Der Streit um eine polnische Tankstelle in Krajinik Dolny gegenüber von Schwedt (Uckermark) scheint beendet. Die vermummten und bewaffneten Männer einer Wachschutzfirma sind am Freitag nach fünf Tagen abgezogen. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, ging dem eine gerichtliche Verfügung voraus.

Seit Freitag Mittag sind die Mitarbeiter der bisherigen Pächterfirma Setpol zurück auf dem Gelände. Die Tankstelle war an dem Tag allerdings noch nicht für Kunden geöffnet. Sie wird vor allem auch von deutschen Tanktouristen angefahren. Vorigen Sonntag hatte Männer in Sturmhauben und Tarnkleidung die Tankstelle besetzt. Sie handelten im Auftrag des Konkurrenten Apexim. Das Unternehmen ließ die Mitarbeiter von Setpol vertreiben. Ein Apexim-Vertreter rechtfertigte dies gegenüber der Berliner Morgenpost damit, dass das Unternehmen die Tankstelle gekauft habe und das Gelände auch endlich nutzen wolle. Trotz mehrmaliger Aufforderung habe der Pächter Setpol sich nicht zurückgezogen. Setpol hingegen verwies darauf, dass der Pachtvertrag mit der Gemeinde noch bis 2015 laufe.

Bürger wundern sich, warum die Polizei nicht eingriff

Nicht nur in Deutschland wurde heftig kritisiert, dass die Polizei nicht eingriff. Auch in Polen wuchs in den vergangenen Tagen das Unverständnis der Bürger. Eine Zivilstreife postierte sich lediglich in einigem Abstand zur Tankstelle und beobachtete das Geschehen. Die „Besetzer“ hatten die Zufahrt zur Station mit einer Autokette versperrt. Rund um die Uhr verhinderten die bewaffneten Männer, dass jemand das Gelände betritt.

Es handele sich um eine zivile Auseinandersetzung zweier Unternehmen, begründete ein Sprecher der Polizei in Stettin, weshalb sie nicht eingriff. Der Chef der Brandenburger Polizeigewerkschaft, Andreas Schuster, sprach gegenüber der Berliner Morgenpost von einem „vollkommenen Unding“. Für deutsche Verhältnisse sei undenkbar, was da passiert.

Schwere Vorwürfe gegen Polizei und Bürgermeister

Bei einer Sitzung des örtlichen Gemeinderates haben Mitarbeiter von Setpol mittlerweile schwere Vorwürfe gegen die Polizei, aber auch gegen den Bürgermeister erhoben. „Ich bin immer noch geschockt“, schilderte ein Betroffener. „Es war schrecklich, als die Männer vermummt und bewaffnet uns von unserem Arbeitsplatz vertrieben.“

Pawluk Kazimierz, der Inhaber eines kleinen Ladens direkt neben der Tankstelle, sagt: „Ich bin froh, dass es vorbei ist.“ Es herrsche wieder Ordnung. Dem Vernehmen nach muss Apexim der Konkurrenz Setpol jetzt hohen Schadensersatz für die entgangenen Einnahmen bezahlen.