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Flaschenpost nach 30 Jahren beantwortet

Es hat lange gedauert, sehr lange sogar. Letztlich wurde eine Flaschenpost dann aber doch nach 30 Jahren beantwortet. Ein Schüler hatte sie in den 70er-Jahren ins Meer geworfen hatte. Tatsächlich ist es nicht der einzige kuriose Postfund in Japan.

Foto: sv / dpa

Japaner brauchen die Hoffnung niemals aufzugeben – zumindest was ihre Briefe anbelangt. Eine Flaschenpost, die 1979 von Schulkindern im Westen des Landes abgeschickt worden war, wurde in dieser Woche pflichtschuldig beantwortet, wie der Lehrer von damals bekanntgab.


Ein Bauarbeiter namens Masaaki Kondo fand die Karte in einer winzigen Flasche am Strand der nördlichen Halbinsel Shimokita. Er folgte den Anweisungen auf der Karte genau und gab seinen Namen, den Fundort und die Zeit an, außerdem beschrieb er kurz das gegenwärtige Wetter. Am Dienstag traf die Antwort bei der Schule in Tottori ein.


Rund 5500 Flaschenpostbriefe waren dort in den 70er Jahren von den Kindern abgeschickt worden. Lernziel war das Verständnis von Meeresströmungen und Japans Lage innerhalb Asiens. Der damalige Lehrer Toshio Enjo, der heute 79 Jahre alt ist, nannte die Rückkehr der Flaschenpost „unglaublich“. Insgesamt seien 760 Antworten auf die schwimmenden Briefe bei der Schule eingetroffen – die bisher letzte lag aber 20 Jahre zurück.


Es ist derzeit sowieso die Zeit kurioser Brieffunde in Japan: Vor einer Woche hatte ein Fischer im Pazifik eine Brief gefunden, der an einem Plattfisch klebte. Er war 15 Jahre zuvor von einem kleinen Mädchen per Ballon auf die Reise geschickt worden.