Einige Gemeinden in Bayern mussten das Streuen bereits vollständig einstellen. Betroffen sind vor allem Ortschaften mit starken Steigungen. Im Bayerischen Wald wird die Lage durch ununterbrochene Schneefälle verschärft, die bis Faschingsdienstag andauern könnten. Schneefälle in ganz Mitteleuropa führten zu Lieferschwierigkeiten beim Streusalz.

Die Vorräte der Heilbronner Südsalz GmbH sind nach Angaben des Unternehmens aufgebraucht. Die Nachfrage übersteigt aktuell die Produktionskapazitäten. Priorität bei der Auslieferung haben Winterdienste von Autobahnen und Bundesstraßen. Auch Thüringer Regionen verfügen mittlerweile nur noch über Notreserven. Dort wird das Salz derzeit aus der laufenden Produktion geliefert.

Unterdessen haben die Wetterbedingungen wieder zu zahlreichen Unfällen und Staus geführt. Bereits in der Nacht wurden bei Unfällen auf der Autobahn 3 in Unterfranken mehrere Menschen verletzt. Ein Lkw-Fahrer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt, sechs Insassen eines niederländischen Reisebusses erlitten leichtere Verletzungen.

An dem Unfall und einem Folgeunfall waren insgesamt sechs Lkw, vier Pkw sowie der Reisebus beteiligt. Ein Sattelzug war auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und hatte fünf weitere Lkw und zwei Pkw in das Geschehen verwickelt.

In Berlin sind auf dem Flughafen Tegel seien 56 An- und Abflüge ausgefallen, teilte Flughafen-Sprecher Eberhard Elie mit. Bis zum frühen Nachmittag hätten alle anderen Flüge Verspätung von mindestens einer Stunde gehabt.

Seit 14 Uhr habe sich die Lage wieder etwas entspannt. Es seien keine Flüge mehr ausgefallen, die Verspätungen hätten maximal 15 Minuten betragen. Auf dem Flughafen Schönefeld gab es den Angaben zufolge keine Flugausfälle, allerdings waren am Morgen alle Flüge um 15 bis 30 Minuten verspätet. Auch hier normalisierte sich die Situation am Mittag.

Die bisherigen Schneemengen werden in den kommenden Tagen noch deutlich ansteigen. „Für Sonntag und Montag erwarten wir unwetterartige Niederschläge“, sagte Meteorologe Norbert Bonanati vom Deutschen Wetterdienst. Besonders am Alpenrand und im Bayerischen Wald werde es zu „sehr heftigen Schneefällen“ kommen. Wetterexperten erwarten bis zu ein Meter Neuschnee am Alpenrand und zehn bis 20 Zentimeter Schnee im Flachland. In tieferen Lagen fällt der Niederschlag als Regen.

dpa/ddp/kami