Frankreich

Solidaritäts-Ministerin kämpft gegen "Mademoiselle"

Die französische Ministerin für Solidarität fordert, die Anrede "Mademoiselle" abzuschaffen. Schließlich tituliere man Jungesellen ja auch nicht als "Herrchen".

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/dpa

Die französische Ministerin für Solidarität und sozialen Zusammenhalt, Roselyne Bachelot, hat Premierminister François Fillon aufgefordert, auf offiziellen Dokumenten die Anrede „Mademoiselle“ zu streichen. Die Aufforderung zur Wahl zwischen „Madame“ (Frau) und „Mademoiselle“ (Fräulein) sei ein Eingriff in das Privatleben, da Frauen damit offen legen müssten, ob sie verheiratet seien oder nicht, kritisierte Bachelot im Fernsehen.

Das werde von Männern nicht verlangt. „Außer wenn sie fortan aufgefordert werden, 'Monsieur' (Herr) oder 'Mon damoiseau' (Herrchen) anzukreuzen“, sagte Bachelot.

Vergleichbare Bezeichnungen für unverheiratete Frauen gibt es in diversen Sprachen: So spricht man im Englischen von „Miss“, im Spanischen von „Señorita“, im Italienischen von „Signorina“ und im Schwedischen von „Fröken“,

Im Deutschen war die Anrede „Fräulein“ bis in die 1970er-Jahre für die Anrede unverheirateter Frauen üblich, egal wie alt sie waren.

Während in der DDR der Begriff bis zur Wende offiziell in Gebrauch blieb, entschied 1972 das Bundesinnenministerium, die Verwendung des Wortes in Bundesbehörden abzuschaffen:

„Es ist an der Zeit, im behördlichen Sprachgebrauch der Gleichstellung von Mann und Frau und dem zeitgemäßen Selbstverständnis der Frau von ihrer Stellung in der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Somit ist es nicht länger angebracht, bei der Anrede weiblicher Erwachsener im behördlichen Sprachgebrauch anders zu verfahren, als es bei männlichen Erwachsenen seit jeher üblich ist. […] Im behördlichen Sprachgebrauch ist daher für jede weibliche Erwachsene die Anrede ‚Frau‘ zu verwenden.“, zitiert Wikipedia .

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