Ausgesetzt bei 20 Grad minus

Herzlose Schaffnerin wegen 16-Jähriger abgemahnt

Die Schaffnerin, die eine 16-Jährige bei fast minus 20 Grad in Brandenburg aus einem Zug gewiesen hat, ist von der Deutschen Bahn schriftlich abgemahnt worden. Außerdem besuchte die Frau zudem mit ihrem Chef die Familie der Schülerin und entschuldigte sich für ihr Verhalten. Geschenke für das Mädchen gab es auch.

Ein Geschenkkorb, einen Blumenstrauß, eine Flasche Rotwein und ein „Schönes-Wochenende“-Ticket für 37 Euro: Das ist die Entschädigung für eine Nacht in der Kälte für eine 16-jährige Bahnkundin. Die Brandenburgerin war von einer Schaffnerin aus dem Zug geworfen worden, weil ihr zwei Euro für eine gültige Fahrkarte fehlten. Wahrscheinlich wäre der Fall nicht in die Presse gelangt. Aber in der Nacht zeigte das Thermometer 20 Grad an, und Mädchen und Mutter berichteten über den Vorfall danach bereitwillig in etlichen Interviews. Laut Deutschem Wetterdienst handelte es ich um die bisher kälteste Nacht des Jahres.

Die Bahn bemüht sich um Wiedergutmachung. Wie ein Sprecher mitteilte, wurde die Schaffnerin schriftlich abgemahnt. Am selben Tag besuchte die Frau zudem mit ihrem Chef die Familie der Schülerin und entschuldigte sich für ihr Verhalten. Dabei sei der Vorfall vom vergangenen Dienstag auf der Strecke Berlin-Groß Köris (Dahme-Spreewald) noch einmal eingehend besprochen worden

In der Nacht hatte das Mädchen eine Stunde bei der arktischen Kälte gewartet, bis es abgeholt wurde. Laut Presseberichten hatte die Schülerin eine Freundin in Berlin besucht und wollte zurück in ihren Wohnort Groß Köris. Ende 2008 hatte die Bahn nach mehreren ähnlichen Vorfällen ihre Mitarbeiter verpflichtet, Minderjährige keinesfalls aus Zügen zu weisen.

„So etwas wird nicht wieder vorkommen“, versprach der Bahn- Vertreter beim Besuch der Familie laut „Bild am Sonntag“. „Es hätte viele Möglichkeiten gegeben zu reagieren, hier ist leider die schlechteste Entscheidung getroffen worden.“ Die Familie der Schülerin nahm die Entschuldigung der Zugbegleiterin an, die ihren Arbeitsplatz behält.

Die 16-jährige zeigte sich einem Bericht von bild.de zufolge allerdings nicht allzu dankbar über die Geschenke. Das Online-Portal zitiert sie mit den Worten: "Ich trinke gar keinen Rotwein. Und eine Monatskarte für die Bahn wäre mir schon lieber gewesen.“