“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntagmorgen.

„Der Schneesturm ist noch nicht vorbei.“ Mit fünf bis zehn Zentimetern Schnee, lokal auch bis zu 20 Zentimetern müsse im Laufe des Sonntags noch gerechnet werden. Der Wind halte auch weiterhin an mit Sturmböen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. „Das ist auf keinen Fall durchgestanden. Damit müssen wir bis heute Abend warten.“

Zirkuszelt bricht unter Schneemassen zusammen

10.34 Uhr: Unter der großen Last der Schneemassen ist im nordrhein-westfälischen Hagen ein Zirkuszelt eingestürzt. 13 Tiere wurden gerettet. Die Pferde, Kamele, Ziegen und Lamas, die sich in dem Zelt befanden, blieben unverletzt, wie ein Sprecher der Polizei in der Stadt Hagen sagte.Nach Angaben der Polizei waren keine Menschen unter dem Zelt.

9.37 Uhr: Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr wegen des heftigen Winterwetters in weiten Teilen eingestellt. So verkehren keine Züge zwischen Berlin und Frankfurt, Berlin und Hannover und Dortmund/Köln. Auch fahren keine Züge zwischenKöln/Dortmund, Hannover, Magdeburg, Leipzig und Dresden oder zwischen Hamburg und Kiel oder Lübeck. Zwischen Deutschland und den Niederlanden fahren ebenfalls keine Züge mehr.

Zischen Hamburg und Berlin komme es zu Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte. „Besonders starker Wind und Schneeverwehungen machen den Einsatzkräften zu schaffen.“

Eisige Kälte und starker Wind im Norden - Unwetter bleibt aus

8.56 Uhr: Die Menschen im Norden müssen sich weiter auf eisige Kälte und starken Wind einstellen. Insbesondere an den Küsten Schleswig-Holsteins bestehe am Sonntag die Gefahr von schweren Sturmböen, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen sagte. Von einer winterlichen Unwetterlage bleiben Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern demnach jedoch verschont. „Es ist absolut nicht mit dem zu vergleichen, was in Mittel- und Südniedersachsen passiert“ sagte sie.

Lage auf NRW-Autobahnen spitzt sich durch Schneeverwehungen zu

8.52 Uhr: Heftige Schneeverwehungen sorgen in Teilen Nordrhein-Westfalens zunehmend für Probleme auf den Autobahnen. Einige Strecken waren gesperrt, anderswo ging es nur im Schneckentempo voran. Auf den Autobahnen in den Regierungsbezirken Münster und Detmold ordneten die Behörden ein Fahrverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen an. Es gelte vorerst bis 12 Uhr, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am Sonntagmorgen.

Auf vielen Autobahnen vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet kam es nach Angaben der Verkehrszentrale NRW zu Staus und Verzögerungen - Autos konnten vielerorts nur sehr langsam fahren. Die Polizei in NRW hatte bis zum Morgen bereits über 220 Unfälle gezählt.

8.34 Uhr: Trotz intensiver Schneefälle in der Nacht haben die Lagezentren der Polizeien in Niedersachsen eine erste vorsichtig positive Bilanz gezogen. Zwar sei die Lage beispielsweise auf den Straßen in Göttingen am frühen Sonntagmorgen teilweise „katastrophal“, größere Unfälle habe es dort aber nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Manche Straßen waren durch Schneeverwehungen nicht befahrbar und mussten gesperrt werden. Der Straßenräumdienst war ständig im Einsatz.

8.22 Uhr: Mehrere Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen haben den Busverkehr komplett eingestellt - etwa Münster und Dortmund. „Schnee und glatte Straßen machen eine sichere Fahrt unmöglich“, teilten etwa die Stadtwerke Münster am Sonntagmorgen mit. Die Entscheidung, keine Busse fahren zu lassen, gelte „bis auf Weiteres“ - man werde die Wetterlage genau beobachten. In Münster waren in der Nacht zum Sonntag innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Zentimeter Schnee gefallen.

7.58 Uhr: Trotz des Wintereinbruchs mit heftigem Schneefall ist ein großes Verkehrschaos in Sachsen bisher ausgeblieben. Menschen wurden bislang nicht verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

7.44 Uhr: Dichter Schneefall und Glätte haben am Wochenende den Verkehr in Nordrhein-Westfalen teilweise lahmgelegt. Seit Samstagnachmittag sei es zu bislang 222 Unfällen aufgrund des Wetters gekommen, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am frühen Sonntagmorgen. Dabei seien zwei Menschen schwer und 26 leicht verletzt worden. Der Sachschaden belaufe sich auf etwa eine Million Euro. Der „WDR“ hatte zuvor berichtet.

Samstag, 6. Februar: Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Bahn-Reisende

21.43 Uhr: Wegen des erwarteten heftigen Wintereinbruchs in Teilen Deutschlands hat die Bahn in mehreren Städten Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende organisiert.

Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin am Samstagabend. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstärkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

Reisende sollten sich vor der Abfahrt auf jeden Fall informieren, ob ihr Zug fährt - entweder im Internet, in der Bahn-App oder unter der extra eingerichteten Hotline 08000 996633.

Eisregen beginnt in Nordrhein-Westfalen

21.23 Uhr: In Teilen Nordrhein-Westfalens hat am Samstagabend ein gefährlicher Eisregen eingesetzt. Zunächst habe es aber nur sehr kleine Hagelkörner gegeben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes in Essen am Samstagabend. Lediglich im Siegerland schätzten die Wetterexperten die Gefahr sehr hoch ein und warnten vor verbreitetem Glatteis.

Vom Siegerland aus ziehe sich der Eisregen in der Nacht in einem breiten Streifen über Wuppertal und Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze. In diesem Gebiet sei zumindest örtlich mit Glätte zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

Niederlande sagen Fußballspiele ab

19.09 Uhr: Wegen der angekündigten heftigen Schneefälle sind in den Niederlanden alle für Sonntag geplanten Begegnungen der Ehrendivision abgesagt worden. Das teilte die Liga am Samstag mit. Die Partien Ajax Amsterdam gegen FC Utrecht, FC Groningen gegen Feyenoord Rotterdam, Willem II gegen ADO Den Haag und VVV Venlo gegen Sparta Rotterdam sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Wie in Teilen Deutschlands sind auch für die Niederlande ab der Nacht zum Sonntag starke Schneefälle vorausgesagt.

In einigen Bundesländern gilt höchste Warnstufe des DWD

15.50 Uhr: In Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts gilt die höchste Warnstufe des DWD. In der Nacht rechneten die Meteorologen von Westen nach Osten von Bocholt bis Magdeburg mit starkem Schneefall und extremen Schneeverwehungen. In weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen soll es Glatteis geben. Am Alpenrand gab es Warnungen vor schweren Sturmböen, im Norden und der Mitte vor Sturm- und Windböen.

Harzer Nationalparkverwaltung warnt vor „lebensgefährlichem Waldbesuch“

11.36 Uhr: Schneefall, Eisglätte, Sturm und Kälte: Wegen der angekündigten Wetterextreme hat die Harzer Nationalparkverwaltung davor gewarnt, die Wälder zu betreten. Ein Waldbesuch könne am Wochenende lebensgefährlich werden, heißt es in einer im Internet veröffentlichen Warnmeldung.

Es drohten nicht nur Gefahren durch abbrechende oder umstürzende Bäume, es könne auch zu Erfrierungen, Erschöpfung und Orientierungslosigkeit kommen. Außerdem seien vereiste Flächen unter dem Neuschnee nicht zu erkennen, hieß es.

Schnee und Frost erreichen Sachsen-Anhalt - noch ist die Lage ruhig

8.44 Uhr: Der Samstag läutet für Sachsen-Anhalt ein Wochenende mit Schneeschauern und frostigen Temperaturen ein. „Es beginnt noch relativ ruhig, aber wir erwarten ein sehr turbulentes Wochenende“, so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Schneefälle breiten sich im Tagesverlauf von Süden kommend bis zur Mitte Sachsen-Anhalts aus. Im Norden halten sich die Schneefälle zunächst in Grenzen. Die Temperaturen sinken in den Frostbereich bei Tiefstwerten bis minus vier Grad.

Freitag, 5. Februar: Schneesturm und Eiseskälte – Menschen sollen sich auf Stromausfälle einstellen

18.45 Uhr: „Die Auswirkungen dieser Wetterlage werden dramatisch sein“, sagte Franz Molé, Leiter der Vorhersage und Beratungszentrale des DWD, am Freitag. In betroffenen Gebieten sollten sich die Menschen darauf einstellen, dass der Strom ausfallen könnte oder es wegen Glatteis unmöglich sein wird, das Haus zu verlassen. „Es schaukelt sich hoch ab Samstag in der zweiten Tageshälfte.“

Dem Norden und der Mitte Deutschlands drohen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, dazu „enorme Schneeverwehungen“ durch Sturm. Besonders betroffen ist dem DWD zufolge ab Samstagabend die Region vom Emsland und dem Münsterland bis hin zum Harz.

