Starke Regenfälle

Erneut Unwetter in Süddeutschland

Starke Regenfälle haben die Nürnberger Feuerwehr und das Technische Hilfswerk auf Trab gehalten. In acht Stunden fuhren die Hilfskräfte 217 Einsätze wegen überfluteter Straßenunterführungen und Keller im Süden der Stadt, wie die Feuerwehr mitteilte. Erst am Mittwoch wird es deutlich kühler.

Foto: DPA

Sommerliche Temperaturen, aber auch Gewitter und heftige Regengüsse prägen vorerst weiter das Wetter in Deutschland. Am Wochenende sorgten Unwetter vor allem im Süden und Südwesten erneut für vollgelaufene Keller und Verzögerungen im Bahnverkehr. Beim Festival Rock im Park wurden am Sonntag sieben Menschen durch Blitzschlag verletzt. Auch am Montag soll es laut Prognose noch einmal bis 31 Grad warm werden und wieder Schauer und Gewitter geben. Erst ab Mittwoch dürfte deutlich kühlere Luft das Sommerwetter verdrängen.

Am Sonntag schlug der Blitz in einem Campinggelände unweit des Festivalorts von Rock im Park in Nürnberg ein. Sechs Personen wurden leicht, ein weiterer mit Verbrennungen etwas schwerer verletzt. Bereits am Samstagnachmittag hatten Unwetter in Hessen zu Verzögerungen im Bahnverkehr zwischen Franfurt und Fulda geführt. Zudem liefen in der Gegend um Darmstadt nach Polizeiangaben einige Keller voll Wasser. Wie ein Bahnsprecher mitteilte, flogen zwischen Gelnhausen und Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis Äste auf die Oberleitungen, so dass der Zugverkehr für kurze Zeit unterbrochen werden musste.

Auch zwischen Landshut und Dingolfing in Niederbayern musste nach Angaben der Deutschen Bahn eine Nebenstrecke zeitweise wegen Wetterschäden gesperrt werden. Unwetterwarnungen gab der Deutsche Wetterdienst am Sonntag auch für Teile von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie erneut für Gebiete in Nieder- sowie auch in Oberbayern heraus. Bereits am Samstag waren in der Südwesthälfte Deutschlands Gewittergüsse heruntergegangen. Besonders heftig erwischte es die Pfalz, wo innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Liter Regen fielen. Im Nordosten blieb es hingegen sonnig und trocken.

Auch in Südbaden liefen die Keller voll. Nach Angaben der Polizei Freiburg sind gegen 18 Uhr in der Gegend von Sulzburg (Kreis Breisgau-Hochschwalzwald) starke Regen- und Hagelschauer niedergegangen. Ein Betrieb sei von den Wassermassen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Menschen seien aber nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen. Am Abend berieten Polizei, Katastrophenschutz und Landratsamt über das weitere Vorgehen.

Vorhersage für die kommenden Tage

In den ersten Tagen der neuen Woche ändert sich an der derzeitigen Wetterlage laut Vorhersage von DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold nur wenig. Im Süden kann es weiterhin schauern und gewittern, wenngleich nicht mehr so heftig. Im Norden bleibt der von vielen Gärtnern ersehnte Regen noch aus.

Am Mittwoch überquert laut Prognose eine Kaltfront Deutschland von Nordwesten her und lenkt Kaltluft polaren Ursprungs zu uns. „Dann heißt es vorerst: Sommerwetter ade“, kündigte die Expertin des Deutschen Wetterdiensts an. Gibt es am Montag und Dienstag vereinzelt Maximalwerte um die 30 Grad, sind es ab Mittwoch höchstens 25, vereinzelt auch 17 und am Donnerstag sogar gerade noch um die 15 Grad.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger sagte den Opfern der Hochwasserkatastrophe im Zollernalbkreis derweil unbürokratische Hilfe zu.

Bei einem Besuch in den am stärksten betroffenen Gemeinden Jungingen und Hechingen kündigte er am Sonntag an, die Landesregierung werde auf jeden privat gespendeten Euro zwei weitere Euro aus Landesmitteln drauflegen. Das Geld soll vor allem Betroffenen zugutekommen, die sonst keinen Anspruch auf Entschädigung haben. Ende Juli ist laut Oettinger zudem eine Konferenz zur künftigen Hochwasservorbeugung und -bekämpfung im Lande geplant.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen