Hannah-Montana-Hysterie

Miley Cyrus ist mit 16 schon ein Vollprofi

Sie balanciert auf ihren Plateauschuhen, das Glitzer-Minikleid sitzt knapp und das Lächeln ist ihr in bester Star-Manier wie ins Gesicht geklebt. Miley Cyrus ist zwar erst 16 Jahre alt, aber bei der Premiere ihres neuen Films „Hannah Montana – Der Film" gab es keine Zweifel: Sie ist ein Vollprofi.

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„Es hat so viel Spaß gemacht, diesen Film zu drehen“, war denn auch einer der wenigen Sätze, die sie den Premierengästen zuwarf. Allerdings nahm sie sich reichlich Zeit für Hunderte kreischender Fans, die sich schon Stunden vorher entlang des roten Teppichs platziert hatten, und verteilte in alle Richtungen Autogramme.

„Sie ist einfach so toll“, schwärmte die zehnjährige Sophie Cioni, die wie unzählige andere Mädchen zwischen acht und 14 Jahren mit Plakaten und selbst gebastelten Autogrammbüchern auf ihren Star gewartet hatte. Jeden Tag schaut sie die Serie „Hannah Montana“ aus dem Hause Disney, auf der der Spielfilm basiert. In der Serie und im Film spielt Cyrus ein Mädchen, das tagsüber brav die Highschool besucht. Abends verwandelt sie sich in einen berühmten Rockstar.

Während viele Kinderlose nicht einmal den Namen Miley Cyrus gehört haben, wissen Eltern ein Lied davon zu singen, welche Bedeutung die Disney-Produktion für die Kleinen hat. „Sie redet von fast nichts anderem mehr“, sagte Melanie Ungebauer, die ihrer gerade mal sieben Jahre alten Tochter ihren größten Wunsch erfüllt hatte und mit ihr aus dem Ruhrgebiet eigens zur Premiere gekommen war. „Wenn wir ein T-Shirt oder Schuhe kaufen, muss immer Hannah Montana draufstehen.“ Die Serie und nun auch der Film werden von Disney perfekt vermarktet.

Fan Sophie mag am liebsten die Lieder, aber auch die „punkigen Outfits“ von Miley, erzählte sie. „Aber Miley ist auch ein Vorbild für Kinder. Man kann lernen, dass man immer gehorchen muss und nicht frech sein soll oder nachtragend.“

Tatsächlich haben sowohl die Serie als auch Miley Cyrus selbst ein Saubermann-Image. Kritiker werfen Disney sogar vor, junge Talente wie Cyrus in dem Medien- und Werbehype um das Produkt zu sehr glattzubügeln und ihnen damit zu schaden. Doch viele Eltern freuen sich auch über die zielgruppengerechten Geschichten. „Das ist harmlos, das ist nett, das ist kindgerecht“, sagte Mutter Monika Cupic, die mit ihrer Tochter an der Absperrung ausharrte.

In Deutschland läuft der Film erst ab 1. Juni in den Kinos. In den USA hat die Leinwandversion von „Hannah Montana“ in den ersten Wochen bereits Rekordgewinne eingespielt. Allein am Premierenwochenende über Ostern soll er 34 Millionen Dollar eingebracht haben.

Der Spielfilm von Regisseur Peter Chelsom („Darf ich bitten?“) schließt direkt an die Serie an: Cyrus heißt auch im Film Miley, und so langsam steigt ihr hier der Ruhm als Sängerin Hannah Montana zu Kopf. Ihr Papa will ihr wieder Bescheidenheit beibringen, und so ist es mit den glamourösen Auftritten erst mal vorbei und Miley findet sich in ihrer verschlafenen Heimatstadt wieder. Die Rolle des Filmvaters hat Mileys tatsächlicher Vater, der Countrysänger Billy Ray Cyrus, übernommen. Er landete einst mit „Achy breaky heart„ einen Hit. Seine Tochter hat ihn mittlerweile überholt – sowohl mit ihrem Erfolg und ihrer Berühmtheit als auch beim Einkommen.

Ob ihr auch im realen Leben der Medienrummel um sie zu Kopf steigt, ließ Miley in München unbeantwortet. „Ich liebe einfach nur das, was ich mache“, sagte der Jungstar. Mit ihrem realen Leben habe der Film nichts zu tun, beteuerten sowohl Vater als auch Tochter. „Miley hat einen klugen Kopf auf ihren Schultern und ein gutes Herz. Sie trifft gute Entscheidungen“, sagte Cyrus.