+++ In Australien fällt Schnee mitten im Sommer +++

Eisige Winde vom Südpolarmeer haben den Australiern mitten im Sommer Schnee beschert und die Hoffnung auf weiße Weihnachten geweckt. In den östlichen Bundesstaaten New South Wales und Victoria lagen am Montag in mehreren Skigebieten bis zu zehn Zentimeter Schnee. Normalerweise sind die Berggebiete zu dieser Zeit schneefrei.

Auch in Sydney fiel das Thermometer auf ungewöhnlich kühle 13 Grad. Angesichts der kalten Winde sei es jedoch nicht ungewöhnlich, dass in Australien im Sommer in den höhergelegenen Gebieten Schnee liege, sagte der Klimaexperte Grant Beard. Nun hoffen viele Australier, dass das Wetter noch ein paar Tage anhält – und sie weiße Weihnachten genießen können.

+++ Alle Flüge aus Brüssel gestrichen +++

Wegen Schnee und Eis hat der Brüsseler Flughafen bis einschließlich Mittwochmorgen alle Abflüge gestrichen. Es fehle an Enteisungsmittel, und Nachschub aus Frankreich werde erst Mittwochfrüh erwartet, sagte ein Flughafensprecher. Die ersten Flüge sollten im Laufe des Montagnachmittag oder -abend ausfallen. Der Flughafen rief alle Reisenden auf, sich vor ihrem Abflug bei ihrer Fluggesellschaft zu erkundigen. Bereits am Wochenende hatten rund 1400 Menschen wegen Schnee und Eis am Brüsseler Flughafen festgesessen.


+++ Straßenräumung könnte Kommunen zu teuer werden +++

Der frühe Wintereinbruch bringt Gemeindeväter ins Schwitzen: Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) befürchtet einen deutlichen Anstieg der Kosten für den Winterdienst. Im vergangenen Jahr habe das Räumen von Gemeindestraßen mehr als 300 Millionen Euro Zusatzkosten verursacht. Sollte der Winter strenger als 2009 werden, sei mit weiteren zusätzlichen Kosten zu rechnen, sagte NSGB-Sprecher Thorsten Bullerdiek. Bei einem langen Winter könnten Städte und Gemeinden aus finanziellen Gründen zudem gezwungen sein, teilweise auf das Räumen von Straßen zu verzichten. „Die Autofahrer werden sich dann auf das Fahren auf einer festen Schneedecke, wie bereits in nordischen Ländern, gewöhnen und vorsichtiger fahren müssen“, sagte Bullerdiek.

+++ Tanklaster müssen mit Polizei eskortiert werden +++

Schnee und Eis behindern auch zu Wochenbeginn weiter die Versorgung von Tankstellen mit Benzin und Diesel. Der Ölkonzern Esso berichtete am Montag von 20 Stationen, an denen Benzin oder Diesel ausverkauft seien. Eine Sprecherin nannte die Regionen Köln, Stuttgart und Magdeburg. Auch Konkurrent Shell kämpft mit dem Wetter: Aus den Raffinerien Köln-Wesseling, Hamburg und Heide würden wegen der glatten Straßen keine Tankzüge losfahren, sagte eine Sprecherin.

Schon Ende vergangener Woche mussten in Thüringen und Sachsen erste Tankstellen wegen Nachschubmangels geschlossen werden. Dort hat sich laut Esso aber die Lage entspannt, unter anderem wegen unkonventioneller Transportmethoden: Ein Konvoi von Esso-Tanklastwagen fuhr eskortiert von der Polizei hinter einem Schneepflug her und erreichte so die Tankstellen, wie die Firmensprecherin sagte.

+++ Das Tauwetter setzt ein +++

Tief Petra zeigt sich nach Schnee und Frost allmählich von seiner milderen Seite. Zu Wochenbeginn setzt von Süden her fast bundesweit Tauwetter ein, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag in Offenbach mitteilte. Am Donnerstag verläuft die Frostgrenze bereits von der dänischen Küste bis ins südliche Vorpommern. Zum Weihnachtsfest erwarten die Meteorologen aber wieder kühlere Luftmassen aus Nordwest mit Dauerfrost, allerdings kaum noch Schnee.

Am Dienstag gibt es vor allem im Süden und in der Mitte Niederschläge, die teils als Regen, nach Norden und in höheren Lagen meist als Schnee fallen. Örtlich sind gefrierender Regen und Glatteis möglich. Gen Norden bleibt es überwiegend stark bewölkt mit vereinzelten heiteren Abschnitten. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus fünf Grad im Nordosten und bis sechs Grad am Oberrhein.

In der Nacht zu Mittwoch fällt besonders in den westlichen und den mittleren Landesteilen Niederschlag, meist als Regen, nach Norden hin als gefrierender Regen oder Schnee. Die Luft kühlt ab auf bis zu drei Grad am Oberrhein und um minus elf Grad im Nordosten.

Am Mittwoch überwiegt meist dichte Bewölkung mit gelegentlichen Regenfällen, im Nordosten ist Schnee oder gefrierender Regen zu erwarten. Das Thermometer steigt auf minus fünf Grad im Nordosten und bis sechs Grad am Oberrhein.

Am Donnerstag ist es meist stark bewölkt. Vor allem im Nordwesten gibt es Niederschläge, die in den tieferen Lagen als Regen, in den Mittelgebirgen als Schnee fallen. Die Höchsttemperaturen liegen nur noch zwischen null und sechs Grad. Im Süden werden bei Föhn zum Teil über zehn Grad erreicht.

+++ Wohl noch bis Weihnachten Probleme im Flugverkehr +++

Flugpassagiere in Berlin müssen wahrscheinlich noch bis Weihnachten mit Einschränkungen und Verspätungen rechnen. Das sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Aufgrund der Situation an europäischen Flughäfen wie beispielsweise in London oder Paris sei nicht damit zu rechnen, dass sich der Flugverkehr bald normalisiere. Selbst wenn die Flughäfen allerorten vom Schnee befreit seien, brauche es einige Tage, bis der Regelflugplan wieder erreicht werde. Kunkel riet Passagieren dazu, sich bereits vor der Anreise beim Flughafen oder der Fluggesellschaft über den eigenen Flug zu informieren.

+++ 36 Flüge am Hamburger Flughafen gestrichen +++

Am Hamburger Flughafen sind am Montagmorgen 36 an- und abgehende Flüge gestrichen worden. Zudem werde mit zahlreichen Verspätungen gerechnet, sagte eine Sprecherin von Hamburg Airport. Vor allem Flüge zu und von großen internationalen Luftfahrt-Drehkreuzen wie Frankfurt, London, Paris oder Amsterdam seien betroffen. Die Lufthansa strich alle Flüge nach Frankfurt.

Am Sonntag fielen bereits rund 40 Flüge aus. Nach Angaben einer Flughafensprecherin wird es wohl noch einige Tage dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Für die Feiertage sieht sich die Flughafenverwaltung jedoch gut gerüstet. „Wir haben über Weihnachten und Neujahr zusätzliches Personal im Einsatz, um den Passagieren die Reise bestmöglich zu gestalten“, sagte die Sprecherin. Von Donnerstag (23.12) bis Sonntag (26.12) rechnet Hamburg Airport mit über 40.000 Passagieren. Insgesamt starten an den vier Tagen rund 457 Maschinen von Hamburg Airport. Der verkehrsreichste Tag ist Donnerstag mit rund 14.500 Passagieren auf 164 Maschinen.

+++ Ramsauer will Ausnahmen beim Nachtflugverbot +++

Verkehrsminister Peter Ramsauer hat sich dafür ausgesprochen, das Nachtflugverbot an den Flughäfen wegen des Winter-Chaos teilweise aufzuheben. Der CSU-Politiker sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich bitte die Länder, in der aktuellen Lage situationsbezogen Ausnahmegenehmigungen von Nachtflugbeschränkungen zu erteilen. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit müssen insbesondere gestrandete Reisende, die etwa zu ihren Familien unterwegs sind, schnellstmöglich an ihr Ziel gebracht werden.“

+++ Dutzende von Flügen gestrichen +++

Im vorweihnachtlichen Reiseverkehr ist weiterhin Geduld gefragt. Allein am Frankfurter Flughafen wurden am Montag wegen der Schneefälle 315 Verbindungen gestrichen. Die Nacht zum Montag mussten rund 800 Passagiere auf Feldbetten im Terminal verbringen. Schnee und Eis führten zu Hunderten von Unfällen, bei denen es offenbar zunächst meist bei Blechschäden blieb. Gebietsweise bleiben Straßen für Lkw gesperrt. „Es gibt keine Entwarnung“, sagte eine Fraport-Sprecherin zur Lage am Frankfurter Flughafen. Nach Hunderten von Ausfällen am Wochenende waren zum Wochenbeginn vor allem Strecken in Deutschland und Europa betroffen. Für den weiteren Tagesverlauf seien in Frankfurt erneut ein bis drei Zentimeter Neuschnee angekündigt, sagte die Sprecherin. Von einer Entspannung auf dem Flughafen könne deshalb noch lange keine Rede sein. Die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rechneten durch die neuerlichen Schneefälle im Tagesverlauf mit rund 90 Flugausfällen.

An den übrigen Flughäfen wurden Dutzende von Flügen gestrichen und Verspätungen erwartet. Betroffen waren vor allem Verbindungen nach Frankfurt, Paris und Heathrow. Der Betrieb auf dem Londoner Flughafen lief einen Tag nach den weitgehenden Sperrungen nur eingeschränkt. In München mussten erneut rund 150 gestrandete Passagiere im Flughafen auf Feldbetten übernachten.

+++ Bahn-Reisende warten bis zu zwei Stunden +++

Winterliches Wetter hat Zugreisenden im Norden auch am Montag das Weiterkommen schwierig gemacht. Viele Züge in Hamburg und Schleswig-Holstein waren teilweise stark verspätet. Auf Fernzüge mussten die Fahrgäste häufig eine Stunde warten, sagte einBahn-Sprecher. Im Einzelfall seien Züge sogar zwei Stunden später gefahren als geplant. „Wegen der winterlichen Witterungsbedingungen in Berlin und Brandenburg sind vor allem die Ost-West-Verbindungen betroffen.“ Auch im regionalen Nahverkehr kam es zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Der S-Bahn-Verkehr sei dagegen problemlos angelaufen.

+++ Schneeverwehungen in Sachsen +++

Schneeverwehungen und Schneebruch haben am Montagmorgen den Verkehr in Sachsen behindert. Die Autobahn 4 zwischen den Anschlussstellen Görlitz und Ottendorf-Okrilla war in beiden Richtungen stundenlang gesperrt, wie das Innenministerium mitteilte. Auf der Bundesstraße 6 zwischen Löbau und Bautzen ging seit Mitternacht nichts mehr. Mehrere Lastwagen blieben stecken und blockierten die Strecke. Bis zum Vormittag entspannte sich die Lage jedoch wieder. Auch der stürmische Wind, der in der Nacht in Sachsen getobt hatte, ließ nach.

„Unfallmäßig ist alles im grünen Bereich“, sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes in Dresden. „Derzeit ist unser Hauptproblem flächendeckend im Nebenstraßennetz der Schneebruch. Auf den Bäumen lastet viel Schnee, nun kam auch noch die Nässe dazu.“ Die Bäume drohten umzustürzen. Besonders im Erzgebirge und im Vogtland mussten Straßen wegen Schneebruchs gesperrt werden.

+++ Flüge in München und Nürnberg annulliert +++

Wegen der wetterbedingten Behinderungen im europäischen Luftverkehr sind an den Flughäfen in München und Nürnberg auch am Montag Flüge ausgefallen. In München mussten am Morgen nach Auskunft von Flughafensprecher Robert Wilhelm zehn Flüge unter anderem nach Frankfurt am Main und London gestrichen werden. „Es ist nicht mehr so dramatisch wie am Wochenende“, sagte Wilhelm.

Wegen der Schwierigkeiten an anderen Airports sei aber damit zu rechnen, dass im Laufe des Tages auch in München noch weitere Flüge gestrichen werden müssten. Am Sonntag waren am Airport München noch über 100 Flüge ausgefallen. In der Nacht zum Montag hätten deshalb erneut rund 150 gestrandete Passagiere im Flughafen auf Feldbetten übernachten müssen, berichtete Wilhelm. Auch in Nürnberg hatte sich die Lage gestern wieder weitgehend normalisiert. Nach Angaben von Flughafensprecher Reto Manitz mussten für Montag insgesamt zwölf Flüge nach Frankfurt, Berlin und Paris abgesagt werden, weil die Flugzeuge dort nicht hätten landen können.

