Bis zu minus 17 Grad im Februar

Auf Berlins warmen Januar folgt sibirische Kälte

Der Januar war dieses Jahr viel zu warm. Doch sinken die Temperaturen in Berlin und Brandenburg rapide – bis zu minus 17 Grad Celsius werden erwartet. Doch die sibirische Kälte hat auch ihre positiven Seiten.

Foto: dpa / dpa/DPA

Erst war der Winter wochenlang zu warm, nun hält eine Kältewelle mit in Berlin und Brandenburg Einzug. Bis Ende der Woche soll die Anzeige der Thermometer auf bis zu minus 17 Grad Celsius fallen. "Dieser Wert wird spätestens in der Nacht zu Freitag erwartet", sagte Meteorologe Karsten Kürbis vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland am Montag. Trotz strahlenden Sonnenscheins, der dem russischen Hochdruckgebiet Dieter zu verdanken ist, kommen die Temperaturen auch am Tag nicht über minus sechs Grad hinaus.

"Wegen eisigen Ostwindes besteht die Gefahr von Erfrierungen", warnte Kürbis. Das Tragen von Schals und Mützen sei daher dringend anzuraten. Auch die Technik sollte für die eisigen Temperaturen fit gemacht werden: Der Auto Club Europa (ACE) rät allen Autobesitzern mit älterem Gefährt, vor dem Winterurlaub die Fahrzeugbatterie auszutauschen. "Der Bibberfrost wird vielen angezählten Aggregaten wohl den Rest geben", sagte ein Sprecher am Montag in Stuttgart.

Betreten der Seen verboten

Durch die eisige Kälte frieren auch die ersten Seen zu. Die Polizei warnt eindringlich davor, auf die dünne Eisschicht zu gehen. "Es besteht Lebensgefahr beim Betreten von Eisflächen auf Berliner Gewässern", sagte ein Polizeisprecher. Weil keine isolierende Schneedecke liegt, wird der Frost tief in den Boden eindringen. "Das kann zu gefrorenen Wasserleitungen führen», sagte Kürbis. Mit der anrückenden Kältewelle wird es in diesem Winter erstmals kälter als normal: "Wir liegen in dieser Woche rund zwölf Grad unter den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen», sagte der Meteorologe. Anfang des Monats war der Winter im Schnitt noch fünf Grad zu warm.

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Blüten und Knospen drohen abzusterben

Diese extremen Temperaturschwankungen von bis zu 30 Grad machen auch der Natur zu schaffen. "Durch das warme Wetter in den vergangenen Wochen sind einige Bäume und Blumen schon ausgetrieben", sagte der Leiter des Berliner Pflanzenschutzamtes, Holger Schmidt. Durch die jetzt auftretende extreme Kälte könnten bereits gesprossene Blüten und Knospen im schlimmsten Fall absterben. "Das liegt daran, dass der Saftstrom schon eingesetzt hat und das Zellwasser in der Pflanze gefriert", sagte Schmidt. Auch Bäume können durch die ungewöhnlichen Wetterbedingungen geschädigt werden. "Durch die starke Kälte auf der Schattenseite und die Wärme auf der Sonnenseite entstehen Spannungen und Risse in Ästen und Stämmen», erläuterte Schmidt. Das wiederum begünstige einen Pilzbefall. Er rät allen Hobbygärtnern daher, Stämme mit spezieller Farbe weiß zu streichen. "Dadurch wird die Sonnenwärme am Stamm reduziert." Blumen könnten mit Tannenzweigen geschützt werden.

Doch die frostige Kälte hat auch ihre positiven Seiten: "Auch die Schädlinge werden von dem eisigen Frost überrascht und sterben ab", sagte Schmidt. Weniger empfindlich sind die größeren Tiere. "Der Wintereinbruch ist noch nicht so spät, dass es zu größeren Problemen kommt", sagte die Sprecherin des BUND Berlin, Carmen Schultze. Einige Vögel hätten wegen der warmen Temperaturen zwar schon mit der Balz angefangen, könnten aber ohne große Schwierigkeiten wieder in den "Wintermodus" wechseln. "Wir Menschen empfinden solch eine Schwankung viel extremer als die Tiere", sagte Schultze.