Eltern, aufgepasst: Es gilt, alle vorpubertären Töchter gegen feindliche Invasoren aus dem Königreich Rosarien abzuschirmen! Ihre Anführerin heißt Prinzessin Lillifee und agierte bisher als Heldin der Kinderbücher von Monika Finsterbusch. Nun wird sie kleinen Mädchen auch in diesem Trickfilm als Identifikationsfigur präsentiert.

Der Plot basiert zwar auf keiner Buchepisode, sondern wurde eigens für den Film entwickelt (Drehbuch: Mark Slater, Gabriele M. Walther). Doch hier wie dort dreht sich alles um eine Feenprinzessin, deren zeichnerische Gestaltung mit Kulleräuglein und Dauerlächeln in diesem quietschfarbenen Film einer perfekten Mischung aus Kindchen- und Barbieschema entspricht. Fliegen und zaubern kann sie und die Kleider in ihrem riesigen, befliegbaren Kleiderschrank sind so rosa wie ihr Lieblingstier, das Schwein Pupsi.

"Für dich ist die Welt doch schon in Ordnung, wenn sie rosa ist!" Diesen berechtigten Vorwurf muss Lillifee sich eines Tages von ihren Untertanen anhören, weil sie nicht in der Lage ist, einem Haufen verzankter Feen Einhalt zu gebieten. Diese sind bloß mit sich selbst und ihren Wettflügen beschäftigt, anstatt ihre Zauberkräfte zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen. Doch anstatt nun eine Revolte anzuzetteln, gibt sich die Unterschicht Rosariens mit einer Art Charity-Veranstaltung zufrieden, die Lillifee organisiert, damit alle sich wieder lieb haben. Soziale Gegensätze werden einfach durch ein wenig Spiel und Tanz aus der Welt geschafft, und zwar mit Hilfe der von keinerlei Dissonanz getrübten Filmmusik von Wolfgang Simm.

Im Film sind alle glücklich mit diesem diktatorischen Entertainment. Es bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig, denn sonst müssten sie wohl nach Blutopia emigrieren - eine Art Parallelgesellschaft, in der die Rosarier Unzufriedene und Dissidenten gettoisieren.