+++ Weiter Flugausfälle am Flughafen Hannover +++

Am Flughafen Hannover ist es am Montagmorgen witterungsbedingt zu weiteren Flugausfällen gekommen. Alle Flüge in Richtung Frankfurt, London und Paris wurden gestrichen, wie eine Sprecherin des Flughafens auf dapd-Anfrage sagte. Zudem war nur eine Startbahn geöffnet, da nach erneuten Schneefällen die andere Startbahn geräumt werden musste. Zu nennenswerten Verspätungen kam es deswegen aber nicht. Am Sonntag war der Flughafen wegen starker Schneefälle kurzzeitig geschlossen worden, da der Schnee zunächst auf der Start- und Landebahn weggeräumt werden musste.

+++ Schneechaos im Großraum Paris +++

Starke Schneefälle haben ein Chaos auf den Straßen im Großraum Paris verursacht. Die Behörden stoppten den Bus- und Lkw-Verkehr in der Region, in der rund elf Millionen Menschen leben. Rund ein Drittel der Flüge an den beiden Hauptstadtflughäfen wurde abgesagt. „Der Flugverkehr auf den Flughäfen in Paris ist stark beeinträchtigt“, teilte die Zivilluftfahrtbehörde mit.

Tausende Reisende saßen in der Nacht am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle fest, da ihre Maschinen nicht starten konnten. Die Fluggesellschaft Air France stellte den Gestrandeten 3000 Hotelzimmer zur Verfügung. Da jedoch auch Reisende von anderen europäischen Flughäfen nach Paris umgeleitet wurden, reichten die Unterkünfte nicht aus. Auch der Zugverkehr war stark beeinträchtigt, da die Züge wegen des Schnees langsamer fahren mussten. In 21 der 100 Departements in Frankreich galt die Alarmstufe Orange.

+++ Clowns sorgen für gute Laune am Flughafen +++

Mit ein bisschen guter Laune will der Frankfurter Flughafen vor allem seinen kleinen, wartenden Passagieren den Frust vertreiben. Angesichts Hunderter ausgefallener Flüge und stundenlanger Wartezeiten versuchen Clowns, die Jungen und Mädchen in den Abflugterminals aufzuheitern. Die Gute-Laune-Profis sollen das herrschende Chaos am größten deutschen Flughafen erträglicher machen, sagte Fraport-Sprecher Jürgen Harrer am Montagmorgen.

Auch zu Wochenbeginn blieb die Lage am Flughafen aber angespannt. Zwar waren Start- und Landebahnen am Montagmorgen nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport frei. Trotzdem sollten im Tagesverlauf wieder einige hundert Flüge ausfallen, wie es hieß. „Es gibt keine Entwarnung“, sagte eine Fraport-Sprecherin Es seien bereits 315 Flüge über den Tag verteilt gestrichen worden. Für Montag waren gut 1300 Flügen geplant. Betroffen seien vor allem Strecken innerhalb Deutschlands und Europas. Die Nacht zum Sonntag hätten etwa 800 Passagiere auf Feldbetten im Terminal verbracht.

Auf den Pariser Großflughäfen Orly und Charles de Gaulle ist der Luftverkehr derweil nach vorübergehenden Sperrungen wieder voll aufgenommen worden. Wegen heftigen Schneetreibens hatte der im Süden der französischen Hauptstadt gelegene Flughafen Orly am Montagmorgen komplett gesperrt werden müssen.

+++ Räumdienste kommen Schneefall kaum hinterher +++

Der Schnee behindert weiter den Verkehr in und um Berlin. Dabei war die Berliner Stadtreinigung (BSR) schon vor Dienstbeginn mit der gesamten Flotte im Einsatz, wie BSR-Sprecher Bernd Müller erklärte. Die anhaltenden Schneefälle sorgten aber für glatte Straßen, die nicht rasch genug wieder geräumt werden konnten. Laut Berliner Polizei gab es bisher aber keine Häufung von Unfällen. Auf den Zufahrtsstrecken der Pendler von und nach Berlin gab es dagegen deutlich mehr Ausfälle als sonst.

