Wintereinbruch

Hoch Cooper überzieht Europa mit Eiseskälte

Ein dramatischer Kälteeinbruch lässt in Deutschland die Menschen frieren. In Osteuropa fielen die Temperaturen sogar noch tiefer. Drei Menschen starben.

Foto: dpa

Eiseskälte in Deutschland – nach dem wochenlang so milden Winter kommt der Frost nun richtig in Fahrt und verwandelt Deutschland geradezu in einen Gefrierschrank. Ursache ist das Kältehoch Cooper. Es bringt Eisluft direkt aus Russland und Sibirien hierher. "So eine starke Kälte gibt es in Deutschland nur sehr selten zu beobachten. Den letzten so dermaßen extremen Kälteeinbruch müssen wir im Februar 1986 suchen“, erklärte Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net .

Wie mächtig Hoch Cooper ist, könne man am Luftdruck erahnen. SonntagNachmittag sei in Schweden ein Luftdruck von fast 1060 Hektopascal gemessen worden, dort der höchste Luftdruck seit rund 40 Jahren.

„Der eisige Griff des Winters hat uns nun doch mit aller Macht erfasst und das gleich in extremen Maßen. Noch vor wenigen Wochen wurden in Deutschland Höchstwerte von 15 Grad gemessen. Flora und Fauna waren aus dem Winterschlaf erwacht und erleben jetzt eine böse Überraschung“ warnt Jung.

Es bleibt eisig

Das sibirische Hoch bringt auch in den kommenden Tagen eisiges Winterwetter nach Deutschland. Am Montag ist es im Südwesten und Westen meist stark bewölkt und es fällt zeitweise etwas Schnee. Im Norden und Osten sowie später auch in Alpennähe lässt sich für längere Zeit die Sonne sehen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Meist herrscht leichter, im höheren Bergland und ganz im Osten auch mäßiger Dauerfrost.

In der Nacht zum Dienstag gehen die Temperaturen dann auf minus 4 Grad im Westen und minus 13 Grad im Osten zurück. An den Alpen und in den östlichen Mittelgebirgen sinken die Temperaturen sogar auf minus 15 Grad ab.

Am Dienstag bleibt es dann verbreitet sonnig. Nur im Südwesten wird noch mit stärkeren Wolkenfeldern und geringem Schneefall gerechnet. Meist hält sich Dauerfrost mit Höchstwerten zwischen minus einem Grad im Westen und minus sieben Grad im Thüringer Becken. An der Küste sowie im Bergland sind weiterhin Sturmböen möglich.

Für den Mittwoch erwarten die Meteorologen dann einen teils sonnigen, teils locker bewölken Himmel über Deutschland. Es bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Dabei hält sich verbreitet Dauerfrost, im Osten und in den Berglagen herrscht auch tagsüber mäßiger bis strenger Dauerfrost. Entsprechend werden Höchstwerte zwischen minus einem Grad im Westen und minus neun Grad im Osten erwartet.

Klirrende Kälte auf dem Brocken

Der Brocken im Harz ist inzwischen unter einer dicken Schneedecke begraben. Der neuerliche Wintereinbruch mit Neuschnee und frostigen Temperaturen habe die Schneehöhe auf dem 1142 hohen Berg auf 1,75 Meter anwachsen lassen, sagte Meteorologe Michael Hübel von der dortigen Wetterwarte. „Die derzeitigen Temperaturen von minus acht Grad sind für die Höhenlage noch schmeichelhaft“, sagte er. In den kommenden Tagen werde sich das aber ändern. „In klaren Nächten werden wir dann schon mal zwischen minus 15 und minus 20 Grad messen.“ Dazu werde auch der stürmische Ostwind beitragen, den die Meteorologen erwarten.

Tausende in Norditalien ohne Strom

Der Winter hält auch andere europäische Länder fest im Griff. Nach starken Schneefällen waren am Sonntag in Norditalien Tausende Menschen zeitweise ohne Strom. Betroffen waren vor allem Alessandria und Asti im Piemont. In zahlreichen Haushalten mit insgesamt etwa 9000 Personen sei der Strom ausgefallen, vor allem nach Leitungsbrüchen durch das Gewicht der Schneemassen. 200 Techniker waren nach den Angaben seit der Nacht zum Sonntag im Einsatz, um die Schäden zu beheben.

Minus 27 Grad in Polen

Die eisigen Temperaturen haben am Montag in Polen für den bisher kältesten Tag dieses Winters gesorgt. In dem Dorf Stuposiany im südostpolnischen Bieszczady-Gebirge betrug die Temperatur am Morgen minus 27 Grad. Besonders frostig war es auch an der Küste, wo starke Windböen das Kältegefühl noch verstärkten. In mehreren Städten des Landes waren angesichts der angekündigten Kältewelle bereits am Wochenende zusätzliche Übernachtungsplätze für Obdachlose eingerichtet worden.

In Bulgarien war es mit knapp 20 Grad unter null in der Stadt Russe am kältesten. Für die Donaustadt sei dies ein Rekord in den vergangenen 50 Jahren. Ähnliche Rekorde gab es in insgesamt 15 Städten des Landes. In den kommenden Tagen soll es sogar noch kälter werden.

Drei Menschen in Serbien erfroren

Das bitterkalte Wetter hat in Serbien drei Menschen das Leben gekostet. Die Behörden erklärten am Montag, in der Mitte des Landes sei eine Frau in einem Schneesturm erfroren, ein Mann sei tot im Schnee vor seinem Haus gefunden worden. Ein 81-Jähriger starb in seinem Haus in derselben Region. Weiter südlich wurde nach zwei Männern gesucht, die beide über 70 Jahre alt waren.

Die Behörden haben ältere Menschen aufgefordert, angesichts von Temperaturen von minus 20 Grad in einigen Landesteilen ihre Häuser nicht zu verlassen. Der Schneefall führte außerdem zu Verkehrsproblemen und Stromausfällen.