Seit den neuen Schneefällen in Deutschland ist bereits hoher Schaden durch einstürzende Dächer entstanden. Unter anderem haben Schneemassen in der Gedenkstätte Point Alpha an der hessisch-thüringischen Grenze ein Dach eingedrückt und historische Fahrzeuge aus dem Kalten Krieg unter sich begraben. Beschädigt worden sei unter anderem ein Hubschrauber, teilte die Gedenkstätte mit. Die historische Fahrzeughalle an dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt sei vermutlich ein Totalschaden.

Die Gedenkstätte hoffe auf die Versicherung und amerikanische Hilfe bei Ersatzbeschaffungen. In der Gedenkstätte sind zahlreiche Fahrzeuge der US-Army zu sehen. Im Kalten Krieg lag der mit bis zu 200 Soldaten stark besetzte Beobachtungsstützpunkt weniger als 100 Meter von den Grenzanlagen der DDR entfernt. Heute ist er Grenzmuseum und Gedenkstätte und erreichte 2009 mit mehr als 100.000 Gästen einen neuen Besucherrekord.

In Erfurt musste ein Ikea-Möbelhaus geschlossen, weil zu viel Schnee auf dem Dach liegt, sagte ein Polizeisprecher. Bereits am Morgen hatte das Ikea-Logistikzentrum im Kilometer entfernten Erfurt-Vieselbach aus gleichem Grund keine Lieferungen angenommen. Daraufhin blockierte ein Rückstau von mehr als 80 Lastwagen den Verkehr bis auf die B7 auf mehr als einem Kilometer Länge. Ein Hubschrauber blies dann Schnee vom Dach der Lagerhalle.

Auch in Gütersloh ist das Dach einer stillgelegten Fabrikhalle eingebrochen. In dem Gebäude hatte sich zuletzt der Werksverkauf eines Möbelherstellers befunden. Der Einsturz des Flachdachs hatte in der Nacht den Brandmelder ausgelöst und die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Weder in der Halle noch in der näheren Umgebung hielten sich Menschen auf.

Die emsländische Stadt Lingen schloss wegen zu hoher Schneelasten alle städtischen Sporthallen bis auf Weiteres. Damit sollten die Bürger vor möglichen Einstürzen geschützt werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Zuvor hatten Vertreter der Kommune und der Feuerwehr gemeinsam mit einem Statiker ein Hallendach begutachtet. Dabei sei eine Schicht aus schwerem und vereistem Schnee vorgefunden worden, die die Sperrung rechtfertige.

Spaziergänger sind vor allem in den Berliner Wäldern gefährdet: Immer wieder drohen nicht nur kleine Lawinen die Wanderer unter sich zu begraben. Zudem seien Menschen durch die unter der Last abrechenden Äste und Baumkronen gefährdet, warnte das Landesforstamt. Die Berliner Forsten raten daher beim Waldbesuch dringend zu verstärkter Aufmerksamkeit.

Inzwischen haben sich auch die Verbrecher auf die Wetterverhältnisse eingestellt. Diebe stehlen zurzeit vor allem Schneefräsen. Gleich zwei Räumgeräte sind in Isny im Allgäu (Kreis Ravensburg) verschwunden. Sie sind unter anderem aus der Tiefgarage eines Wohnblockes verschwunden.

dpa/kami