Bundesliga

Union muss die letzten Reserven mobilisieren

Auf Aufsteiger Union wartet zum Hinrunden-Abschluss in Düsseldorf ein letzter Kraftakt, ehe er endlich in die Winterpause gehen kann.

Unions Profis (rote Trikots) müssen sich auch in Düsseldorf auf ein Kampfspiel einrichten.

Unions Profis (rote Trikots) müssen sich auch in Düsseldorf auf ein Kampfspiel einrichten.

Foto: Laci Perenyi / picture alliance / Laci Perenyi

Berlin. Nach dem letzten Spieltag des Jahres in der Fußball-Bundesliga ist vor dem Trainingsstart, so auch beim 1. FC Union. Am 2. Januar 2020 um 10.30 Uhr steigt die Mannschaft von Trainer Urs Fischer in die Vorbereitung auf die Rückrunde ein. Dazwischen liegen zehn Tage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel, um abzuschalten und Kraft zu tanken.

Zuvor wartet auf den Aufsteiger noch das letzte Spiel der Hinrunde am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr, Sky). 90 Minuten plus eventueller Nachspielzeit, in denen die Berliner noch einmal an ihre Grenzen gehen wollen.

Wie schwer ihnen das inzwischen fällt, nach Monaten, in denen jedes Spiel auch ein wahrer Kraftakt gewesen ist, war zuletzt beim 0:2 gegen die TSG Hoffenheim durchaus spürbar. Gerade in der Schlussphase der Partie war der Mannschaft eine gewisse körperliche und mentale Müdigkeit nicht abzusprechen.

Union Berlin sucht nach spielerischen Lösungen

Nicht, dass die Köpenicker nicht alles versucht hätten, die achte Saisonniederlage zu verhindern. Doch der Kräfteverschleiß zeigt sich eben nicht immer nur darin, dass der entscheidende Schritt schwer fällt oder vielleicht ein wenig zu spät kommt, sondern auch in den falschen Entscheidungen, die getroffen werden.

Gegen Hoffenheim monierte Trainer Fischer die „Brechstange“, mit der versucht wurde, wenigstens einen Punkt zu retten. „Du musst dir ein bisschen mehr Zeit geben, um über spielerische Lösungen gefährlich zu werden“, sagte Fischer auch mit Blick auf die Partie in Düsseldorf.

Fällt dir dies schwer, kommt das einfachste Mittel zur Anwendung: hohe und weite Bälle, verbunden mit der Hoffnung, dass daraus eine gefährliche Situation entsteht. Eine logische Folge, wenn aufgrund schwindender Kräfte auch die Konzentration nachlässt.

Union Berlin liefert laufintensive Spiele ab

So kam Fischer nicht umhin festzustellen: „Es war eine intensive Vorrunde, vieles neu für uns, viele Erfahrungen, die wir machen durften und auch mussten. Ich glaube schon, das hat bei allen zu einem gewissen Verschleiß der Kräfte geführt.“

Für Union kommt die Winterpause zum richtigen Zeitpunkt, nachdem die Spieler die vergangenen Monate vor allem damit zugebracht haben, sich an die höhere Qualität der Gegner und das größere Tempo zu gewöhnen. Und alles mit einer Spielweise, die auf einer stabilen Defensive, dem Anlaufen des Gegners und bevorzugt schnellem Umschaltspiel beruht.

Ein Blick in die Statistik offenbart, wie kräftezehrend Unions Spielweise bislang gewesen ist. In den ersten 16 Saisonspielen sind die Köpenicker insgesamt 1889,7 Kilometer gelaufen (118,1 Kilometer im Durchschnitt). Nur Bayer Leverkusen (1915,7) und Mitaufsteiger SC Paderborn (1914,6) liefen noch mehr. Den letzten Platz in dieser Liste mit 1776,5 Kilometern belegt: Fortuna Düsseldorf, Unions Gegner am Sonntag.

Union Berlin beendet Hinrunde mit einem Abendessen

„Ich glaube schon, dass wir noch genügend Kraft haben“, ist sich Fischer sicher, dass seine Spieler in Düsseldorf noch einmal alle Reserven mobilisieren werden. „Aber klar, die kurze Pause ist wichtig, damit jeder mal ein bisschen Zeit mit der Familie verbringen kann. Wir waren in diesen fünf, sechs Monaten sehr eng zusammen, haben viel Zeit miteinander verbracht. Da tut es dir immer mal gut, den Kopf zu lüften. Es gilt, die Ferien optimal zu nutzen.“

Direkt nach der Partie in Düsseldorf gibt es noch mal eine letzte Zusammenkunft. Mannschaft und Trainerteam werden bei einem gemeinsamen Abendessen das Fußballjahr 2019 beschließen.

Vorher will Union die Zeit in Düsseldorf für ein Erfolgserlebnis nutzen. Dafür müssen noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden. Und als ob die vergangenen Wochen nicht schon genug an die Substanz gegangen sind, dürfen sich die Köpenicker auf einen Gegner einstellen, der ihnen alles abverlangen wird.

Rund 3500 Fans unterstützen Union Berlin

Ob dies auch für Verteidiger Florian Hübner und Mittelfeldspieler Felix Kroos gilt, ist noch fraglich. Die beiden Union-Profis konnten wegen ihrer Blessuren nach dem Hoffenheim-Spiel noch nicht wieder eine komplette Übungseinheit absolvieren. „Sie werden am Sonnabend versuchen, das komplette Abschlusstraining zu bestreiten“, sagte Fischer, „ich bin aber zuversichtlich, dass sie zur Verfügung stehen werden.“

An entsprechender Unterstützung wird es auch in Düsseldorf nicht fehlen. Union rechnet mit rund 3500 Fans, die sich auf den Weg ins Rheinland machen werden. Und wer die Auswärtsfahrer kennt, der weiß auch, dass sie ihre Mannschaft 90 Minuten lang nach vorn treiben werden. Schließlich ist danach ja Winterpause.

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