Sommer in Berlin

38 Grad im Schatten - ab an die Ostsee

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Ja, es wird heiß am Wochenende. In Berlin steigen die Temperaturen am Sonnabend auf 35 Grad, Sonntag werden sogar 38 Grad erwartet. Für die Hauptstdädter heißt es nun - auf zur Ostsee. Nur auf dem Weg dahin muss man etwas Geduld mitbringen.

Es wird heiß am Wochenende, aber der Hitzerekord von 2003 wird wohl nicht erreicht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden auch am Samstag höchstens 37 Grad Celsius erwartet, am Sonntag maximal 35. In Berlin wird es bei voraussichtlich 35 Grad (Samstag) und 36 Grad (Sonntag) nicht regnen.

Der Rekord für Baden-Württemberg ist damit in weiter Ferne: Mitte August 2003 wurden in Karlsruhe und Freiburg mehrmals 40,2 Grad erreicht. Auch der Juli- Rekord wird demnach nicht fallen: den hält Wolfach (Ortenaukreis) mit 39,5 Grad im Juli 1983. Die höchsten Temperaturen in diesen Tagen erwartet der Wetterdienst in der Rheinebene, Stuttgart liege meist zwei Grad drunter. Für Sonntag werden Wolken und Gewitter erwartet.

Ursache dafür sind Tiefausläufer über dem Atlantik, die auf die heiße Luft über Deutschland treffen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. „Das ergibt eine brisante Mischung, die für heftige Unwetter gut ist“, sagte Dorothea Paetzold vom DWD.

So bilden sich schon am Samstagnachmittag vor allem im Westen Quellwolken, aus denen am Abend dann die ersten Gewitter niedergehen. Doch selbst Schauer bringen kaum Abkühlung: Auch in der Nacht sinken die Temperaturen kaum unter 16 bis 20 Grad.

Viele nutzen das schöne Wetter für einen Kurzurlaub. Sobald die Sonne scheint, packen die Deutschen die Koffer“, sagte die Sprecherin des Deutschen Tourismusverbandes in Bonn, Nicole Habrich. Bei den Reiseveranstaltern und Hotels klingelten die Telefone, sobald die Sonne scheine. Im Trend liegen Kurzurlaube wie Wochen- und Wochenendtrips, sei es an die Küste oder nach Bayern.

die Hauptstadt fährt an die Ostsee baden

Berliner Urlauber zieht es in großer Zahl an die nahe gelegene Ostsee. In nur zweieinhalb Stunden ist man von der Hauptstadt an den weißen Stränden Heiligendamms oder Usedoms. „Deutschland ist der Deutschen liebstes Reiseziel“, sagte Habrich. Sie wollte nicht ausschließen, dass schönes Wetter auch den Entschluss bestärkt, Urlaub zu Hause auf dem Balkon oder im Garten zu machen. Mit Zahlen belegen lasse sich ein solcher Trend aber nicht.

Wer an diesem Wochenende Lust auf ein kühles Bad in der Ostsee hat, muss allerdings gute Nerven mitbringen. Stau und zähfließender Verkehr haben den Autofahrern am ersten Ferienwochenende in Brandenburg bei Gluthitze Geduld abverlangt. „Der Berliner Ring ist stark belastet. Es kommt immer wieder zu Staus“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Staus auf dem Weg nach Norden

Besonders betroffen sei der Autobahnring am Dreieck Havelland im Nordwesten Berlins, wo es Richtung Hamburg und Ostsee geht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienst in Potsdam hält sich die Hitze auch in den kommenden Tagen und es bleibt trocken. Lediglich im Raum Prignitz könnten sich Schauer und Gewitter, die vom Westen kommen, bemerkbar machen. Auch Anfang nächster Woche bleibe es zunächst heiß, meinte Meteorologin Norma Liefke. Dienstag sei allerdings ein Tiefausläufer spürbar und die Temperaturen gingen leicht runter auf 27 bis 32 Grad.

Auch die Waldbrandgefahr steigt durch die Hitze. Bislang habe es auch kaum Brände gegeben, hieß es. Die Waldbrandgefahr in Brandenburg ist allerdings unverändert hoch: In sieben Landkreisen gilt die höchste Warnstufe. Für Wälder gilt ein generelles Verbot von offenem Feuer.

( dpa/Sp )