+++ Chaos bei der Berliner S-Bahn +++

Große Probleme hatte wieder die S-Bahn. Wie das Unternehmen am Morgen mitteilte, kommt es auf allen Linien aufgrund zugefrorener Rohre an den Sandstreueinrichtungen und anderen witterungsbedingten Störungen zu Verspätungen, weil die Züge langsamer fahren müssen. Außerdem kann die S-Bahn nicht alle Wagen einsetzen. Auf vielen Strecken wird nur noch im Zwanzig-Minuten-Takt gefahren. Die Züge sind im Berufsverkehr deshalb oft überfüllt. Probleme gibt es auch bei der Deutschen Bahn im Regional- und Fernverkehr. Die meisten Zug-Verspätungen liegen allerdings bisher unter 30 Minuten.

Beim Busverkehr hätten die Verspätungen im Schnitt 45 Minuten betragen. Eine Endhaltestelle konnte wegen Vereisung nicht mehr angefahren werden.

Auch zahlreiche Trams fuhren aufgrund der Schneemassen nicht nach Fahrplan. Probleme habe es vor allem an Weichen in Straßenlagen gegeben, sagte ein Sprecher. Die Straßenräumdienste hätten Schnee in die Weichen geschippt, dadurch hätten die Heizungen nicht mehr ausgereicht. Die U-Bahn verkehrte weitgehend störungsfrei.

Am Sonntag hatte die Bahn dagegen Reisende gebeten, ihre Züge wegen Überfüllung nicht zu nutzen. Auch der Flugverkehr der beiden Berliner Flughäfen war erneut beeinträchtigt. Es gab in Tegel am Morgen rund 20 Flugausfälle. Einige Maschinen waren teilweise bis zu zwei Stunden verspätet. In Schönefeld verlief der Verkehr dagegen nahezu normal. Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam rechnet in der Region mit weiteren Schneefällen und bis zu 15 Zentimetern Neuschnee. Bei stärkerem Wind kann es zu Schneeverwehungen kommen.

+++ Zahlreiche Unfälle in Brandenburg +++

Starke Schneefälle, Schneeverwehungen und Glätte haben in Brandenburg zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Von Mitternacht bis sieben Uhr meldeten die Polizeipräsidien in Frankfurt an der Oder und Potsdam rund 60 Unfälle. Die Karambolagen verliefen meist glimpflich. Besonders betroffen war der Süden der Region. Vor allem auf dem südlichen und westlichen Berliner Ring A10 und der A13 Berlin-Dresden häuften sich die Unfälle. Die Polizei erwartet weiter glatte Straßen und Autobahnen und mahnt zu vorsichtiger Fahrweise.

+++ Unwetterwarnungen für Ostdeutschland aufgehoben +++

Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Montagmorgen aufgehoben. Lediglich im sächsischen Erzgebirgskreis gelte noch eine Unwetterwarnung vor Orkanböen in Lagen über 1000 Meter Höhe, sagte Hans-Jürgen Langner vom Deutschen Wetterdienst. Böen bis zu 135 Kilometern pro Stunde könnten Gebäuden beschädigen, Bäume entwurzeln sowie Dachziegel und Äste herabstürzen lassen.

Am Sonntagabend und in der Nacht hat es in allen drei Ländern nur wenige Zentimeter Neuschnee gegeben. Dafür sorgte kräftiger Wind für Schneeverwehungen, die zu zahlreichen Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen führten. Auch Tauwetter und überfrierende Nässe bereiteten den Autofahrern Probleme. Betroffen waren nach Angaben der Polizei unter anderem der Salzlandkreis und der Bördekreis in Sachsen-Anhalt, sowie die A72 von Stollberg bis zur sächsischen Landesgrenze. Auf den Autobahnen 9 und 14 gab es mehrere Unfälle mit Lastwagen.

Im Laufe des Tages soll sich der Wind abschwächen und das Tiefdruckgebiet Richtung Nordosten abziehen. Teilweise waren bereits in der Nacht die Schneefälle in Regen übergegangen. Auch diese sollen im Laufe des Tages nachlassen. In Sachsen-Anhalt rechnen die Meteorologen in der kommenden Nacht mit kräftigem Frost mit Temperaturen bis zu 17 Grad unter dem Gefrierpunkt. In Sachsen werden für Vogtland und Erzgebirge leichte Schneefälle erwartet.