Im Ruhrgebiet, dem Siegerland, in Mittelhessen und Oberfranken hingegen gibt es von Sonntagnachmittag bis Montag gefrierenden Regen, der eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht zur Folge haben könnte. Der DWD rechnet mit erheblichen Verkehrsbehinderungen durch unwetterartigen Eisregen und mit Schäden an der Natur durch Eisbruch.

Schneesturm erwartet: Potenzial des Katastrophenwinters 1978/79

17.13 Uhr: Meteorologen sprechen bei dem angekündigten Kälteeinbruch von einem „denkwürdigen Ereignis mit Seltenheitswert“ - und ziehen Vergleiche zum Katastrophenwinter 1978/79. Damals brach bei einer Schneekatastrophe in Norddeutschland das Verkehrs-, Versorgungs- und Kommunikationsnetz zusammen.

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Blutschnee könnte Teile Deutschlands rot färben

16.57 Uhr: Wo die Luft aus der Sahara und Luft aus Skandinavien aufeinandertreffen, könnte es zu einem seltenen Wetterphänomen kommen: Blutschnee. Der rot gefärbte Schnee mit dem dramatischen Namen tritt dort auf, wo sich Winterluft mit Sandkörnern aus der Sahara mischt.

Die Farbgebung des Schnees kann dabei variieren. Von dunkelgrauem bis leuchtend rotem Schnee ist eigentlich alles möglich. Im Sommer tritt das Wüstensand-Phänomen häufiger auf - vor allem dann, wenn es nach einer heißen Wetterphase kräftig gewittern. Dann färbt der Sahara-Sand den Regen rot, der sogenannte "Blutregen" fällt.

Wintereinbruch könnte für Verkehrschaos sorgen

12.43 Uhr: Die DWD-Meteorologen rechnen mit überregionalen Auswirkungen der Wetterlage auf Straßen und Schienenwege. Die Autobahnmeistereien im Norden zeigen sich vorbereitet: Sie stünden allein in Schleswig-Holstein, Hamburg und im nördlichen Niedersachsen mit zirka hundert Räum- und Streufahrzeugen und 250 Mitarbeitern rund um die Uhr bereit, um am Wochenende die etwa 750 Kilometer Autobahn in diesen Regionen schnee- und eisfrei zu halten, sagte eine Sprecherin der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes am Freitag.

Die Sprecherin appellierte an die Autofahrer, ihre Fahrweise den Witterungsverhältnissen anzupassen und Schneeräum- und Streufahrzeuge nicht zu überholen. Das Brandenburger Innenministerium empfahl den Menschen, möglichst zu Hause zu bleiben.

Kälteeinbruch in Deutschland: Deutsche Bahn ermöglicht kostenfreie Stornierungen

12.26 Uhr: Die Deutsche Bahn informierte: „Es kann zu Verspätungen und Zugausfällen kommen.“ Fahrgäste, die fürs Wochenende geplante Reisen wegen des angekündigten Wintereinbruchs in Norddeutschland verschieben wollten, könnten bereits gebuchte Fernverkehrstickets „bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende entweder flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren“.

Wintereinbruch: Berlin und Hamburg treffen Vorkehrungen

11.58 Uhr: Wegen des erwarteten heftigen Wintereinbruchs hat die Stadt Hamburg das Winternotprogramm für Obdachlose ausgeweitet. Die Unterkünfte sollen von Freitag an und bis zum Montag ganztägig geöffnet bleiben, wie die Sozialbehörde in Hamburg mitteilte. Bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sei die Gefahr durch Frost und Erfrierungen groß.

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In Berlin gefühlte Temperatur bis minus 15 Grad

Auch in Berlin und Brandenburg werden am Wochenende frostige Temperaturen erwartet. Es soll eine Schneedecke und Glätte geben, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mitteilte

  • Spätestens ab Samstag und am Sonntag soll es länger andauernde, teils kräftige Schneefälle geben, vor allem über Brandenburg, sagte DWD-Meteorologe Mathias Rudolph
  • Er rechne mit einer Schneeschicht von 10 bis 20 Zentimetern - das sei jedoch nur eine Prognose
  • Hinzu kämen Dauerfrost und teils kräftige Windböen (Windstärke: 6-7)
  • Am Sonntag könnten diese dann noch einmal stärker werden
  • Die Temperaturen sinken am Samstag tagsüber auf bis zu minus zwei und am Sonntag auf bis zu minus fünf Grad
  • „Durch den kalten Wind sind es gefühlt minus 15 Grad“, sagte Rudolph. In der Nacht könnten die Temperaturen auf bis zu minus zehn Grad fallen

(amw/bml/te/nfz/dpa)

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