Winterwetter

Sibirisches Hoch hat Deutschland fest im Griff

Eisige Temperaturen, Dauerfrost: Das sibirische Hoch „Cooper" sorgt in Deutschland und Berlin für einen verspäteten Wintereinbruch. Auch in den kommenden Tagen bleibt es kalt. Im Osten Europas führte die Kälte zu Todesopfern, in Italien zu Stromausfällen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein sibirisches Hoch hat Deutschland fest im Griff – und bringt auch in den kommenden Tagen eisiges Winterwetter nach Deutschland. In der Nacht zum Dienstag gehen die Temperaturen auf minus 4 Grad im Westen und minus 13 Grad im Osten zurück. An den Alpen und in den östlichen Mittelgebirgen sinken die Temperaturen sogar auf minus 15 Grad ab.

Am Montagmorgen herrschten im Osten bereits stellenweise zweistellige Minusgrade. Um 8 Uhr registrierte der Deutsche Wetterdienst in Görlitz 10,4 Grad unter null, in Cottbus waren es minus 9,9 Grad. In Berlin-Tempelhof war es bei minus 9,1 Grad nicht ganz so kalt. Auch im übrigen Land herrschte Frost – die beiden einzigen Stationen ohne Minuszeichen vor der Temperatur waren Karlsruhe (plus 0,2 Grad) und Mannheim (0,6 Grad). Der Kälterekord ist aber noch weit entfernt. Er liegt bei minus 37,8 Grad, gemessen am 12. Februar 1929 im bayerischen Wolznach-Hüll nördlich von München.

Am Dienstag ist es verbreitet sonnig. Meist hält sich Dauerfrost mit Höchstwerten zwischen minus einem und minus sieben Grad. Auch der Mittwoch bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Dabei hält sich verbreitet Dauerfrost, im Osten und in den Berglagen herrscht auch tagsüber mäßiger bis strenger Dauerfrost. Entsprechend werden Höchstwerte zwischen minus einem Grad im Westen und minus neun Grad im Osten erwartet. Wie das Wetter in den kommenden Tagen in Berlin wird, lesen Sie hier .

Winterschlussverkauf startet in Berlin

Passend zum Winterwetter starten die Berliner Einzelhändler an diesem Montag den Winterschlussverkauf. Schnäppchenjäger können sich auf Rabatte von bis zu 50 Prozent freuen. Dem Handelsverband zufolge wird vor allem bei warmer Winterbekleidung, Schuhen und Wintersportartikeln der Rotstift angesetzt. Die Geschäfte müssen dringend ihre Regale räumen. Durch das milde Wetter im Dezember und Anfang Januar war viel Ware liegen geblieben. Rabattaktionen hatte es schon in den vergangenen Wochen immer wieder gegeben.

Bundesweit werden sich nach Angaben des Handelsverbands HDE gut drei Viertel der rund 400.000 Einzelhändler an der freiwilligen Schlussverkaufsaktion beteiligen. Angebote werde es auch in vielen Möbelgeschäften, Bau- und Elektronikmärkten geben. Der WSV ist seit dem Fall des Rabattgesetzes vor rund zehn Jahren eine freiwillige Angelegenheit, an der sich aber die meisten Händler orientieren.

Polen: minus 27 Grad

Besonders hart wird Polen vom Sibirien-Hoch „Cooper“ getroffen. Eisige Temperaturen haben am Montag in Polen für den bisher kältesten Tag dieses Winters gesorgt. In dem Dorf Stuposiany im südostpolnischen Bieszczady-Gebirge betrug die Temperatur am Morgen minus 27 Grad. Besonders frostig war es auch an der Küste, wo starke Windböen das Kältegefühl noch verstärkten. In mehreren Städten des Landes waren angesichts der angekündigten Kältewelle bereits am Wochenende zusätzliche Übernachtungsplätze für Obdachlose eingerichtet worden.

Bulgarien: minus 20 Grad

Auch in Bulgarien ist nach heftigen Schneefällen die sibirische Kälte eingebrochen. Am kältesten war es mit knapp 20 Grad unter null in der Stadt Russe, berichtete die Nachrichtenagentur BTA am Montag. Für die Donaustadt sei dies ein Rekord in den vergangenen 50 Jahren. Ähnliche Rekorde gab es in insgesamt 15 Städten des Landes. Wegen der eisigen Kälte wurde fast im ganzen Land die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. In den kommenden Tagen soll es noch kälter werden. Die Kälte ließ Straßen und Bürgersteige vielerorts zu Rutschbahnen werden. Dutzende Menschen mussten mit Bein- oder Armbrüchen zum Arzt.

Serbien: drei Menschen erfroren

Starke Schneefälle und eisige Temperaturen haben in Serbien drei Menschen das Leben gekostet. Die Behörden erklärten am Montag, in der Mitte des Landes sei eine Frau in einem Schneesturm erfroren, ein älterer Mann sei tot im Schnee vor seinem Haus gefunden worden. Der 81-Jähriger starb in seinem Haus in derselben Region. Weiter südlich wurde nach zwei Männern gesucht, die beide über 70 Jahre alt waren.

Die Behörden haben ältere Menschen aufgefordert, angesichts von Temperaturen von minus 20 Grad in einigen Landesteilen ihre Häuser nicht zu verlassen. Der Schneefall führte außerdem zu Verkehrsproblemen und Stromausfällen. Starker Wind behinderte die Räumarbeiten.

Italien: Tausende ohne Strom

Nach starken Schneefällen waren am Sonntag in Norditalien Tausende Menschen zeitweise ohne Strom. Betroffen waren vor allem Alessandria und Asti im Piemont, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. In zahlreichen Haushalten mit insgesamt etwa 9000 Personen sei der Strom ausgefallen, vor allem nach Leitungsbrüchen durch das Gewicht der Schneemassen. 200 Techniker waren nach den Angaben seit der Nacht zum Sonntag im Einsatz, um die Schäden zu beheben.