+++ 155 Zentimeter Schnee auf dem Brocken +++

Nach neuen Niederschlägen am Wochenende und in der Nacht zu Montag liegt im Oberharz derzeit so viel Schnee wie noch nie in diesem Winter. Auf dem Brocken, dem höchsten Berg des Mittelgebirges, wurde am Montag eine Schneehöhe von 155 Zentimetern gemessen. In den Wintersportregionen bei Schierke und St. Andreasberg sowie in Torfhaus lagen nach Angaben des Harzer Tourismusverbandes mehr als 100 Zentimeter Schnee. Von einem Rekord sind die Werte aber noch weit entfernt. Im April 1970 war die Schneedecke auf dem Brocken 380 Zentimeter dick.

+++ Mehr als 20 Zentimeter Schnee in NRW +++

Mit einem flächendeckenden Autobahn-Verbot für Lastwagen versucht Nordrhein-Westfalen ein winterliches Verkehrschaos abzuwenden. Die Behörden in dem bevölkerungsreichsten Bundesland mit seinen vielen wichtigen Verkehrsknoten verbannten in der Nacht zum Montag alle Lkw jenseits der 7,5 Tonnen von den Autobahnen.

Damit stand die Berufskraftfahrt in NRW just zum Wochenanfang nahezu still. Auch im übrigen Bundesgebiet hielten die Verkehrsprobleme meist an. Die schneebedingte Sperrung gelte in NRW auch für einige Bundesstraßen und werde bis auf weiteres aufrechterhalten, sagte ein Polizeisprecher in Neuss am frühen Montagmorgen. Für Köln, Aachen und Düsseldorf hatte der Deutsche Wetterdienst DWD am Sonntagabend Schneedecken jenseits der 20 Zentimetermarke gemeldet.

+++ Eiseskälte in Norddeutschland +++

Für die Mittelgebirge warnten die Meteorologen vor starkem Schneefall und heftigen Schneeverwehungen. Besonders im Norden bleibe es zunächst eisig kalt, weiter Richtung Süden sei aber auch Tauwetter möglich. Neuer Schnee könne im Laufe des Vormittags besonders in Brandenburg und Sachsen zu neuen Behinderungen führen. Die Polizeidienststellen in NRW berichteten, dass die umfangreiche Sperrung den Lkw-Verkehr in dem bevölkerungsreichsten Bundesland nahezu zum Erliegen gebracht habe.

Die meisten Fahrer hätten für die Nacht Rastplätze angesteuert und harrten nun der Dinge. Nur äußerst selten hätten Kraftfahrer versucht, über Landstraßen weiterzukommen. „Die Lage ist relativ entspannt“, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Grund für das Fahrverbot sei vor allem der Schnee und weniger die Glätte. So berichtete die Polizei am Montagmorgen, dass etwa auf der Autobahn 2 nahe Dortmund nur noch eine Spur befahrbar war.

+++ Lkw vielerorts von Autobahnen verbannt +++

Wann die Räumdienste für freie Fahrt sorgen könnten, sei noch nicht absehbar. Warten hieß es auch für alle Lkw-Fahrer, die mit einem Gefährt von mehr als 7,5 Tonnen nach Luxemburg oder Frankreich wollten. Nach Auskunft der Polizei Trier erließen die Behörden der Nachbarländer ein ähnliches Autobahn-Fahrverbot wie in Nordrhein-Westfalen. So wurden etwa auf der Autobahn 64 (Rheinland-Pfalz) und auf der Autobahn 8 (Saarland) die Lastwagen kurz vor der Grenze heruntergeleitet. Auch dort habe der Großteil der Fahrer Rastplätze angesteuert und sei nicht über Landstraßen weitergefahren.

+++ Probleme beim Bahnverkehr +++

Probleme hatte erneut auch die Deutsche Bahn im Regional- und Fernverkehr. Die meisten Zug-Verspätungen lagen am Morgen allerdings unter 30 Minuten. Noch am Sonntag hatte die Bahn Reisende wegen der chaotischen Wetterzustände gebeten, die Züge wegen Überfüllung nicht zu nutzen. In Berlin traf es am Montag erneut die S-Bahn: Technische Probleme mit zugefrorenen Sandstreuanlagen führten auf allen Linien zu Verspätungen – teilweise verkehrten die Bahnen im einsetzenden Berufsverkehr mit weniger Waggons nur im 20-Minuten-Takt.

dapd/dpa/tma/sv/lk