Lange Reise

Junger Russe findet deutsche Flaschenpost von 1987

In Russland fand ein Junge eine Flasche, in der ein Brief steckte. Ein Deutscher hatte die Botschaft in die Ostsee geworfen – vor fast 24 Jahren.

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Fast 24 Jahre, nachdem ein kleiner Junge aus Deutschland eine Flaschenpost in die Ostsee warf, hat ein russischer Junge die Botschaft gefunden. Der 13-jährige Daniil Korotkich entdeckte Anfang den in einer Bierflasche steckenden Brief in den Dünen nahe der russischen Exklave Kaliningrad, wie die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ berichtete.

Daniils Vater habe die auf Deutsch verfasste Botschaft mit dem Datum 7. September 1987 übersetzt. Sie stammte vom fünfjährigen Frank Üsbeck aus dem westdeutschen Coesfeld. Russische Journalisten machten den heute 29-jährigen Absender ausfindig, dessen Eltern noch immer unter der in der Flaschenpost angegebenen Adresse wohnen.

Der inzwischen verheiratete Bankangestellte Üsbeck sagte dem russischen Sender NTV, er sei geschockt und könne sich kaum an das Versenden der Flaschenpost erinnern. Er wunderte sich zudem, wie die Schrift in dem Brief nach so langer Zeit noch lesbar sein könne.

Üsbecks Vater zeigte den Journalisten ein Foto seines Sohnes mit der Flaschenpost, die der Junge während einer Reise nach Dänemark in die Ostsee geworfen hatte. In wackeliger Schrift hatte Frank damals seinen Namen unter den von seinem Vater verfassten Text gemalt.

24 Jahre später konnten Empfänger und Absender auf deutlich schnellere Kommunikationsmittel zurückgreifen: Der Sender NTV zeigte sie, während sie sich per Videoverbindung über das Internet unterhielten. Der russische Schuljunge hielt dabei stolz den eingerahmten Brief in die Kamera.